Bei dem Pressetermin ging es um mehr als die ungewöhnliche Silhouette: Vanta 12 ist ein zwölf Meter langes unbemanntes Überwasserfahrzeug, das Stark für Aufklärung und Überwachung auf See entwickelt hat. Die KI-gestützte Softwareplattform Minerva soll das Boot dabei unterstützen, Seegebiete autonom zu überwachen und mögliche Bedrohungen zu erkennen. Je nach Ausstattung kann es laut Hersteller auch Waffen tragen. In Flensburg warb Stark zudem für die Zusammenarbeit mit der Flensburger Shipyard (FSG) als möglichem Produktionsstandort.
Stark bezeichnet Vanta 12 als unbemanntes Überwasserfahrzeug, kurz USV. Seine Softwareplattform Minerva soll die Steuerung und den Einsatz gemeinsam mit anderen Systemen ermöglichen. Als Aufklärungssysteme nennt der Hersteller Kameras, Wärmebildtechnik und Radar. Nach Starks Produktangaben beträgt die Reichweite rund 1.200 Seemeilen bei zehn Knoten; die Nutzlast kann bis zu zwei Tonnen betragen.
Stark ist ein deutsches Rüstungssunternehmen mit Hauptsitz in Berlin. Es entwickelt unbemannte militärische Systeme für Einsätze an Land, in der Luft und auf See. Neben Deutschland unterhält es Standorte unter anderem in der Ukraine und im Vereinigten Königreich.
Als mögliche Bewaffnung nennt das Unternehmen zehn Cascade-Flugkörper, sogenannte Loitering Munitions, die nach dem Start nach einem Ziel suchen können, sowie vier Sea-Venom-Lenkflugkörper für Seeziele. Stark erklärt, Cascade bereits von Vanta 12 aus gestartet zu haben. Bei der Übung REPMUS im September 2026 vor der portugiesischen Küste fuhr das Boot nach Unternehmensangaben mit bemannten und unbemannten Systemen; dort wurde Cascade gestartet, der Einsatz von Sea Venom hingegen nur simuliert.
Vanta 12 kann laut eines NDR-Berichts über die Vorführung ferngesteuert fahren oder vorgegebene Missionen selbstständig abarbeiten. Stark-Direktor Max Berger sagte bei der Flensburger Vorstellung, Menschen überwachten das Fahrzeug permanent und entschieden über einen möglichen Waffeneinsatz. Bei unterbrochener Satellitenverbindung solle das Boot anhalten und anderem Verkehr ausweichen. Ob diese Funktionen bei dichtem Verkehr oder schwieriger Sicht zuverlässig arbeiten, lässt sich aus dem Pressetermin nicht beurteilen.
Stark und die Flensburger Shipyard (FSG) wollen Kapazitäten für die Fertigung der Vanta-Familie aufbauen. Das Unternehmen beschreibt die Zusammenarbeit als Grundlage für eine Produktion, die sich bei steigender Nachfrage ausweiten ließe. Ein Start der Serienfertigung folgt daraus nicht: Laut NDR-Bericht vom 7. Oktober lagen zu diesem Zeitpunkt noch keine Bestellungen für Vanta 12 vor. Nach Auskunft von Stark sind derzeit keine weiteren Testfahrten auf der Flensburger Förde geplant.
| Merkmal | Angabe |
| Länge × Breite | ca. 12 × 4 m |
| Reichweite | ca. 1.200 sm bei 10 kn |
| Nutzlast | bis zu 2.000 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | bis zu 40 kn |
| Gewicht | 13,7 t laut Produktseite |
| Vorgesehene Bewaffnung | bis zu 10 Cascade und 4 Sea Venom laut Mitteilung |

Redakteur Test & Technik
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