Befreiungsschlag vor PoelBuckelwal Timmi nimmt Kurs auf die Nordsee

David Ingelfinger

 · 28.04.2026

Der gestrandete Buckelwal Timmi hat die Transport-Barge erreicht. Nachdem Helfer das Tier mit Gurten gesichert hatten, wurde es durch eine ausgebaggerte Rinne direkt in den Lastkahn manövriert. | Philip Dulian
Foto: picture alliance/dpa
​Der gestrandete Buckelwal Timmi hat das Flachwasser vor Poel verlassen und liegt nun sicher auf der Transport-Barge. Die Bergung im seichten Wasser wurde von Fachleuten heute Vormittag akribisch vorbereitet, wodurch die Verladung auf den Spezialponton reibungslos glückte. Jetzt startet die kontrollierte Überführung des Tieres mit dem Ziel Nordsee.

Das heikle Manöver zur Rettung des Wals scheint nun erfolgreich abgeschlossen worden zu sein, nachdem zu hohe Wasserstände die Aktion vor zwei Wochen noch verhindert hatten. Der Buckelwal wurde bereits in den frühen Morgenstunden medizinisch versorgt und feucht gehalten, während er mit weichen Hebegurten gesichert wurde. Inzwischen konnte der Wal erfolgreich in die vorgesehene Position zwischen den Pontons manövriert werden.

Riskantes Poton Manöver

Wie geplant wurden zunächst die Brustflossen des Tieres behutsam vom Schlick befreit, um anschließend Hebekissen unter dem Rumpf zu platzieren. Auf einer speziellen Plane gebettet und zwischen den Pontons gesichert, soll der Wal nun im Schlepp aus der flachen Bucht manövriert werden. Auch wenn der Buckelwal jetzt sicher verladen wurde, bleibt die Lage kritisch: Experten warnen weiterhin vor den erheblichen Belastungen für den Organismus durch den Transport. Zudem gibt es seit Tagen widersprüchliche Meldungen zum tatsächlichen Zustand des Tieres.

Kursänderung im Ministerium

Seit Anfang März gab es zahlreiche Versuche den Buckelwal zu befreien. Da das Umweltministerium eine erfolgreiche Rettung für aussichtslos hielt, hatten die Behörden ihre Bemühungen jedoch nach einigen Wochen eingestellt. Das vorliegende Konzept für die Walrettung ermögliche nun eine „verantwortungsvolle Neubewertung auf Basis neuer fachlicher Möglichkeiten“, so in der Mitteilung des Umweltministeriums. Die Kosten und das Risiko muss die private Initiative vollständig selbst tragen. Veterinäre überwachen den Einsatz vor Ort.


Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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