Etwas östlich von Mjältön liegt die Inselgruppe Norra Ulvön und Södra Ulvön, getrennt durch dem schmalen Ulvösund. Seit jeher ein perfekter Standort, der fern der Küste Schutz vor Sturm und Seegang bietet. Hier hat sich die Siedlung Ulvöhamn etabliert, über Jahrhunderte kamen die Fischer aus Gävle während der Sommermonate her, um näher am offenen Meer auf Heringsfang zu gehen.
Sie lebten in einfachen Hütten und kehrten im Herbst wieder aufs Festland zurück. An diese Zeit erinnern noch heute die dicht am Wasser stehenden, rot gestrichenen Häuser, alte Bootsschuppen und die 1622 errichtete Holzkapelle Ulvö Gamla Kapell, deren Innenwände mit ungewöhnlichen religiösen und volkstümlichen Malereien geschmückt sind.
Ulvöhamn hat sich zum Hotspot an der Höga Kusten entwickelt. Im Sommer bringen Fähren und Ausflugsboote täglich hunderte Besucher aus Docksta und anderen Häfen der Küste auf die Insel. Es gibt entsprechend viele Restaurants, Cafés, kleine Läden und auch einen Fahrradverleih. Der kommunale Gästehafen (ulvohandels2@gmail.com) liegt direkt beim historischen Fischerdorf auf Norra Ulvön und ist ursprünglich und einfach ausgestattet.
Hier gibt es etwa 40 Liegeplätze für Segel- und Motorboote, überwiegend an Stegen mit Heckbojen oder auch längsseits. Diesel kann ebenfalls gebunkert werden. Etwas östlicher ragt die Hotellbryggan vom Ulvö Hotell in den Sund, eine kleine moderne Marina mit 70 Liegeplätzen (ulvohotell.se).
Ich lasse den Trubel der Sommerfrischler in meinem Kielwasser. Die unübersehbare Landmarke des Skuleberget hat mein Interesse geweckt, 295 Meter hoch und mit einer Steilwand, die ich auf der Kletterroute erklimmen werde. Der beste Ausgangspunkt für Touren auf den Berg und in den nah gelegenen Nationalpark Skuleskogen ist das Docksta Havet Base Camp (dockstahavet.se) im Dockstafjärden, in den man über den Ullångersfjärden gelangt.
Auf dem Schwimmsteg der kleinen gepflegten Marina steht schon ein Mann bereit, um meine Leinen anzunehmen: „Bon Giorno – welcome to Docksta Havet“, begrüßt mich Tommaso De Rosa und lädt mich zu einem Espresso ein. Der gebürtige Italiener betreibt den Hafen und hat alte Bootshäuser liebevoll zu urigen Ferienunterkünften restauriert.
Einziger Wermutstropfen: Die Europastraße 4, die von Helsingborg im Süden bis zum nördlichen Ende der Ostsee führt, läuft direkt am Fjord vorbei und sorgt für ein dezentes Dauerrauschen im Hafen.
Tommaso, Ausdauersportler und Outdoorexperte, organsiert Wanderungen, Trailrunning und Exkursionen in der Region. Er gibt mir Tipps für eine Tour und ich packe Schlafsack und Proviant in den Rucksack und wandere ein paar Tage im Skuleskogen-Nationalpark. Statt Seezeichen weisen mir nun Wegmarkierungen den Kurs, meine Kajüte sind die offenen Hütten mit Herd und Feuerholz, die Bergseen meine Badewanne. Ein einprägsames Erlebnis diese Küste auf dem Wasser und mit Wanderschuhen zu erkunden!
Zurück an Board rüste ich mich für die langen Etappen Kurs Süd. “Wer ein weites Ziel hat, darf nicht in kleinen Schritten verharren,“ flüstert mir Johann Wolfgang von Goethe beim Ablegen zu. Na gut - ein, zwei Stopps werde ich aber unterwegs einlegen.
Teil 1 der Reportage finden Sie hier
Teil 2 der Reportage finden Sie hier

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