NordseeZwei neue Sperrgebiete am Jade-Fahrwasser

Ursula Meer

 · 30.04.2026

Nordsee: Zwei neue Sperrgebiete am Jade-FahrwasserFoto: Jozef Kubica
Neben den Sperrgebieten rings um die LNG-Terminals wurden in der Jade nun zwei weitere Sperrgebiete eingerichtet.
An der Jade gibt es zwei neue Sperrgebiete. Bis Ende 2027 müssen Sportbootfahrer die Bereiche umfahren. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee hat die Flächen für ein Forschungsvorhaben gesperrt – wichtige Hinweise für Sportbootfahrer.

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​Seit dem 28. April gelten in der Jade zwei neue Sperrgebiete zu Forschungszwecken. Die Bereiche liegen zwischen Hooksiel und Wilhelmshaven, nahe am roten Tonnenstrich des Fahrwassers, und sind zunächst bis zum 31. Dezember 2027 für die Sportschifffahrt gesperrt. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Weser-Jade-Nordsee hat die Wassersportvereine in der Region bereits informiert. Die ersten Rückmeldungen fallen positiv aus: „Bis jetzt halten die Sportbootfahrer sich auch ganz brav daran“, sagt Xenia Dirksen vom WSA. Trotzdem ist jetzt besondere Aufmerksamkeit gefragt.

Testkäfige werden am 8. Mai ausgelegt

Die Bereiche sind nicht mit Sperrgebietstonnen gekennzeichnet und eine Betonnung ist auch nicht vorgesehen. Allerdings werden ab dem 8. Mai insgesamt zehn Testkäfige ausgelegt – je fünf pro Feld. "Diese Käfige liegen auf dem Meeresboden", erklärt Dirksen. Um die Forschungsausrüstung später wiederzufinden, werden die Käfige mit Schwimmbojen versehen, die voraussichtlich gelb sein werden. Auch ohne gesonderte Kennzeichnung tun Sportbootfahrer gut daran, die Sperrgebiete zu beachten; das Befahren stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.

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Die beiden Forschungsgebiete liegen auf den folgenden Koordinaten:

Gebiet 1:

- 53°38,849'N / 008°07,794'E

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- 53°38,897'N / 008°07,917'E

- 53°38,398'N / 008°08,292'E

- 53°38,446'N / 008°08,415'E

Gebiet 2:

- 53°38,194'N / 008°09,200'E

- 53°38,187'N / 008°09,186'E

- 53°38,115'N / 008°09,126'E

- 53°37,990'N / 008°09,166'E

- 53°37,892'N / 008°09,477'E

- 53°37,910'N / 008°09,511'E

- 53°38,058'N / 008°09,400'E

Ausgenommen vom Befahrensverbot sind ausschließlich Fahrzeuge, die mit der Durchführung des Vorhabens beauftragt sind, sowie hoheitlich eingesetzte Fahrzeuge und Rettungsfahrzeuge. Ankern und Fischen sind in beiden Gebieten untersagt.

Appell: Auch Sperrgebiete an LNG-Terminals beachten

Was genau erforscht wird, wurde auf Nachfrage bisher nicht mitgeteilt. Dirksen verweist auf den zuständigen Auftraggeber: "Es ist jedenfalls eine beauflagte Maßnahme, die gesetzlich umgesetzt werden muss. Insofern gibt es keine Ausweichmöglichkeiten."

Die WSA-Mitarbeiterin nutzt die Gelegenheit für einen wichtigen Appell an alle Wassersportler, die aus Hooksiel auslaufen: "Bitte beachten Sie auch das Sperrgebiet rund um die LNG-Terminals." Seit Dezember 2022 ist das erste LNG-Terminal in Betrieb, ein zweites folgte 2025. Immer wieder würden Sportbootfahrer – teils unbeabsichtigt – zu nah an die Tanker oder die Terminals heranfahren.

Im Fahrwasser der Jade müssen zudem alle Boote mindestens eine Seemeile Abstand zu vorausfahrenden oder nachfolgenden LNG-Tankern halten, die die Terminals beliefern. Die Tanker sind am ehesten daran zu erkennen, dass sie meist von Schleppern und der Wasserschutzpolizei begleitet werden. Im Zweifel geben AIS oder der Revierfunk "Jade Traffic" (Außenjade Kanal 63, Innenjade Kanal 20) Auskunft. Der Revierfunk sollte grundsätzlich abgehört werden.

Auf der Jade wird es enger

Die beiden neuen Sperrgebiete liegen an Engstellen in der Jade. Besonders das Sperrgebiet vor Hooksiel liegt für Sportbootfahrer eher ungünstig: um den Sperrzonen vor den LNG-Terminals auszuweichen, wechseln viele hinter den Tonnenstrich auf der gegenüberliegenden Fahrwasserseite - und landen dann im Zweifel genau im neuen Sperrgebiet. Die neuen Forschungsgebiete sind zudem nicht die einzigen Änderungen, die Sportbootfahrer auf der Jade beachten müssen. So gilt in Wilhelmshaven seit Dezember 2025 eine neue Hafenbenutzungsordnung für den Vorhafen zur Seeschleuse, die sogenannte Vierte Einfahrt. Jedes Fahrzeug mit Schleusenabsicht muss sich vor dem Einlaufen bei der Seeschleuse anmelden. Die Küstenfunkstelle "Wilhelmshaven Lock" ist während der Schleusenbetriebszeiten auf den UKW-Kanälen 13 und 16 empfangsbereit.

Der Vorhafen ist Marinegebiet – die Passage zur Schleuse darf nur im Korridor 100 Meter beidseits der Richtlinie bei mäßiger Geschwindigkeit erfolgen. Festmachen ist verboten. Sportboote mit Schleusungsabsicht müssen daher draußen auf der Jade vor dem Hafenbecken auf die Öffnung der Schleuse warten. Zusammen mit den Sperrgebieten an den LNG-Terminals, der vorgeschriebenen Seemeile Abstand zu LNG-Tankern im Fahrwasser und nun den beiden neuen Forschungsgebieten wird der verfügbare Raum für Sportboote auf der Jade zunehmend knapper. Eine gründliche Törnvorbereitung mit aktuellen Seekarten und aufmerksamem Revierfunkhören ist wichtiger denn je.

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Ursula Meer

Ursula Meer

Redakteurin Panorama und Reise

Ursula Meer ist Redakteurin für Reisen, News und Panorama. Sie schreibt Segler-Porträts, Reportagen von Booten, Küsten & Meer und berichtet über Seenot und Sicherheit an Bord. Die Schönheit der Ostsee und ihrer Landschaften, erfahren auf langen Sommertörns, beschrieb sie im Bildband „Mare Balticum“. Ihr Fokus liegt jedoch auf Gezeitenrevieren, besonders der Nordsee und dem Wattenmeer, ihrem Heimatrevier.

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