Über Jahrhunderte hinweg hatten die Rheinschiffer bei Bingen mit einem tückischen Felsenriff zu kämpfen, das sich dort quer durch den Fluss zog. Erst im 17. Jahrhundert gelang es, eine sieben Meter weite Öffnung in das unschiffbare Bollwerk zu brechen: das Binger Loch. Mehr war es zwar zunächst tatsächlich nicht, aber immerhin konnten jetzt überhaupt Kähne passieren – wenn sie sich trauten, denn die Chroniken berichteten weiterhin von dramatischen Schiffbrüchen. Erst mit dem beginnenden Industriezeitalter und neuen technischen Möglichkeiten konnte man das "Loch" erweitern, zunächst 1832 auf 23 Meter Breite, 1894 dann auf 30 Meter. Doch erst ab 1966 ging man daran, das ganze Riff abzutragen, immerhin 60 000 Kubikmeter Fels. 1974 erfolgte die Eröffnung der seitdem auf 120 Meter Breite ausgebauten Strecke. Der Schrecken hatte ein Ende, der Name ist geblieben.
Ressortleiter Reise
Christian Tiedt wurde in Hamburg geboren, lange aber ohne direkten Zugang zum Wassersport. Nach der Berufsausbildung bot das Studium dann endlich die Gelegenheit, auf dem Wasser aktiv zu werden – und die entsprechenden Führerscheine zu machen. Zuerst beim Fahrtensegeln und dann, mit dem Einstieg bei BOOTE im Jahr 2004, auch mit Motorbooten aller Art. Christian konnte inzwischen fast ganz Europa (und einige weiter entfernte Destinationen) auf eigenem Kiel kennenlernen und teilt seine Erlebnisse und Erfahrungen für die YACHT und BOOTE am liebsten in Törnreportagen.