Der Deutsche Motoryachtverband e.V. (DMYV) unterstützt ein Projekt zum Schutz der stark gefährdeten Schweinswale in der Nordsee. In Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover wurden am 14. Juni 2025 umfangreiche Unterwasserschall-Messungen vor Horumersiel durchgeführt. Ziel ist es, die Auswirkungen von Motorbootlärm auf die einzige in deutschen Gewässern dauerhaft beheimatete Walart zu untersuchen und daraus Verhaltensempfehlungen für Freizeitskipper abzuleiten.
Der Schweinswal, der in Deutschland auf der Roten Liste als stark gefährdete Art geführt wird, ist besonders empfindlich gegenüber Unterwasserlärm. Die bis zu 160 cm langen Meeressäuger orientieren sich hauptsächlich durch akustische Ortung. Bei hohen Lärmpegeln unterbrechen Schweinswale die Nahrungsaufnahme oder stellen ihre Echoortung ganz ein. Dies kann zu Energieverlust führen und langfristig negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Tiere haben. Die Flucht in ruhigere Gebiete bedeutet zusätzlichen Stress für die ohnehin bedrohte Population.
Um die Störeinflüsse genauer zu spezifizieren, wurden bei den Messungen vor Horumersiel verschiedene Motorboottypen eingesetzt. Mitglieder des DMYV-Mitgliedsvereins Sail-Lollipop Regatta Verein e.V. aus Hooksiel stellten vier Motoryachten unterschiedlicher Bauart, Motorisierung und Antriebsart zur Verfügung. Dr. Andreas Ruser vom ITAW leitete die wissenschaftlichen Untersuchungen, während Dipl. Ing. Helmut von Veen als Leiter des DMYV-Referats Raumordnung / Umwelt / Infrastruktur die Interessen der Motorbootfahrer vertrat.
Helmut von Veen erklärt das Engagement des DMYV: „Wir Motorbootfahrer werden gerne pauschal an den Pranger gestellt, wenn es sich darum dreht, Umweltsünden der Freizeitschifffahrt zu benennen." Der Verband wolle mit der Beteiligung an dem Projekt zeigen, dass Motorbootfahrer durchaus bereit seien, einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Durch die Unterstützung der Schallmessungen sollen fundierte Daten gewonnen werden, um praxistaugliche Verhaltensempfehlungen für Freizeitskipper zu entwickeln.
Das BUND-Projekt „Ruhe für die Schweinswale" zielt darauf ab, über den einzigen in deutschen Gewässern dauerhaft beheimateten Wal aufzuklären und Wassersportler für die Bedürfnisse der Tiere zu sensibilisieren. Freizeitskipper sollen durch ihr eigenes Verhalten auf See aktiv zum Schutz der Schweinswale und ihrer Lebensräume beitragen können. Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Schallmessungen sollen in konkrete Handlungsempfehlungen münden, die den Bootsfahrern an die Hand gegeben werden können.
Das Projekt wird von der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und der niedersächsischen Wattenmeerstiftung gefördert. Durch die Beteiligung des DMYV und seiner Mitglieder erhält die Initiative zusätzliche praktische Unterstützung aus der Wassersportgemeinschaft. Dies unterstreicht das wachsende Bewusstsein für Umweltschutz und Artenerhalt auch in der Freizeitschifffahrt.

Chefredakteur BOOTE