BootsangelnPlauer See – was Sie als Angler über das Revier wissen sollten

Thorsten Trojan

 · 27.06.2026

Das Angeln-Spezial wird präsentiert von
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Im Norden des Plauer Sees liegt die Halbinsel Plauer Werder mit der Fischerei Alt Schwerin.

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Die Auswahl der Angelreviere ist groß – vom Plauer See in Mecklenburg über die Niederlande bis nach Spanien. Wer sein Boot trailert, eröffnet sich viele Ziele. Anlässlich des Weltangeltags stellen wir Ihnen den Plauer See vor.

​Es ist noch dunkel, wenn die ersten Türen ins Schloss fallen. Irgendwo klackt ein Spanngurt, eine Kühlbox wird in den Kofferraum geschoben, der Außenborder hängt schweigend am Heck. Das Boot steht fertig auf dem Trailer. Die Vorfreude steigt. Für einen Moment wirkt alles noch unbewegt. Dann springt der Wagen an – und aus einem normalen Angeltag wird eine Reise. Das ist der Reiz des trailerbaren Angelbootes. Es wartet nicht fest vertäut in einer Marina. Es gehört nicht nur zu einem See, einer Bucht oder einem Heimatrevier. Es kann mit. Über Landstraßen, Autobahnen und Grenzen hinweg. Dorthin, wo anderes Wasser andere Fragen stellt. Wo der Wind anders läuft, die Ufer anders aussehen, die Fische anders stehen und der Tag schon deshalb spannend wird, weil man das Revier noch nicht kennt. Auf den nächsten Seiten geht es um dieses Gefühl. Um Reviere, die man mit dem eigenen Boot erreichen kann – und die kleine Welten für sich sind.

Der Plauer See an der Mecklenburgischen Seenplatte bringt Ruhe, Weite und ein klassisches Binnenrevier zusammen. Wer trailert, muss sich nicht entscheiden, welcher Typ Bootsangler er ist. Heute Seenplatte, morgen Fluss und vielleicht irgendwann Spanien. Mal Hecht im flachen Randmeer, mal Zander im Strom, mal Barsch zwischen Kanten und Kraut, mal Schwarzbarsch an warmen Felsen. Das Boot bleibt vertraut, aber das Wasser und die Landschaft werden neu. Darin liegt die Stärke dieses Systems. Man reist nicht nur zum Angeln. Man erlebt Regionen. Man spricht mit Menschen an Rampen und Stegen. Man entdeckt Häfen, Campingplätze, Ferienparks, Slipstellen, Uferkneipen und Wetterfenster. Man sammelt keine Gewässerpunkte auf einer Karte, sondern Erinnerungen.

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Der Plauer See

Der weitläufige Plauer See ist das Tor zur Mecklenburgischen Seenplatte und ein Hotspot für Hecht- und Barschangler. Wer in Plau am See ablegt, spürt schnell: Hier geht es nicht nur um einzelne Buchten oder Uferplätze. Mit rund 39 Quadratkilometern Fläche gehört der Plauer See zu den großen Seen Mecklenburg-Vorpommerns. Er verbindet offenes Wasser mit langen Uferlinien, Schilfgürteln, Buchten und markanten Übergängen zwischen Flach- und Tiefwasser. Im Osten und Süden fallen die Ufer teils steiler ab, im Westen und Norden laufen sie flacher aus. Dadurch bleibt der Plauer See trotz seiner Weite gut lesbar. Wind und Wetter spielen eine Rolle, aber das Revier bietet zugleich Struktur – diese Mischung macht es für Bootsangler interessant.

Ein Boot verändert hier alles. Viele spannende Bereiche lassen sich vom Ufer nur eingeschränkt erreichen. Erst vom Wasser aus öffnet sich die ganze Bühne: Schilfkanten, Buchten, Freiwasser, Schleppstrecken, Kanten und Übergänge. Besonders für Hecht- und Barschangler bietet der Plauer See viel Potenzial. Wer systematisch fährt, das Wasser liest und die Bedingungen einordnet, findet hier ein Revier, das sowohl klassische Seenplatten-Logik als auch echtes Großwasser-Gefühl bietet.

Die Stärken des Reviers

Seine besondere Stärke liegt aber nicht nur in der Fläche. Der Plauer See ist Teil der Müritz-Elde-Wasserstraße und damit direkt in das Netz der Mecklenburgischen Seenplatte eingebunden. Nach Osten öffnen sich die Wege über Kölpinsee und Fleesensee weiter in Richtung Müritz, nach Westen führt die Wasserstraße Richtung Elbe. Man kann einen ganzen Angeltag auf dem Plauer See verbringen – oder die Perspektive erweitern und die Seenplatte erkunden.

Auch der Ort gehört zum Charakter des Reviers. Plau am See liegt am Westufer und versteht sich als Tor zur Müritzregion. Hubbrücke, Schleuse, Leuchtturm, Altstadt und Hafenatmosphäre geben dem Revier seine maritime Kulisse. Hier greifen Wasser, Architektur und Landschaft ineinander.

Praktisch ist der Ort ebenfalls gut aufgestellt. Mit der Stadtmarina und dem Elde-Hafen bietet er starke Ausgangspunkte. Die Stadtmarina liegt nah am Zen­trum und verfügt über Gastliegeplätze, Slipanlage, Kran sowie Wasser- und Stromanschlüsse. Wer mehrere Tage bleibt, kann je nach Wetterfenster entweder den See selbst intensiv befischen oder Ausfahrten nach Osten in Richtung Seenplatte und Müritz planen.

Wichtige Information

Der Plauer See ist nicht nur Freizeit- und Angelrevier, sondern auch Naturraum. Schutzgebiete, sensible Uferbereiche, Schilfzonen und Rückzugsräume verlangen Rücksicht. Wer sauber plant, Abstand hält und Beschilderungen beachtet, erlebt ein Revier, das gerade aus dieser Balance seine Qualität gewinnt.

Am Ende ist der Plauer See einer der überzeugendsten Einstiege in die Mecklenburgische Seenplatte: groß genug für ernsthafte Bootsangler, strukturiert genug für gezieltes Fischen und offen genug, um über den einzelnen See hinauszudenken.


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Thorsten Trojan

Thorsten Trojan

Freier Autor, Angelexperte

Thorsten Trojan ist der Angelboot-Experte des BOOTE Magazins. Als Hersteller von Aluminium-Arbeits- und Angelbooten und als Partner internationaler Marken kennt er die gesamte Kette: von der ersten Skizze über den Bau in der Werkstatt bis zum Härtetest auf Nordsee, Rhein oder Fjord. Gleichzeitig ist er als Organisator großer Raubfisch-Events und Turniere tief in der Angelszene verwurzelt und im ständigen Austausch mit Profis, Guides und ambitionierten Freizeitanglern. Die Kombination aus Handwerk, Technikverständnis und gelebter Praxis macht ihn zu einem profilierten Kenner dieser Nische.

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