Pilotprojekt auf der TraveFunkverkehr in englischer Sprache

Ursula Meer

 · 30.05.2026

Pilotprojekt auf der Trave: Funkverkehr in englischer SpracheFoto: Yacht/Nils Günter
Das Funkgerät richtig zu bedienen ist das Eine - aber dann ausschließlich auf Englisch zu kommunizieren ist für viele Skipper eine Herausforderung.
​​Ein ungewöhnlicher Versuch auf der Trave: Ab 1. Juni kommuniziert die Revierzentrale vorrangig auf Englisch. Das dreijährige Pilotprojekt des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Ostsee hat einen ernsten Hintergrund.

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​Die Verkehrszentrale Travemünde startet ein dreijähriges Experiment: Im Funkverkehr soll künftig hauptsächlich Englisch gesprochen werden. Grund sind Sicherheitsbedenken nach Seeunfällen, bei denen Sprachbarrieren eine Rolle spielten. Doch wer jetzt glaubt, seine Englischkenntnisse auffrischen zu müssen, kann sich zurücklehnen. Man spricht auch weiterhin Deutsch.

​Do you speak English?

Diese Frage dürften sich ab dem 1. Juni 2026 einige Skipper auf der Trave stellen. Denn das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Ostsee startet ein ungewöhnliches Pilotprojekt: „Trave Traffic" kommuniziert für die nächsten drei Jahre primär auf Englisch. Betroffen davon sind ausschließlich Fahrzeuge auf der Trave oder mit einem Ziel an der Trave.

​Hinter dem Sprachwechsel steckt keine Laune, sondern eine ernsthafte Sicherheitsüberlegung. Denn in verschiedenen deutschen Küstenrevieren haben sich Sprachbarrieren als begünstigende Faktoren bei Seeunfällen herausgestellt. Informationen gingen verloren oder kamen verfälscht an. Da auf den Brücken der Berufsschifffahrt ohnehin meist Englisch gesprochen wird, soll nun getestet werden, ob die direkte englische Kommunikation die Sicherheit erhöht. Denn damit kann die gesamte Brückenbesatzung mithören und Gegenkontrollieren - Stichwort „Vier-Ohren-Prinzip" und klarer Informationsfluss.

Das Projekt wird zunächst getestet, dann beobachtet und im Anschluss ausgewertet, um zu prüfen, ob Englisch als Reviersprache langfristig und flächendeckend dazu beitragen kann, die Sicherheit im Schiffsverkehr weiter zu verbessern.

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Mit dem Vorhaben möchte das WSA die Verkehrsteilnehmer nicht einschränken. Es teilt vielmehr explizit mit: “in Not- und Sonderfällen ist diejenige Sprache zu wählen, welche der Gefahrenabwehr am dienlichsten ist!”

Entspannt bleiben: Sportboote funken weiter auf Deutsch

Aufatmen für alle, deren Schulenglisch etwas eingerostet ist: Das Projekt betrifft zunächst nur meldepflichtige Fahrzeuge nach §58 SeeSchStrO – also hauptsächlich die Berufsschifffahrt. Auf Nachfrage, inwieweit auch Sportbootfahrer betroffen sind, erläutert das WSA: “​Für Sportbootfahrer ergeben sich daraus grundsätzlich keine verpflichtenden Änderungen. Da nicht alle Verkehrsteilnehmer Englisch sprechen müssen, werden die Verkehrszentralen situationsabhängig weiterhin zweisprachig oder ausschließlich auf Deutsch kommunizieren, insbesondere gegenüber der Freizeitschifffahrt, sofern dies erforderlich ist.”

Funkgerät entstauben?

Wer sein Seefunk-Wissen auffrischen möchte – ob auf Deutsch oder Englisch – findet hier die wichtigsten Grundlagen:

Ursula Meer

Ursula Meer

Redakteurin Panorama und Reise

Ursula Meer ist Redakteurin für Reisen, News und Panorama. Sie schreibt Segler-Porträts, Reportagen von Booten, Küsten & Meer und berichtet über Seenot und Sicherheit an Bord. Die Schönheit der Ostsee und ihrer Landschaften, erfahren auf langen Sommertörns, beschrieb sie im Bildband „Mare Balticum“. Ihr Fokus liegt jedoch auf Gezeitenrevieren, besonders der Nordsee und dem Wattenmeer, ihrem Heimatrevier.

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