DeutschlandMaritime Museen – sechs Highlights

Jill Grigoleit

 · 27.12.2025

Außenansicht des Internationalen Maritimen Museums in Hamburg
Foto: IMM Hamburg
Maritime Museen gibt es viele in Deutschland; alle erzählen Geschichte oder Geschichten zu einem Thema rund ums Wasser - von der Historie über die Technik bis hin zu Natur und Umweltschutz. Verteilt sind sie über die ganze Republik. Nach unserer Gesamtübersicht stellen wir nun sechs Ausstellungen an den Küsten und im Binnenland genauer vor.

1. Internationales Maritimes Museum, Hamburg

Auf neun Ausstellungsdecks werden 3000 Jahre Schifffahrtsgeschichte gezeigt – von der Zeit der großen Entdecker bis zur modernen Seefahrt. Historische Globen und Seekarten zeigen, wie sich das Weltbild im Laufe der Jahrhunderte veränderte. Im historischen Kaispeicher B, Hamburgs ältestem erhaltenen Speicher, findet man die größte maritime Privatsammlung der Welt. Ein Highlight sind die wertvollen Schiffsmodelle aus Gold, Silber oder Bernstein und die Knochenschiffe aus der Zeit der Napoleonischen Kriege.

Von der Steinzeit bis heute spiegelt der Schiffbau stets die technischen Möglichkeiten seiner Epoche: Ein Jahrtausende alter, mit einfachsten Werkzeugen ausgehöhlter Baumstamm aus der Elbe bei Geesthacht ist das älteste im Museum gezeigte Exponat des Museums. Von den Anfängen der Navigation und Kommunikation auf hoher See bis zur modernen Containerschifffahrt decken die neun Decks daneben alles ab, was es zur Geschichte der Seefahrt und des Schiffbaus zu erfahren gibt.

Im Schiffsführungssimulator kann zudem jeder einmal Kapitän sein und ein großes Containerschiff oder Kreuzfahrtschiff in die drei zur Wahl stehenden Häfen Hamburg, Rotterdam oder Singapur steuern. Jeden Mittwoch und Sonntag um 12.00 Uhr und 14.00 Uhr. Treffpunkt auf Deck 1. Anmeldung an der Kasse.

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Adresse: Internationales Maritimes Museum, Kaispeicher B, Koreastr. 1, 20457 Hamburg, Tel. 040-30092300.

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2. Deutsches Marinemuseum, Wilhelmshaven

Das deutsche Marinemuseum beherbergt die größte Ausstellung zur Geschichte der deutschen Seestreitkräfte von 1948 bis in die Gegenwart. Zur Dauerausstellung gehören unter anderem Deutschlands größtes Museumskriegsschiff, der Lenkwaffenzerstörer D 186 “Mölders”, der sich von 1969 bis 2003 im aktiven Dienst befand, und das Küsten-U-Boot “U-10” der Bundesmarine.

Außerdem beheimatet der Museumshafen in Wilhelmshaven eines der wenigen Großexponate der Volksmarine der ehemaligen DDR, die noch erhalten sind, das kleine Torpedoschnellboot 952 vom Typ Libelle. Im Wilhelmshavener Stadtgebiet weisen Informationstafeln auf die Geschehnisse rund um die Revolution 1918/1919 hin, die mit einer Meuterei der Matrosen am damals größten deutschen Marinestützpunkt begann.

Adresse: Südstrand 125, 26382 Wilhelmshaven, Tel.: 04421-400840. www.marinemuseum.de

3. Ozeaneum, Stralsund

Seit 15 Jahren lädt das Ozeaneum auf der Stralsunder Hafeninsel mit seinen Ausstellungen und 50 zum Teil riesigen Meerwasseraquarien zur Unterwasserreise durch die nördlichen Meere ein. Die Fassade des Museumsgebäudes aus Schiffsstahl soll an vom Wind aufgeblähte Segel erinnern. Zu den Highlights gehören die 20 Meter hohe Halle der Ausstellung „1:1 Riesen der Meere“, die originalen Walskelette und die Humboldt-Pinguine auf der Dachterrasse.

Adresse: Hafenstr. 11, 18439 Stralsund, Tel.: 03831-2650610. www.ozeaneum.de

4. Deutsches Schifffahrtsmuseum, Bremerhaven

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum zeigt, wie Schiffe unsere Weltsicht prägten, erzählt von den Anfängen der Forschungsschifffahrt, von Schiffsuntergängen und präsentiert einzigartige Exponate, wie die über 600 Jahre alte „Bremer Kogge“, das weltweit am besten erhaltene Handelsschiff des Mittelalters. In der Dauerausstellung erfährt man alles über das Leben an Bord und die Bauweise des Schiffswracks von 1380.

Weitere Highlights sind der Hochsee-Bergungsschlepper “Seefalke”, der einstige Walfänger “Rau IX” und der Hafenschlepper “Stier” im Museumshafen.

Sonderausstellung „Still Stehen – Seeleute und Geflüchtete in der Pandemie": Fünf Jahre nach Beginn der COVID-19-Pandemie beleuchtet sie die Erfahrungen von Seeleuten und Geflüchteten in dieser Zeit. Dafür werden Forschungsergebnisse in einen tunnelartigen Erfahrungsraum überführt: Die Ausstellung lässt die Besuchenden die Enge und Isolation nachempfinden, die Seeleute und Geflüchtete während der Pandemie erlebt haben. 7. August 2025 bis zum 1. März 2026

Adresse: Hans-Scharoun-Platz 1, 27568 Bremerhaven, Tel.: 0471-482070. www.dsm.museum
(Die Schiffe im Museumshafen öffnen nach der Winterpause wieder am 15.03.2026)

5. Deutsches Binnenschifffahrtsmuseum, Duisburg

Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in der ehemaligen Ruhrorter Badeanstalt am größten Binnenhafen der Welt, erzählt von der Entwicklung der Frachtschifffahrt auf Flüssen und Kanälen von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Auf drei Etagen gibt es viele detailgetreue Modelle und zahlreiche Exponate zum Anfassen. Ein Erlebnisweg führt vom Museum entlang des Leinpfads zu den Museumsschiffen, die unterhalb der Schifferbörse in Ruhrort vor Anker liegen: Eines davon ist der Seitenradschleppdampfer „Oscar Huber“ von 1922, der als einziger Radschleppdampfer auf dem Rhein der Verschrottung entging. Direkt daneben liegen der Eimerkettendampfbagger „Minden“ (1882) und das Kranschiff „Fendel 147“ (1922).

Adresse: Apostelstr. 84, 47119 Duisburg-Ruhrort, Tel.: 0203-808890, www.binnenschifffahrtsmuseum.com

6. Museum für Antike Schifffahrt, Mainz

Das Museum für Antike Schifffahrt in Mainz zeigt die Vielfalt antiker Wasserfahrzeuge von einfachen Booten und Kanus über Handelsschiffe bis hin zu militärischen Patrouillen- und Schlachtschiffen. Das Herzstück der Ausstellung bilden die 1981/82 in Mainz gefundenen spätrömischen Schiffswracks. Zwei von ihnen sind im Maßstab 1:1 mit allen Details nachgebaut worden und neben den originalen Wracks zu besichtigen.

Dank moderner Medieninstallationen und 3D-Anwendungen kann man das versunkene Wrack eines antiken Handelsschiffes virtuell erkunden. Ein weiterer Teil der Ausstellung widmet sich der Geschichte des Schiffbaus, angefangen bei den Einbäumen der Steinzeit. Eine Besonderheit des Museum sind die Werkstätten, die durch Fenster mit den Ausstellungsräumen verbunden sind. So können die Besucher den Restauratoren und Modellbauern direkt bei der Arbeit zusehen.

Adresse: Museum für Antike Schifffahrt des LEIZA, Neutorstraße 2b, 55116 Mainz, Tel.: 06131-88850. www.mainz.de > Antike Schifffahrt


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