DänemarkMuringbojen im Sturm vertrieben – Warnung an Skipper

Antonia von Lamezan

 · 02.07.2026

Bei einem Gewittersturm am haben sich in dänischen Gewässern mehrere Muringbojen verlagert.  Wer eine Muringboje anläuft, sollte die Wassertiefe direkt an der Boje mit dem Echolot prüfen und einen Ankeralarm setzen.
Foto: YACHT/ Nico Krauss
Bei einem Gewittersturm am vergangenen Wochenende (27./28.06.2026) sind mehrere Muringbojen in dänischen Gewässern vertrieben. Danske Tursejlere warnt Skipper und nimmt betroffene Bojen vorübergehend aus der App „Blå Oplevelser“. Wer ein Boje anläuft soll auf eine ruhige Wetterlage achten, den Tiefgang im Auge behalten und sorgfältig kontrollieren ob die Boje hält.

Der Verband Danske Tursejlere reagierte sofort. Die betroffenen Bojen sollen schnellstmöglich kontrolliert und wieder korrekt positioniert werden. Dann würden sie umgehend wieder in der App „Blå Oplevelser“ erscheinen.

Für Wassersportler ist das ein wichtiger Sicherheitshinweis: Wer eine Muringboje anläuft, sollte die Wassertiefe direkt an der Boje mit dem Echolot prüfen und einen Ankeralarm setzen. Außerdem raten die Betreiber, die Bojen nur bei ruhigen Bedingungen und möglichst bei ablandigem Wind zu nutzen. Grundsätzlich gilt an den Bojen dieselbe Sorgfaltspflicht wie beim freien Ankern.

Konstruktion und Belastungsgrenzen der Bojen

Nach Angaben von Danske Tursejlere liegen die Muringbojen üblicherweise in einer Wassertiefe von 2,5 bis 3,0 Metern. In Ausnahmefällen kann sich eine Boje allerdings verschieben, etwa nach Starkwind oder wenn zu große Boote sie bei ungünstigen Bedingungen nutzen.

Die Muringbojen sind an einer rund zehn Meter langen, 13 Millimeter starken Kette ausgebracht und mit einem Ringanker von etwa 100 Kilogramm gesichert. Unter ruhigen Wetterbedingungen sind sie darauf ausgelegt, Boote bis 15 Tonnen Gewicht zu halten. Bei stärkerem Wind, Schwell oder Wellen sollten sie dagegen nicht genutzt werden, da ein sicherer Halt unter diesen Zusatzkräften nicht garantiert ist.

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Wer feststellt, dass sich eine Boje offenbar verlagert hat, wird gebeten, dies per E-Mail an info@dansketursejlere.dk zu melden.


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Mehr als 300 Muringbojen entlang der dänischen Küsten

Das dänische Muringojen-System richtet sich vor allem an Fahrtensegler und Tourenmotorbootfahrer, die unterwegs eine Pause einlegen oder außerhalb eines Hafens übernachten möchten.

Entlang der dänischen Küsten stehen nach Angaben der Betreiber mehr als 300 Muringbojen zur Verfügung. Sie werden von Danske Tursejlere und dem Dansk Sejlunion getragen und liegen an ausgewählten Positionen in dänischen Fahrwassern im ganzen Land.

In der App „Blå Oplevelser“ sind neben den Positionen auch Revierhinweise, Hafeninformationen und Tipps zu Zielen in der Umgebung abrufbar.

Nutzung nur für Mitglieder, klare Regeln an der Boje

Die Muringbojen dürfen von Mitgliedern von Danske Tursejlere und Dansk Sejlunion genutzt werden. Vorgesehen ist, dass berechtigte Boote einen entsprechenden Stander führen oder einen sichtbaren Aufkleber an Bord haben.

Für die Nutzung gelten klare Rahmenbedingungen:

  • Maximale Belastung: 15 Tonnen pro Boje.
  • Mehrere Boote dürfen gemeinsam festmachen, sofern das Gesamtgewicht die Grenze nicht überschreitet.
  • Eine Boje darf höchstens 24 Stunden belegt werden und muss danach freigemacht werden.
  • Liegt bereits ein Boot an der Boje, entscheidet dieses Schiff über die Art des Festmachens eines weiteren Bootes (Längsseits, Bug/ Heck). Später eintreffende Crews sollten ausreichend Fender ausbringen

​Wartung und Kontrolle im Frühjahr

Ein Großteil der Muringbojen von Danske Tursejlere bleibt auch über den Winter im Wasser. Im Frühjahr werden sie vom Bojenschiff kontrolliert; dabei werden insbesondere Ketten, Schäkel und der Anker geprüft. Bojen, die von einzelnen Clubs betreut werden, werden teilweise für den Winter eingeholt, an Land gewartet und vor Beginn der neuen Saison wieder ausgelegt.

Bojen sind kein Ersatz für einen geschützten Hafen

Wichtig bleibt: Die Muringbojen sind kein Liegeplatz für alle Bedingungen und ersetzen keinen Hafen bei schlechtem Wetter. Sie sind für ruhiges Wetter ausgelegt und eher für kleinere Yachten mit geringem Tiefgang gedacht. Vor dem Festmachen sollten Skipper deshalb stets den aktuellen Wetterbericht, mögliche Winddrehungen, den Wasserstand und die tatsächliche Tiefe an der Boje prüfen.

Die Nutzung erfolgt grundsätzlich auf eigenes Risiko. Für Schäden an Boot oder Besatzung übernehmen die Verbände und die betreuenden Clubs keine Haftung.


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Antonia von Lamezan ist gebürtige Hamburgerin und studierte Kultur- sowie Sozialwissenschaftlerin (Lüneburg/Kopenhagen). Obwohl die Seefahrt zur Familiengeschichte gehört, fand sie den eigenen Weg aufs Wasser erst als Erwachsene – dann jedoch mit voller Begeisterung und Konsequenz: Innerhalb eines Jahres absolvierte sie alle für die Langfahrt erforderlichen Scheine, tauschte das geregelte Stadtleben gegen das eigene Boot und segelte zwei Jahre lang auf eigenem Kiel durch Europa. Als Volontärin in der Redaktion verbindet sie nun fachlichen Hintergrund mit ihrer Leidenschaft für das Meer, Boote und das Schreiben.

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