Christian Tiedt
· 22.02.2026
Der Nord-Ostsee-Kanal hat auch 2025 erneut Rückgänge in den Verkehrszahlen hinnehmen müssen: So wurden insgesamt 69,4 Millionen Ladungstonnen von 22.262 Schiffen zwischen Brunsbüttel und Kiel transportiert. Dem gegenüber stehen 75,6 Millionen Tonnen auf 24.866 Schiffen im Jahr 2024. Zum weiteren Vergleich: Im Jahr 2019 waren es noch 83,5 Millionen Tonnen und 28.797 Passagen.
Die Ursachen sind nach Ansicht der zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes vielschichtig: Dabei hat der russischen Angriffskrieg in der Ukraine und den bereits den bestehenden Wirtschaftssanktionen gegen Russland einen großen Anteil. In diesem Bereich ging die über den NOK transportierte Tonnage von 14,2 Millionen Ladungstonnen im Jahr 2021 auf lediglich 1,8 Millionen im vergangenen Jahr zurück.
Daneben haben auch die steigende globale Unsicherheit im Hinblick auf Wirtschaft und Politik Auswirkungen auf weltweite Transportrouten und Warenströme - und damit auch auf den Nord-Ostsee-Kanal. Etwa aufgrund der gestiegenen Preise für Kraftstoffe zum Antrieb der Schiffe.
Gleichzeitig hat der Nord-Ostsee-Kanal mit einer sich zunehmend verschlechternden Infrastruktur zu kämpfen, die zum großen Teil auf das Alter der Wasserstraße und seiner wasserbaulichen Einrichtungen zurückzuführen ist. Dies hat unter anderem zu längeren Passagezeiten geführt und die Attraktivität der Abkürzung verringert. Mit Investitionen im dreistelligen Millionenbereich (2025: 246 Millionen Euro) will der Bund gegensteuern und den Kanal fit machen für die Zukunft.
Bei den Sportbooten zeichnet sich ebenfalls ein Rückgang ab – im Vergleich zur Großschifffahrt ist er jedoch deutlich geringer: Während sich die Zahl in den letzten Jahren mit etwa 12.000 Passagen in der Regel auf gleichbleibendem Niveau befand (2024: 11.542), wurden im vergangenen Jahr 10.685 gezählt.

Ressortleiter Reise