HelgolandUmbau des Südhafens für Spezialschiffe

Jill Grigoleit

 · 28.07.2026

Der Hafen von Helgoland. Links im Bild von vorne nach hinten: Binnenhafen, Südhafen und Vorhafen.
Foto: WSA Elbe-Nordsee
​Der Südhafen auf Helgoland steht vor einem umfangreichen Umbau. Hintergrund ist die Modernisierung der Mehrzweckschiff-Flotte des Bundes: Die neuen Spezialschiffe sind rund zehn Meter länger als ihre Vorgänger und erfordern Anpassungen an den Kaianlagen.

Die Mehrzweckschiffe des Bundes übernehmen zahlreiche Aufgaben der maritimen Notfallvorsorge. Sie sind unter anderem für die Bekämpfung von Ölunfällen ausgerüstet, verfügen über spezielle Tanksysteme für gefährliche Flüssigkeiten und ein Bordlabor zur Analyse von Schadstoffen. Darüber hinaus können sie havarierte Schiffe mit hoher Zugkraft sichern und besitzen einen Hubschrauberlandeplatz. Nun müssen die Kaianlagen im Südhafen von Helgoland für die neuen, deutlich größeren Schiffe angepasst werden.

Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Elbe-Nordsee haben die ersten Arbeiten bereits begonnen. Der Damm wird verlängert und gegen Unterspülung gesichert, außerdem wird das Hafenbecken vertieft. Im nächsten Schritt soll der Süddamm umgebaut werden. Der eigentliche Ausbau beginnt voraussichtlich im Frühjahr 2027. Allein dieser Bauabschnitt wird nach Angaben des WSA einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.

Munition im Hafen von Helgoland

Vor Beginn der Bauarbeiten muss zunächst geklärt werden, ob sich im künftigen Baufeld noch Kampfmittel befinden. Helgoland gilt aufgrund seiner Geschichte bis heute als stark mit Munition belastet. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hat deshalb eine Ausschreibung zur Untersuchung des Hafenbereichs gestartet.

Einschränkungen für Sportboote

Für Wassersportler hat sich die Situation im Südhafen und Vorhafen bereits in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Große Bereiche der Südkaje und des Vorhafens werden inzwischen dauerhaft von Crew-Transfer-Schiffen und Versorgungseinheiten der Offshore-Windindustrie genutzt. Der Vorhafen dient heute überwiegend als Transitraum; das Ankern ist dort grundsätzlich untersagt. Hinzu kommen regelmäßig Taucharbeiten und die Bauarbeiten an der Mole bringen zeitweise weitere Einschränkungen mit sich.


Mehr Artikel zu Helgoland:


Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Jill Grigoleit

Jill Grigoleit

Redakteurin Reise

Jill Grigoleit lebte zehn Jahre mit ihrer Familie auf einem Hausboot im eigenen Hafen südlich von Hamburg und schrieb ein Buch über den Hausbootbau und das Leben mit Kindern auf dem Wasser. Seit 2020 schreibt sie vor allem Reisereportagen und Revierporträts für YACHT und BOOTE und konnte damit ihre zwei großen Leidenschaften zum Beruf machen: Reisen und darüber schreiben. Seit Januar 2024 gehört sie fest zum Team des Reiseressorts der Wassersportredaktion von Delius Klasing. Seither sammelt sie in den verschiedensten Regionen Reviertipps und Geschichten über Menschen, die am und auf dem Wasser leben - von der Mecklenburgischen Seenplatte über die bretonische Küste bis ins kanadische Ontario.

Meistgelesen in der Rubrik Reisen