Nord-Ostsee-KanalIm Juli zweimal voll gesperrt

Eine Yacht biegt vom NOK in die Zufahrt zur Gieselau-Schleuse ab – ein perfekter Platz für die Nacht
Foto: YACHT/A. Lindlahr
Sportbootfahrer, die im Juli den Nord-Ostsee-Kanal befahren möchten, sollten mit Einschränkungen rechnen. Mitte Juli wird der Kanal vollständig gesperrt: zunächst wegen Verladearbeiten in Rendsburg, anschließend wegen des Brückenbaus an der Rader Hochbrücke. Wer früh genug plant, findet entlang der Strecke attraktive Liegeplätze zum Warten – oder umgeht die Sperrzeiten ganz.

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​Das Wasser- und Schifffahrtsamt Nord-Ostsee-Kanal hat für den kommenden Monat mehrere Bekanntmachungen veröffentlicht: Am 14. Juli wird der Kanal zwischen Kilometer 61,2 und 62,6 bei Rendsburg für neun Stunden wegen Verladearbeiten im Hafen Rendsburg gesperrt. Nur einen Tag später folgt die nächste Vollsperrung zwischen Kilometer 67,2 und 69,6 an der Rader Hochbrücke. Sie dauert 16 Stunden, von Montagabend bis Dienstagmorgen. Wer in dieser Zeit auf dem NOK unterwegs ist, sollte seine Route sorgfältig planen.

Rendsburg: Neun Stunden Vollsperrung wegen Verladearbeiten

Am 14. Juli wird von 07:00 bis 16:00 Uhr die Teilstrecke zwischen Kilometer 61,2 und 62,6 für die durchgehende Schifffahrt gesperrt. Grund sind Verladearbeiten im Hafen von Rendsburg, dem für internationalen Schiffsverkehr zugelassenen Hafen direkt am Nord-Ostsee-Kanal. Der Kreishafen Rendsburg ist ein moderner Industriehafen mit leistungsfähigen Umschlaganlagen. Wenn dort schwere Lasten über den Kanal bewegt werden müssen, bleibt die Wasserstraße geschlossen.

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Für Sportbootfahrer bedeutet das: Wer am 14. Juli unterwegs ist, muss entweder vor 7 Uhr morgens durch Rendsburg sein – oder sich auf eine längere Wartezeit einstellen. Die gute Nachricht: Rendsburg und Umgebung bieten attraktive Liegemöglichkeiten.

Rader Hochbrücke: 16 Stunden Sperrung für Brückenbau

Noch länger dauert die Sperrung an der Rader Hochbrücke. Von Montag, 15. Juli, 17:00 Uhr bis Dienstag, 16. Juli, 09:00 Uhr ist die Teilstrecke zwischen Kilometer 67,2 und 69,6 komplett dicht. Grund sind Einhubarbeiten an der neuen Rader Hochbrücke, einem der größten Infrastrukturprojekte in Schleswig-Holstein.

Die alte Rader Hochbrücke der Autobahn A7 über den Nord-Ostsee-Kanal wird durch einen Neubau ersetzt. Das gigantische Projekt kostet 840 Millionen Euro und läuft bis zur geplanten Fertigstellung 2030 in drei Bauphasen. Immer wieder sind dabei kurzzeitige Sperrungen notwendig, wenn Fahrbahnträger über den Kanal eingehoben werden. Die Brückenteile sind so groß und schwer, dass während des Einhubs kein Schiffsverkehr möglich ist.

Wer am Montag, 15. Juli nachmittags auf dem NOK unterwegs ist, sollte bis 17 Uhr entweder westlich von Kilometer 67,2 oder östlich von Kilometer 69,6 sein. Ansonsten heißt es: Festmachen und bis Dienstagmorgen warten.

Warum nicht mal ein Weilchen bleiben?

Die gute Nachricht: Rund um die gesperrten Abschnitte gibt es mehrere attraktive Liegemöglichkeiten. In unserer Bildergalerie oben sind die schönsten Spots zu sehen.

Gieselaukanal (NOK-Kilometer 40,5): Einer der beliebtesten Plätze des Kanals und ideal für die Rendsburg-Sperrung. Man biegt bei Kilometer 40,5 eine halbe Meile landeinwärts ab und liegt malerisch vor der hübschen Schleuse samt Hebebrücke, umgeben von Bäumen und Feldern. Das Ganze längsseits an Stegen in einer paradiesisch anmutenden Ruhe. Crews klönen, Grills werden angefeuert, im Sommer sind die 20 bis 30 Plätze manchmal allesamt belegt. Die fast mittige Lage im Nord-Ostsee-Kanal macht sie als Stopp ideal. Nur wenn ein richtig dicker Pott passiert, lässt er den Wasserstand im Kanal schlagartig um etwa 50 bis 60 Zentimeter steigen und kurz darauf wieder fallen – das Boot ruckt dann in die Leinen.

Büdelsdorfer Yachtclub: Die kleine Anlage mit ihrem überaus freundlichen Hafenmeister liegt nordöstlich am anderen Ufer und ist sehr empfehlenswert. Diverse Supermärkte zur Versorgung sind hinter einem Wäldchen versteckt, man sitzt mit Blick auf den Kirchturm Rendsburgs und die Masten der Marina gegenüber. Bei starkem Nordwind ist dieser Liegeplatz ruhiger als der Gieselaukanal.

Borgstedter See (NOK-Kilometer 70): Der See hat zwei Einfahrten – eine kurz vor, eine hinter der Autobahn-Hochbrücke. Am Borgstedter See befinden sich die Stege des Yachtservice Schreiber, eine kleine, aber fein ausgestattete Anlage, die, obwohl nur wenige hundert Meter vom Nord-Ostsee-Kanal entfernt, geschützt liegt. Weiter östlich im See liegt die Anlage des Borgstedter Yachtclubs. Die nahe Autobahn hört man allerdings je nach Wind deutlich. Dieser Liegeplatz ist perfekt positioniert zwischen beiden Sperrungen.

Flemhuder See (NOK-Kilometer 85,4): Der idyllische einzige Ankerplatz des NOK. Das Gewässer geht etwa zwei- bis dreihundert Meter tief hinein, zwischen den ausgelegten Reedetonnen kann geankert oder an den Dalben mit Leinen zum Bug- und Heckpfahl festgemacht werden. Trotz der Nähe zum Kanal und dem dortigen Konvoi der Frachter liegt man regelrecht beschaulich. Schwell gibt es kaum, einem ruhigen Abend steht nichts im Weg. Versorgung gibt es allerdings keine vor Ort. Dieser Spot liegt östlich der Rader Hochbrücke und ist ideal für alle, die die Sperrung dort aussitzen möchten.

Dückerswisch (NOK-Kilometer 20,7): Wer westlich der Rendsburg-Sperrung warten muss und mit einem Sundowner im Cockpit die dicken Pötte aus nächster Nähe bestaunen möchte, macht an der Weiche Dückerswisch an Bug- und Heckpfählen fest. Die Pfähle finden sich in einer kleinen Ausbuchtung hinter einer Landzunge. Es gibt zwar Schwell, der Blick auf den Verkehr ist aber wahrlich spektakulär.

Wartesteg Holtenau: Vor der Schleuse in Holtenau befindet sich innen der Wartesteg für Yachten, an dem Crews auch übernachten dürfen. Ideal für alle, die östlich der Rader Hochbrücke auf die Öffnung am Dienstagmorgen warten.

Gieselaukanal (NOK-Kilometer 40,5): Der Gieselaukanal zweigt bei Kilometer 40,5 vom Nord-Ostsee-Kanal nach Nordwesten ab. Rund 800 Meter hinter der Einfahrt befinden sich Anlegestellen direkt vor der Schleuse. Ein idyllischer Liegeplatz abseits des Trubels auf dem Hauptkanal, gut geeignet für eine längere Pause.

Flemhuder See (NOK-Kilometer 85): Die Ankerplätze am Flemhuder See bieten eine idyllische Liegemöglichkeit in direkter Nähe zum Nord-Ostsee-Kanal. Der flache See liegt östlich der Rader Hochbrücke und ist ein beliebter Spot für Crews, die eine ruhige Nacht verbringen wollen.

Rendsburg: In Rendsburg selbst gibt es zwei Marinas mit Gastliegeplätzen: Den Yachthafen Rendsburg/Regattaverein Rendsburg und die Eider Marina. Beide verfügen über eine Rendsburg ist eine sehenswerte Stadt mit der berühmten Eisenbahnhochbrücke und der Schwebefähre – perfekt für einen längeren Aufenthalt.

Alte Eider: Wer mehr Zeit hat, kann über den Gieselaukanal in die Alte Eider abbiegen. Die Eider ist ein reizvolles Nebenrevier mit mehreren Häfen und Ankerplätzen.

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Ursula Meer

Ursula Meer

Redakteurin Panorama und Reise

Ursula Meer ist Redakteurin für Reisen, News und Panorama. Sie schreibt Segler-Porträts, Reportagen von Booten, Küsten & Meer und berichtet über Seenot und Sicherheit an Bord. Die Schönheit der Ostsee und ihrer Landschaften, erfahren auf langen Sommertörns, beschrieb sie im Bildband „Mare Balticum“. Ihr Fokus liegt jedoch auf Gezeitenrevieren, besonders der Nordsee und dem Wattenmeer, ihrem Heimatrevier.

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