TierschutzMotorbootfahrer helfen beim Schutz von Schweinswalen

Torsten Moench

 · 21.06.2025

Der Schweinswal steht auf der roten Liste der stark gefährdeten Arten. (Foto: ITAW /PWC)
Foto: DMYV
Der Deutsche Motoryachtverband (DMYV) beteiligt sich an Unterwasserschall-Messungen in der Nordsee, um bedrohte Schweinswale zu schützen. In Kooperation mit dem BUND und der Tierärztlichen Hochschule Hannover sollen Verhaltensempfehlungen für Freizeitskipper erarbeitet werden.

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Der Deutsche Motoryachtverband e.V. (DMYV) unterstützt ein Projekt zum Schutz der stark gefährdeten Schweinswale in der Nordsee. In Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover wurden am 14. Juni 2025 umfangreiche Unterwasserschall-Messungen vor Horumersiel durchgeführt. Ziel ist es, die Auswirkungen von Motorbootlärm auf die einzige in deutschen Gewässern dauerhaft beheimatete Walart zu untersuchen und daraus Verhaltensempfehlungen für Freizeitskipper abzuleiten.

Gefährdung der Schweinswale durch Unterwasserlärm

Der Schweinswal, der in Deutschland auf der Roten Liste als stark gefährdete Art geführt wird, ist besonders empfindlich gegenüber Unterwasserlärm. Die bis zu 160 cm langen Meeressäuger orientieren sich hauptsächlich durch akustische Ortung. Bei hohen Lärmpegeln unterbrechen Schweinswale die Nahrungsaufnahme oder stellen ihre Echoortung ganz ein. Dies kann zu Energieverlust führen und langfristig negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Tiere haben. Die Flucht in ruhigere Gebiete bedeutet zusätzlichen Stress für die ohnehin bedrohte Population.

Detaillierte Schallmessungen

Um die Störeinflüsse genauer zu spezifizieren, wurden bei den Messungen vor Horumersiel verschiedene Motorboottypen eingesetzt. Mitglieder des DMYV-Mitgliedsvereins Sail-Lollipop Regatta Verein e.V. aus Hooksiel stellten vier Motoryachten unterschiedlicher Bauart, Motorisierung und Antriebsart zur Verfügung. Dr. Andreas Ruser vom ITAW leitete die wissenschaftlichen Untersuchungen, während Dipl. Ing. Helmut von Veen als Leiter des DMYV-Referats Raumordnung / Umwelt / Infrastruktur die Interessen der Motorbootfahrer vertrat.

Engagement für aktiven Umweltschutz

Helmut von Veen erklärt das Engagement des DMYV: „Wir Motorbootfahrer werden gerne pauschal an den Pranger gestellt, wenn es sich darum dreht, Umweltsünden der Freizeitschifffahrt zu benennen." Der Verband wolle mit der Beteiligung an dem Projekt zeigen, dass Motorbootfahrer durchaus bereit seien, einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Durch die Unterstützung der Schallmessungen sollen fundierte Daten gewonnen werden, um praxistaugliche Verhaltensempfehlungen für Freizeitskipper zu entwickeln.

Aufklärung und Sensibilisierung durch Projekt „Ruhe für die Schweinswale"

Das BUND-Projekt „Ruhe für die Schweinswale" zielt darauf ab, über den einzigen in deutschen Gewässern dauerhaft beheimateten Wal aufzuklären und Wassersportler für die Bedürfnisse der Tiere zu sensibilisieren. Freizeitskipper sollen durch ihr eigenes Verhalten auf See aktiv zum Schutz der Schweinswale und ihrer Lebensräume beitragen können. Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Schallmessungen sollen in konkrete Handlungsempfehlungen münden, die den Bootsfahrern an die Hand gegeben werden können.

Förderung und Unterstützung

Das Projekt wird von der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und der niedersächsischen Wattenmeerstiftung gefördert. Durch die Beteiligung des DMYV und seiner Mitglieder erhält die Initiative zusätzliche praktische Unterstützung aus der Wassersportgemeinschaft. Dies unterstreicht das wachsende Bewusstsein für Umweltschutz und Artenerhalt auch in der Freizeitschifffahrt.


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Torsten Moench

Chefredakteur BOOTE

Im Anschluss an zwei handwerkliche Ausbildungen studierte Torsten Moench Elektrotechnik an der HAW-Hamburg. Es folgten ein Volontariat und knapp 10 Jahre Arbeit als Test- und Technik-Redakteur beim Delius-Klasing Verlag. Seit 2003 ist Moench Chefredakteur des führenden europäischen Motorboot-Magazins BOOTE. Auch in seiner Freizeit bleibt er seinem Metier treu, und verbringt viel Zeit auf seinem Motorboot, mit dem er vorzugsweise auf den norddeutschen Gewässern und der Ostsee unterwegs ist. Neben seiner Arbeit als Chefredakteur ist Moench als Buchautor tätig.

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