Christian Tiedt
· 03.06.2026
Estland ist ein kleines Land, besitzt aber die viertgrößte Insel der Ostsee: Saaremaa. Sie trennt den Rigaischen Meerbusen vom Rest der Ostsee und ist flach, so wie das Meer um sie herum. Im Süden liegt Kuressaare, ihr Hauptort, der schon vielen Herren hatte und auf deren Spuren man immer noch trifft. Heute kann man sich trotz so viel wechselvoller Geschichte kaum einen entspannteren Ort vorstellen.
Arensburg – der alte deutsche Name von Kuressaare wird durchaus fürs Marketing eingesetzt. Auch im schmucken historischen Stadtzentrum mit Kurhaus, Waage und Laurentiuskirche trifft man ihn an. Die imposante Bischofsburg selbst ist ebenfalls in tadellosem Zustand und beeindruckt allein schon durch ihre schiere Größe. Mauerwerk und die Wallanlagen wirken frisch restauriert, fast neu – wie das absichtlich modern gestaltete Haupttor. Im Festungsgraben sind Ruderboote unterwegs.
Das Museum im Inneren durchblättert die verschiedenen Kapitel der Vergangenheit Saaremaas, leidvolle wie die Zeit des Zweiten Weltkriegs, und bleierne wie die jahrzehntelange Sowjetherrschaft danach, als aus Kuressaare Kingisepa wurde, benannt nach einem estnischen Vorzeigekommunisten. Aber eben auch das stolze Kapitel der „singenden Revolution“, die im Zuge der Perestroika 1991 die Freiheit und Unabhängigkeit Estlands wiederherstellte. Viel Historie für eine einzelne Insel!
Gastlieger dürfen sich auf einen der schönsten Häfen des Baltikums freuen: Der Stadthafen Kuressaare (Kuressaare Jahisadam) ist Heimat des örtlichen Yachtclubs und bietet in hübscher Umgebung neben dem gewohnten Service auch Restaurant, Bar und Sauna.
Stadtzentrum, Strand und Burg sind in zehn Minuten zu erreichen. Drei nahe Wellness-Hotels bieten zusätzliche Optionen zum Wohlfühlen. Zum Hafen führt eine kanalartige Rinne, die flachen Wälle zu beiden Seiten sind von Möwen bevölkert. Das obere Zeichen der Richtfeuerlinie steht auf dem Dach eines der Hotels.

Ressortleiter Reise