Wer die sachliche Fachsprache gewohnt ist, die das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) normalerweise in seinen Nachrichten für Seefahrer nutzt, konnte sich wundern: In der aktuellen Ausgabe 9/2026 wird für den Seeraum östlich von Helgoland eine geheimnisvolle Übung angekündigt.
Im Bereich des Steingrunds und der Loreleybank, genauer: auf den Koordinaten 54° 13’ N 008° 05,00’ E und 54° 13’ N 008° 04,00’ E, wird das Spezialschiff “Atair” vom 20. bis 24. März 2026 Versuche mit “vollständig unbeleuchteten Objekten” durchführen, die dort ausgelegt werden.
Während der Dunkelheit sollen dann “verschiedene Manöver” gefahren werden. Die Schifffahrt wird daher aufgefordert, die genannten Positionen mit einem Abstand von mindestens 0,7 Seemeilen zu meiden.
Doch was steckt hinter der kryptischen Ankündigung? Im hellen Licht des Tages betrachtet zeigt sich: der Vorgang ist weit weniger mysteriös als vielleicht vermutet. Nach Auskunft des BSH handelt es sich dabei unter anderem um sogenannte Nachtsichttonnen nach Standard der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) und andere Objekte. Es geht um die Sicherheit.
Ziel der Übungen ist, festzustellen, wie gut unbeleuchtete Objekte im Wasser nachts mit verschiedenen Verfahren erkannt werden können. Treibende Gegenstände sind in der Dunkelheit in der Regel nur schlecht auszumachen, können aber selbst bei vergleichsweise geringer Größe schon eine große Gefahr darstellen – wie etwa ein Container, von dem nur eine Ecke aus dem Wasser schaut, oder eine losgerissene Seemine.

Ressortleiter Reise