KroatienRund Krk mit Buchten, Bora und Karstlandschaften

Bodo Müller

 · 02.09.2026

Hier zeigt die größte Insel der Adria Krk ihr ursprüngliches Gesicht.
Foto: Bodo Müller
Rund 70 Seemeilen, geschützte Buchten, lebendige Hafenorte und die Bora als ständiger Taktgeber: Eine Umrundung von Krk zeigt die größte Insel der Adria von zwei Seiten. Unsere dreiteilige Reportage folgt der Route ab Punat im Uhrzeigersinn, von der geschützten Westküste über den windgeprägten Vinodolski Kanal bis zurück in die Marina.

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Krk ist für viele Crews ein gut erreichbarer Ausgangspunkt in der Kvarner Bucht. Doch wer die Insel ganz umrundet, fährt nicht nur zwischen Badebuchten und Promenaden. Im Nordosten fällt das Velebitgebirge steil zur Adria ab. Dort kann die Bora aus Nordost deutlich stärker einsetzen als an der Westküste. Die Route verlangt deshalb mehr als eine schöne Tagesplanung: Wetterfenster, Ausweichhäfen und Ankerplätze müssen zur jeweiligen Windlage passen.

Die Reise beginnt und endet in Punat. Dazwischen liegen etwa 70 Seemeilen, ein Drittel davon im Vinodolski Kanal. Die drei Teile der Reportage erzählen die Strecke in geografischer Reihenfolge und liefern zugleich konkrete Hinweise für Crews, die Krk selbst umrunden wollen.

Teil eins: Westküste und Nordspitze

Den Auftakt bildet die Etappe von Punat entlang der Westküste bis zur Nordspitze. Nach dem Start in der Marina Punat geht es zunächst westwärts zur Ankerbucht Sveti Juraj. Im geschützten Nordwestarm ankert man auf rund sechs Metern Wassertiefe. Im Sommer ist die Bucht stark besucht, in der Vorsaison deutlich ruhiger.

Weiter nördlich führt die Route am Franziskanerkloster Glavotok vorbei nach Njivice. Der Ort zeigt, warum Crews Hafeninformationen immer mit der Lage vor Ort abgleichen sollten. Geplante Erweiterungen der Anlage waren im Frühjahr 2025 nicht sichtbar. Für Gäste bleiben wenige Möglichkeiten, und Muringmanöver an der Mole können ohne Hilfe anspruchsvoll werden.

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Hinter Omišalj ändert sich der Charakter der Runde. Unter der Krker Brücke beginnt der windoffene Vinodolski Kanal. Die kahle, vom Fallwind geprägte Nordostseite von Krk liegt unmittelbar gegenüber dem Velebitgebirge. Bei moderater, zuverlässig vorhergesagter Bora ist die Passage eindrucksvoll. Bei zunehmendem Wind gibt es jedoch nur wenige sichere Rückzugsmöglichkeiten.

Teil zwei: Klimno, Vrbnik und Mala Luka

Die zweite Etappe führt an der Nordostküste über Klimno nach Vrbnik. Klimno ist dabei der entscheidende Schutzhafen. Die breite, befeuerte Einfahrt und die tiefe Bucht bieten bei Nordostwind einen vergleichsweise sicheren Rückzugsort. An der Mole gibt es allerdings nur vier Gastplätze. Wer keinen davon erreicht, findet in der Bucht Raum zum Ankern.

Vrbnik liegt weiter südlich auf einem Felsen über dem Kanal. Hafen und Altstadt machen den Ort zu einem reizvollen Zwischenziel. Bei Bora ist Vrbnik aber kein Hafen zum Abwettern. Bereits mittlerer Wind kann Schwell in das Becken drücken, der sich an den Felsen bricht und Boote unruhig liegen lässt. Wer dort festmacht, sollte die weitere Windentwicklung vor dem Anlegen prüfen und einen frühzeitigen Aufbruch einkalkulieren.

An der Südküste wird Krk wieder ursprünglicher. In Mala Luka finden Boote bei mittlerer Bora Schutz. Die Bucht ist etwa fünf Meter tief und eignet sich gut zum Ankern. Bei angesagter starker oder länger anhaltender Bora sollte die Crew dennoch einen besser geschützten Ausweichort wählen. Rund um die Bucht zeugen Ruinen an den Hängen von der antiken Besiedlung.

Teil drei: Zurück durch die Heimat der Bora

Auf der Schlussstrecke geht es durch die Heimat der Bora zurück nach Punat. Nach einer Nacht in Mala Luka führt die Route durch die Senjska Vrata. Die Passage zwischen Krk und dem Festland liegt im Einflussbereich des Velebitgebirges. Hier kann die Bora besonders heftig beschleunigen. Für diese Etappe ist ein belastbares, stundengenaues Wetterfenster wichtiger als der Wunsch, die Runde an einem bestimmten Tag zu beenden.

Im beschriebenen Törn folgt auf die Bora Flaute. Die Crew fährt auf glattem Wasser weiter nach Baška. Der Hafen wurde im Winter 2024/25 mit neuen Molen ausgebaut und bietet nun ein geschlossenes Becken. Damit ist er bei wechselhaften Bedingungen eine deutlich bessere Option als früher.

Von Baška sind es nur noch wenige Seemeilen bis Punat. Südlich der Einfahrt liegen mehrere beliebte Ankerbuchten vor hohen Felswänden. Wer dort ankert, sollte die örtlichen Regeln und die tatsächlichen Wassertiefen beachten. Das kroatische Verkehrsministerium verweist für Häfen, Liegeplätze, Wetter und nautische Hinweise auf seinen kostenfreien Nautical Information Service. Die geltenden kroatischen Vorschriften zur Sicherheit der Seeschifffahrt verlangen in Küstennähe, engen Kanälen sowie bei Hafen- und Ankerplatzansteuerungen besondere Vorsicht.

Für Crews: Die entscheidende Vorbereitung

Eine Runde um Krk ist keine Strecke für starre Tagesetappen. Die Westküste bietet Buchten, Orte und Versorgungsmöglichkeiten in kurzer Distanz. Auf der Nordostseite können Wind, Welle und Schutzmöglichkeiten deutlich schneller wechseln. Mit ausreichender Reichweite, sicher beherrschten Muringmanövern und einem belastbaren Plan B wird die Umrundung zu einer abwechslungsreichen Revierfahrt.

Der zusätzliche Revierbericht zur Kvarner Bucht ordnet Krk in die Inselwelt zwischen Rab, Cres und Lošinj ein. Die drei Teile dieser Reportage konzentrieren sich dagegen auf die Details der Inselrunde: den entspannten Start in Punat, die windoffene Mondseite von Krk und die Rückkehr durch eine der markantesten Windlandschaften der nördlichen Adria.


Buchtipps

Küstenhandbuch Kroatien und Slowenien bündelt Revierinformationen für die Küste zwischen Koper und Split, einschließlich der Kvarner Bucht. Enthalten sind über 50 Sportbootkarten sowie integrierte Pläne wichtiger Häfen, Marinas und Ankerplätze. Für eine Krk-Umrundung ist der praktische Nutzen klar: Ansteuerungen, Tiefen, Leuchtfeuer, Liege- und Versorgungsmöglichkeiten lassen sich vor dem Ablegen und unterwegs gezielt prüfen.

Schlemmertörns in Kroatien setzt einen anderen Schwerpunkt. Der Revierführer versammelt 66 vom Wasser aus erreichbare Restaurants in Istrien, Kvarner und Dalmatien, ergänzt um Spezialitäten, Fotos und Hafenpläne. Er passt zu den Landgängen dieser Krk-Runde, etwa in Klimno oder Vrbnik, und hilft Crews, die Tagesplanung mit einer konkreten Einkehr am Abend zu verbinden.


Welche Erfahrungen haben Sie mit der Bora in der Kvarner Bucht gemacht: Ausweichhafen suchen, Wetterfenster abwarten oder bei moderater Prognose bewusst losfahren?

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Bodo Müller

Bodo Müller

Freier Autor

Seit 1987 arbeitete Bodo Müller, damals noch in Rostock lebend, als DDR-Korrespondent des Magazins YACHT. Nach seiner Ausreise im August 1989 berichtet er als Reporter und Fotograf der Magazine YACHT und BOOTE über alle Charterreviere weltweit. Er schrieb 22 Bücher, darunter den bei Delius Klasing erschienenen Bestseller „Über die Ostsee in die Freiheit“, der von der ARD verfilmt wurde. Daneben ist er Drehbuchautor von zeitgeschichtlichen Filmen und arbeitet als Drohnen- und Unterwasser-Kameramann für den TV-Sender ARTE. Bodo Müller lebt heute auf der Halbinsel Priwall in Travemünde.

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