UmweltWeniger Ölverschmutzung in Nord- und Ostsee

BOOTE

 · 04.04.2025

Umwelt: Weniger Ölverschmutzung in Nord- und OstseeFoto: Havariekommando/Fabian Wilking
Eine der beiden Maschinen, die zur Ölüberwachung über der Nord- und Ostsee eingesetzt werden
Gute Nachricht für die deutschen Küstengewässer: 2024 entdeckten dort die Ölüberwachungsflugzeuge des Havariekommandos durchschnittlich nur noch alle elf Flugstunden eine Verschmutzung. Vor einigen Jahren wurden die Flugzeugbesatzungen im Schnitt noch alle vier Flugstunden fündig. Die Verunreinigungen durch Öl und andere Schadstoffe in Nord- und Ostsee seien damit weiterhin auf einem niedrigen Niveau.

Themen in diesem Artikel

Bei 407 Einsätzen wurden 43 Verschmutzungen in den deutschen Territorialgewässern sowie in den Ausschließlichen Wirtschaftszonen der Nord- und Ostsee identifiziert – davon 33 in der Nordsee und zehn in der Ostsee. Zudem wurden 58 weitere Verunreinigungen außerhalb deutscher Gewässer gefunden und an die zuständigen Behörden der Nachbarländer weitergegeben. Diese befanden sich in Seegebieten der Niederlande, Dänemarks, Großbritanniens, Polens und Schwedens.

Nur geringfügige Verschmutzungen aufgespürt

Die Anzahl der Verschmutzungen wird in Relation zu den Einsätzen und Flugstunden gesetzt. Für 2024 bedeutet dies, dass die Sensorflugzeuge etwa alle elf Flugstunden eine Verunreinigung aufspürten. Zum Vergleich: In den Anfangsjahren der Ölüberwachung wurden im Durchschnitt noch alle vier Stunden eine Verschmutzung entdeckt. Die Zahlen hat das in Cuxhaven ansässige Havariekommando veröffentlicht.

Die in den deutschen Gewässern entdeckten Verunreinigungen waren geringfügig (weniger als 0,1 Kubikmeter Ausbreitung), weshalb keine Maßnahmen zur Ölbekämpfung, wie der Einsatz von Ölauffangeinrichtungen oder technischem Gerät, ergriffen wurden, heißt es in der Mitteilung. Beide zur Ölüberwachung eingesetzten Flieger seien zudem in den vergangenen Jahren modernisiert worden, sodass sie dank neuer, noch leistungsfähigeren Sensorausrüstungen in der Lage seien, auch sehr kleine Verschmutzungen aufzuspüren.

“Wer illegal handelt, bleibt nicht unbemerkt”

Der Leiter des Havariekommandos Dr. Robby Renner zieht entsprechend eine positive Bilanz: „Ein weiteres Jahr arbeitete das Havariekommando gemeinsam mit den Marinefliegern daran, die Nord- und Ostsee zu schützen. Die hohe Anzahl an nationalen Überwachungsflügen ist ein starkes Signal an die Schifffahrt: Wer illegal handelt, bleibt nicht unbemerkt. Es ist entscheidend, dass wir unsere Anstrengungen fortsetzen, um die Meeresverschmutzung weiterhin auf diesem niedrigen Niveau zu halten.“

Die luftgestützte Überwachung von Nord- und Ostsee ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Havariekommando und dem Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“. Die Piloten und Operator der Marine fliegen die beiden Maschinen vom Typ Do 228 im zivilen Auftrag für das Havariekommando.

Radar, Infrarot- und Ultraviolettsensoren helfen bei der Suche

Ziel der Ölaufklärung ist es, Nord- und Ostsee kontinuierlich zu überwachen und Verschmutzungen in deutschen Gewässern zu finden. Dafür sind die Flugzeuge mit Radar, Infrarot- und Ultraviolettsensoren ausgestattet, die Ölfilme und andere Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erfassen können. Bei Unfällen auf See können die Flugzeugbesatzungen zudem wertvolle Informationen für das Havariekommando liefern.

Mehr zum Thema:

Artikel teilen:

Meistgelesen in der Rubrik Reisen