SkagerrakSchweden und Norwegen bauen 400 neue Ladepunkte für Elektroboote

Tobias Frauen

 · 06.01.2023

Skagerrak: Schweden und Norwegen bauen 400 neue Ladepunkte für Elektroboote
Der Hafen von Klädesholm in Schweden. Er soll Teil einer Laderoute für Elektroboote werden

Über 400 neue Ladepunkte für Elektroboote sollen in Häfen entlang der schwedischen und norwegischen Küste von Göteborg bis Kristansand geschaffen werde. Der Ausbau ist Bestandteil des jetzt mit EU-Mitteln bewilligten schwedisch-norwegischen Kooperationsprojekts “go:LEIF” Mit einer ausgeprägten Kultur der Freizeitschifffahrt, vielen Häfen und einer Tradition im Bootsbau biete die Skagerrak-Region gute Voraussetzungen für einen raschen Übergang zur Elektrifizierung, heißt es in einer Mitteilung der Projektkleitung. Schweden und Norwegen haben demnach zusammen eine Million motorgetriebene Freizeitboote. Fast alle werden mit fossilen Brennstoffen betrieben und die Kohlendioxidemissionen werden auf über 400.000 Tonnen pro Jahr zuzüglich anderer umweltschädlicher Substanzen geschätzt. Das schwedisch-norwegische Elektroboot-Ladeprojekt schafft die Voraussetzungen für die Einrichtung einer Laderoute für Elektroboote in Freizeithäfen zwischen Göteborg und Strömstad, im Oslofjord und bis nach Kristiansand. Ziel des Projekts ist die Beteiligung an der grünen Wende durch Elektrifizierung, smarte Technologie und nachhaltige Geschäftsmodelle. Unter anderem sollen über 400 neue Ladepunkte entstehen. Los gehen soll es bereits im März 2023. ”Einige von uns haben bereits 2018 angefangen, darüber zu sprechen. Seitdem ist unglaublich viel rund um die Elektrifizierungswende passiert, nicht zuletzt in der Automobilindustrie, wo die Elektrifizierung regelrecht explodiert ist”, sagt Madeleine Johansson, Projektmanagerin bei der Business Region Göteborg. “Die Tatsache, dass wir dieses Projekt jetzt mit EU-Mitteln bewilligt bekommen, bestärkt uns in der Überzeugung, dass wir genau zum richtigen Zeitpunkt handeln.”

Gute Voraussetzungen in der Region

Die Region biete gute Voraussetzungen für den Umstieg, so die Projekt-Verantwortlichen. Es gebe relevante Technologielieferanten und gute Kenntnisse in der Fahrzeugelektrifizierung. Teile der Ladeinfrastruktur sollen aus dem Automobilbereich kommen und vorhandene Installationen mitgenutzt werden.

Peter Berg, Innovationsführer für Energie im Innovatum Science Park in Trollhättan, sagt dazu: “Es wird spannend sein, mit einem anderen Bereich innerhalb der fortschreitenden Elektrifizierung zu arbeiten.” Dazu müssen Boote mit zugehöriger Ladeinfrastruktur her und eine neue Stromversorgung in den Küstengemeinden. “Es ist nicht ganz falsch zu hoffen, dass wir im Sommer ein ruhigeres und saubereres Bootsleben bekommen”, so Berg weiter.

Norwegen ist Vorreiter bei der Elektrifizierung

Norwegen ist mit der Umrüstung von Sportbooten im Vergleich zu Schweden schon weiter. Unter anderem gibt es seit einigen Jahren einen Elektrobootverein mit dem Ziel, sich für die Umweltwende bei Freizeitbooten einzusetzen. In der Gemeinde Arendal wird sowohl an Ladeplänen als auch an einer Ladekarte gearbeitet, und das Elektrobootfestival Lydløs ist eine gut besuchte Plattform für die Zukunft des Bootfahrens.

”Die Gemeinde Arendal arbeitet seit mehreren Jahren an der Elektrifizierung von Freizeitbooten. Unser neues Elektroboot-Ladeprojekt ist ein spannendes und visionäres Projekt, das großartige Möglichkeiten für die nordische Zusammenarbeit mit dem Potenzial bietet, den grünen Wandel in der Freizeitbootindustrie zu beschleunigen”, freut sich Ragnhild Hammer, Senior Klima- und Umweltberaterin der Gemeinde Arendal. “Wir freuen uns, Teil des Projekts zu sein, und freuen uns darauf, dazu beizutragen, das Interesse und das Wissen über Null-Emissionen auf See zu steigern.” Der Ausbau der Ladepunkte für Elektroboote werde auch neue Arbeitsplätze, industrielles Wachstum, grüne Technologien und den Export von Produkten und Dienstleistungen schaffen.

Die Arbeitsbereiche des Elektroboot-Ladeprojekts

Die Zusammenarbeit findet unter dem Namen go:LEIF (Green Transition with Charging, Electrification and Infrastructure for Recreational Boats) statt und läuft vom 1. März 2023 bis 31. Dezember 2025.

Die Arbeitsbereiche des Projekts:

  • Interesse und die Wissen rund um Elektroboote und dem Laden bei Häfen, Kommunen und Sportbootfahrern schaffen
  • Bereitstellung von Test-Möglichkeiten für Boote und Ladepunkte
  • Stärkung der Technologieentwicklung und des Geschäftslebens der Region in relevanten Bereichen
  • Forschungsstudien rund um die Nutzung von Freizeitbooten für den Wissensaufbau, der für die Entwicklung von Elektrobooten und Ladeinfrastruktur wichtig ist
  • Geschäftsmodelle für das Laden, Auswirkungen auf Stromnetze und Potenzial, das Laden von Booten mit der Erzeugung erneuerbarer Energie zu kombinieren

Beteiligt an dem Projekt sind neben der Business Region Göteborg, dem Innovatum Science Park und der Kreisgemeinde Agder auch Fyrbodals Kommunalförbund, Göteborgsregionens fritidshamnar AB, Göteborgsregionens Kommunalförbund, Lysekils Energi Vind Aktiebolag, Gemeinde Lysekil, SSPA Schweden AB, Gemeinde Arendal, Lydløs, Universität von Sørøst-Norge.

go:LEIF wird kofinanziert von der Europäischen Union Interreg Öresund-Kattegat-Skagerrak und dem Interventionsbereich Grüne Wende.


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