Die 40. Ausgabe des landesweiten Denkmaltags in den Niederlanden steht unter dem Motto „Veerkrachtig erfgoed, in tijden van onzekerheid“ – widerstandsfähiges Erbe in unsicheren Zeiten. Landesweit beteiligen sich nach Angaben der Veranstalter rund 6.000 Denkmäler. Rijkswaterstaat öffnet sechs Anlagen, die vom IJsselmeer bis Zeeland ein gut erreichbares Programm für Crews auf einem Spätsommertörn ergeben. Die Öffnungszeiten gelten nur am Samstag, 12. September, oder Sonntag, 13. September 2026, und die Anlagen sind teils nur eingeschränkt barrierefrei zugänglich.
Das Stau- und Schleusenensemble Grave in der Maas besteht aus zwei Schleusenkammern und einer Straßenbrücke. Das Wehr ging 1929 gemeinsam mit der ersten Schleuse in Betrieb. Seine Besonderheit: In den Niederlanden bildet es als einziges Wehr eine Einheit mit der darüberliegenden Verkehrsbrücke.
Am Sonntag, 13. September, ist die Anlage von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Besucher können über die Kranbahn gehen und erhalten Erläuterungen zur Funktion des Komplexes. Treffpunkt ist Veerstraat in Nederasselt; die Parkmöglichkeiten sind begrenzt. Wegen Treppen und der Höhe der Geländer gilt der Besuch nicht uneingeschränkt als barrierefrei. Für Kinder unter 1,20 Meter ist der Zugang aus Sicherheitsgründen nur unter Begleitung von Erwachsenen möglich.
Die Haringvlietsluizen gehören zum Haringvlietdam und damit zum sechsten Bauwerk der Deltawerke. Die Anlage schützt vor Nordseewasser und führt zugleich Flusswasser ab. Beim Open Monumentendag führt eine rund zweistündige Tour durch sonst wenig zugängliche Bereiche. Zum Abschluss geht es in einen Atombunker aus der Zeit des Kalten Krieges.
Die Führungen laufen am Samstag, 12. September, von 10 bis 16 Uhr; der letzte Rundgang beginnt gegen 15 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Anlage am Haringvlietplein 2 in Stellendam ist jedoch nicht barrierefrei. Für Familien gibt es während der Führung eine Rätselrallye. Wer danach weiter nach Zeeland möchte, findet in unserem Artikel Sieben Provinzen, sieben Städte - Zierikzee in Zeeland Anregungen für die weitere Route.
Am Samstag, 12. September, öffnen gleich drei Leuchttürme von Rijkswaterstaat. Sie stehen für sehr unterschiedliche Küsten- und Binnenreviere.
Der Leuchtturm Noordwijk wurde ab 1922 gebaut; am 1. August 1923 wurde sein Licht erstmals entzündet. Die damalige Optik für Schifffahrt und Luftfahrt war so ausgelegt, dass das Licht bis zu 33 Kilometer weit sichtbar war. Seit 1953 diente der Turm als Küstenwachtstation, seit 1988 läuft der Betrieb automatisiert.
Geöffnet ist von 11 bis 16 Uhr. Der Besuch erfolgt selbstständig entlang von Informationstafeln, historischen Fotos und Objekten. Kostenlose Eintrittskarten gibt es am Veranstaltungstag ab 10 Uhr direkt am Turm an der Koningin Wilhelmina Boulevard 34. Wegen der begrenzten Kapazität werden Zeitfenster vergeben.
Noch heute begleitet der 1844 gebaute Leuchtturm die Schifffahrt auf IJssel- und Markermeer. Er ist dort eine Ausnahme: Nicht die Lampe dreht sich, sondern die Linse – eine Drehlinsenoptik. Die Tragweite wird mit 33 Kilometern angegeben. Bei der Besichtigung können Besucher eine Optik aus der Nähe sehen und anhand einer dreidimensionalen Seekarte der ehemaligen Zuiderzee nachvollziehen, weshalb Urk für die Navigation so wichtig war.
Der Turm am Wijk 3-80 öffnet am Samstag von 10 bis 16 Uhr ohne Anmeldung. Wer die 65 Stufen aufsteigt, wird mit einem grandiosen Blick über Marker- und IJsselmeer belohnt. Praktische Hinweise für die Wasserwege, Häfen und Ansteuerungen liefert der BOOTE-Revierbeitrag zu IJssel- und Markermeer.
In Westkapelle lassen sich zwei sehr verschiedene Seezeichen verbinden. Het Lage Licht wurde im Juli 2026 150 Jahre alt. Eine Fotoausstellung zeigt seine Geschichte von 1900 bis heute; im Turm sind außerdem Informationen zu Schifffahrt, Deichunterhaltung und eine KNRM-Ausstellung zu sehen. Geöffnet ist von 10 bis 16 Uhr am Zeedijk 5. Weil nur 15 Besucher gleichzeitig nach oben dürfen, sind Wartezeiten möglich.
Het Hoge Licht ist älter: Seit 1818 dient der Turm als Orientierungspunkt an der Küste Walcherens. Hochwasser, Brand und Krieg haben seine Geschichte geprägt. Von 10 bis 16 Uhr können Besucher am Zuidstraat 1 die Ausstellung zur Turmgeschichte, einen Film und auf der sechsten Etage den Blick über Ort und Küste erleben. Auch hier ist der Zugang wegen der Treppen nicht barrierefrei. Zwischen beiden Türmen liegt etwa eine halbe Stunde Fußweg. Wer den Bezug zur heutigen Seenotrettung vertiefen möchte, findet hier Hintergründe zur KNRM in den Niederlanden.
Die aktuellen Details zu allen sechs Stationen, einschließlich Adressen und Zugangshinweisen, veröffentlicht Rijkswaterstaat im Programm zum Open Monumentendag 2026. Das landesweite Angebot und weitere geöffnete Denkmäler führt die Organisation des Open Monumentendag.
Törnführer Holland 1 führt durch Zeeland und die südlichen Provinzen der Niederlande. Der Band ergänzt den Besuch der Haringvlietsluizen und der beiden Westkapeller Leuchttürme um die Perspektive vom Wasser: Karten, Routen und Hinweise zu Schleusen- und Brückenöffnungen helfen bei der Planung von Landgängen entlang der Wasserwege. Auch Anlegestellen sowie örtliche Ziele werden beschrieben, sodass sich der Denkmaltag in eine konkrete Törnroute einfügen lässt.
Törnführer Holland 2 konzentriert sich auf IJsselmeer, Friesland, Waddenzee und die nördlichen Provinzen. Damit passt er besonders zu Urk und zu Törns, bei denen Wasserbauwerke, Brücken und Schleusen nicht nur Ausflugsziele, sondern Teil der Passage sind. Farbkarten, Hafeninformationen und Angaben zu Brückenhöhen unterstützen die Vorbereitung.
Welche dieser Anlagen würden Sie auf einem Niederlande-Törn gerne für einen Landgang ansteuern?

Redakteurin Reise
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