Marinedrohne in FlensburgWas hinter dem grauen Boot steckte

Hauke Schmidt

 · 13.10.2026

Marinedrohne in Flensburg: Was hinter dem grauen Boot steckteFoto: Stark
Die Seedrohne Vanta 12 in Gleitfahrt, sie soll eine Reichweite von bis zu 1200 Seemeilen haben und 40 Knoten schnell sein. Neben Aufklärungseinsätzen ist auch eine aktive Bewafnnung möglich.
Wer sich vergangene Woche auf der Flensburger Förde über ein graues Boot mit ungewöhnlichen Aufbauten gewundert hat, kann aufatmen: Stark zeigte dort am 7. Oktober seine unbemannte Vanta 12 bei einem Pressetermin. Weitere Testfahrten auf der Förde sind derzeit nicht geplant.

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Bei dem Pressetermin ging es um mehr als die ungewöhnliche Silhouette: Vanta 12 ist ein zwölf Meter langes unbemanntes Überwasserfahrzeug, das Stark für Aufklärung und Überwachung auf See entwickelt hat. Die KI-gestützte Softwareplattform Minerva soll das Boot dabei unterstützen, Seegebiete autonom zu überwachen und mögliche Bedrohungen zu erkennen. Je nach Ausstattung kann es laut Hersteller auch Waffen tragen. In Flensburg warb Stark zudem für die Zusammenarbeit mit der Flensburger Shipyard (FSG) als möglichem Produktionsstandort.

Aufklärung und Bewaffnung

Stark bezeichnet Vanta 12 als unbemanntes Überwasserfahrzeug, kurz USV. Seine Softwareplattform Minerva soll die Steuerung und den Einsatz gemeinsam mit anderen Systemen ermöglichen. Als Aufklärungssysteme nennt der Hersteller Kameras, Wärmebildtechnik und Radar. Nach Starks Produktangaben beträgt die Reichweite rund 1.200 Seemeilen bei zehn Knoten; die Nutzlast kann bis zu zwei Tonnen betragen.

Stark ist ein deutsches Rüstungssunternehmen mit Hauptsitz in Berlin. Es entwickelt unbemannte militärische Systeme für Einsätze an Land, in der Luft und auf See. Neben Deutschland unterhält es Standorte unter anderem in der Ukraine und im Vereinigten Königreich.

Als mögliche Bewaffnung nennt das Unternehmen zehn Cascade-Flugkörper, sogenannte Loitering Munitions, die nach dem Start nach einem Ziel suchen können, sowie vier Sea-Venom-Lenkflugkörper für Seeziele. Stark erklärt, Cascade bereits von Vanta 12 aus gestartet zu haben. Bei der Übung REPMUS im September 2026 vor der portugiesischen Küste fuhr das Boot nach Unternehmensangaben mit bemannten und unbemannten Systemen; dort wurde Cascade gestartet, der Einsatz von Sea Venom hingegen nur simuliert.

Kontrolle auf See

Vanta 12 kann laut eines NDR-Berichts über die Vorführung ferngesteuert fahren oder vorgegebene Missionen selbstständig abarbeiten. Stark-Direktor Max Berger sagte bei der Flensburger Vorstellung, Menschen überwachten das Fahrzeug permanent und entschieden über einen möglichen Waffeneinsatz. Bei unterbrochener Satellitenverbindung solle das Boot anhalten und anderem Verkehr ausweichen. Ob diese Funktionen bei dichtem Verkehr oder schwieriger Sicht zuverlässig arbeiten, lässt sich aus dem Pressetermin nicht beurteilen.

Bau in Flensburg bleibt offen

Stark und die Flensburger Shipyard (FSG) wollen Kapazitäten für die Fertigung der Vanta-Familie aufbauen. Das Unternehmen beschreibt die Zusammenarbeit als Grundlage für eine Produktion, die sich bei steigender Nachfrage ausweiten ließe. Ein Start der Serienfertigung folgt daraus nicht: Laut NDR-Bericht vom 7. Oktober lagen zu diesem Zeitpunkt noch keine Bestellungen für Vanta 12 vor. Nach Auskunft von Stark sind derzeit keine weiteren Testfahrten auf der Flensburger Förde geplant.

Technische Daten laut Stark

MerkmalAngabe
Länge × Breiteca. 12 × 4 m
Reichweiteca. 1.200 sm bei 10 kn
Nutzlastbis zu 2.000 kg
Höchstgeschwindigkeitbis zu 40 kn
Gewicht13,7 t laut Produktseite
Vorgesehene Bewaffnungbis zu 10 Cascade und 4 Sea Venom laut Mitteilung

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Hauke Schmidt

Hauke Schmidt

Redakteur Test & Technik

Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.

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