Die schönsten Reviere der Ostsee: Teil 1 - Die Kieler Förde: im Kielwasser des KaisersFoto: Christian Tiedt

ReviereDie schönsten Reviere der Ostsee: Teil 1 - Die Kieler Förde: im Kielwasser des Kaisers

Unbekannt

 9/7/2015, Lesezeit: 5 Minuten

Von Glanz und Gloria bis Olympia: Kurz mag sie ja sein, die Kieler Förde, doch ihre vielen Häfen links und rechts des Tonnenstrichs stecken voller Geschichte und Geschichten!

Die Hafenmeisterei im Hafen Schilksee. Auf ihrem Dach brannte 1972 die olympische Flamme.Foto: Christian Tiedt
Die Hafenmeisterei im Hafen Schilksee. Auf ihrem Dach brannte 1972 die olympische Flamme.
Seit 150 Jahren wacht der Leuchtturm von Bülk am westlichen Ende der Kieler Förde. Im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel.Foto: Christian Tiedt
Seit 150 Jahren wacht der Leuchtturm von Bülk am westlichen Ende der Kieler Förde. Im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel.
Olympische Spuren: Auf diesem Turm in Kiel-Schilksee brannte 1972 das olympische Feuer, die großflächige, aus Nord- und Südhafen bestehende Anlage verfügt über 900 LiegeplätzeFoto: Christian Tiedt
Olympische Spuren: Auf diesem Turm in Kiel-Schilksee brannte 1972 das olympische Feuer, die großflächige, aus Nord- und Südhafen bestehende Anlage verfügt über 900 Liegeplätze
Weiter Blick: Vom Deck der Schwedenfähre sieht man bis nach Laboe und zur offenen Ostsee.Foto: Christian Tiedt
Weiter Blick: Vom Deck der Schwedenfähre sieht man bis nach Laboe und zur offenen Ostsee.
Blaue Stunde über dem Yacht- und  Fischereihafen Möltenort in Heikendorf am Ostufer.Foto: Christian Tiedt
Blaue Stunde über dem Yacht- und Fischereihafen Möltenort in Heikendorf am Ostufer.
Das Erdgeschoss des Leuchtturms Kiel-Holtenau ist eine Erinnerungshalle für den ersten Namensgeber des Nord-Ostsee-Kanals und seinen Förderer: Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Wilhelm II.Foto: Christian Tiedt
Das Erdgeschoss des Leuchtturms Kiel-Holtenau ist eine Erinnerungshalle für den ersten Namensgeber des Nord-Ostsee-Kanals und seinen Förderer: Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Wilhelm II.
Der Turm des Marine-Ehrenmals in Laboe symbolisiert eine aufbrandende Woge. Der Ausblick von der Spitze lohnt sich!Foto: Christian Tiedt
Der Turm des Marine-Ehrenmals in Laboe symbolisiert eine aufbrandende Woge. Der Ausblick von der Spitze lohnt sich!
Kein Sandstrand wie weiter östlich, aber dafür menschenleer – selbst an der Kieler Förde. Am Ufer nördlich von Strande.Foto: Christian Tiedt
Kein Sandstrand wie weiter östlich, aber dafür menschenleer – selbst an der Kieler Förde. Am Ufer nördlich von Strande.
Leuchtturm Kiel. Früher war auf dieser Seeposition ein Feuerschiff ausgelegt. heute dienst das Seezeichen gleichzeitig als Lotsenstation.Foto: Christian Tiedt
Leuchtturm Kiel. Früher war auf dieser Seeposition ein Feuerschiff ausgelegt. heute dienst das Seezeichen gleichzeitig als Lotsenstation.
Sporthafen Düsternbrook am Westufer der Förde; hier ist der traditionsreiche Kieler Yacht-Club zuhause.Foto: Christian Tiedt
Sporthafen Düsternbrook am Westufer der Förde; hier ist der traditionsreiche Kieler Yacht-Club zuhause.
Die Hafenmeisterei im Hafen Schilksee. Auf ihrem Dach brannte 1972 die olympische Flamme.Foto: Christian Tiedt
Die Hafenmeisterei im Hafen Schilksee. Auf ihrem Dach brannte 1972 die olympische Flamme.
Seit 150 Jahren wacht der Leuchtturm von Bülk am westlichen Ende der Kieler Förde. Im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel.Foto: Christian Tiedt
Seit 150 Jahren wacht der Leuchtturm von Bülk am westlichen Ende der Kieler Förde. Im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel.
Seit 150 Jahren wacht der Leuchtturm von Bülk am westlichen Ende der Kieler Förde. Im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel.
Olympische Spuren: Auf diesem Turm in Kiel-Schilksee brannte 1972 das olympische Feuer, die großflächige, aus Nord- und Südhafen bestehende Anlage verfügt über 900 Liegeplätze
Weiter Blick: Vom Deck der Schwedenfähre sieht man bis nach Laboe und zur offenen Ostsee.
Blaue Stunde über dem Yacht- und  Fischereihafen Möltenort in Heikendorf am Ostufer.
Das Erdgeschoss des Leuchtturms Kiel-Holtenau ist eine Erinnerungshalle für den ersten Namensgeber des Nord-Ostsee-Kanals und seinen Förderer: Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Wilhelm II.
Der Turm des Marine-Ehrenmals in Laboe symbolisiert eine aufbrandende Woge. Der Ausblick von der Spitze lohnt sich!
Kein Sandstrand wie weiter östlich, aber dafür menschenleer – selbst an der Kieler Förde. Am Ufer nördlich von Strande.
Leuchtturm Kiel. Früher war auf dieser Seeposition ein Feuerschiff ausgelegt. heute dienst das Seezeichen gleichzeitig als Lotsenstation.
Sporthafen Düsternbrook am Westufer der Förde; hier ist der traditionsreiche Kieler Yacht-Club zuhause.
Die Hafenmeisterei im Hafen Schilksee. Auf ihrem Dach brannte 1972 die olympische Flamme.

Vieles an der Kieler Förde ist noch heute untrennbar mit Deutschlands letztem gekrönten Haupt verbunden. Kaiser Wilhelm II., vernarrt in Seemacht und Seefahrt, verankerte die bis dato eher unbekannte Ostseestadt fest in der öffentlichen Wahrnehmung der Gründerzeit. Der Kieler Yacht-Club (damals stand das "K" noch für "Kaiserlich"), war sein Verein, die Kieler Woche seine Veranstaltung. Hier weihte er den Nord-Ostsee-Kanal mit großem Pomp ein, ließ seine Flotte auf der Kaiserlichen Werft vergrößern und nahm über die Toppen geflaggt ihre Paraden ab.

"Kaiserwetter" – das waren jene strahlend blauen Tage im Sommer, an denen sich Seine Majestät höchstselbst am Steuer seiner Rennyacht "Meteor" auf der Förde zeigte. Und alle Untertanen ebenfalls aufs Wasser eilten, um sich in der Nähe von "SM" zu zeigen. Viel von diesem besonderen Flair ist noch heute zwischen Düsternbrook und Laboe zu spüren, wenn der Wind stimmt und die Förde weiß mit Segeln ist. Ein kleines, außergewöhnliches Revier – auch ohne deutsche Royals und donnernde Hurras.

1 Leuchttürme der Förde

Drei Leuchttürme weisen auch bei Nacht den sicheren Weg von der Kieler Bucht in das Innere der Förde: Der Leuchtturm Kiel auf seiner Seeposition knapp vier Seemeilen nordöstlich der Bülker Huk, der Leuchtturm Bülk, der seinerseits vor dem gefährlichen Stollergrund im Norden warnt, und der Leuchtturm Friedrichsort mit seinem Leitsektor für das durchgängig befeuerte Hauptfahrwasser.

2 Schilksee/Strande

Zusammen kommen die beiden großen Sportboothäfen im Nordwesten der Förde auf mehr als 1200 Liegeplätze – wobei drei Viertel davon auf den Olympiahafen Schilksee entfallen. Die weitläufige Anlage, deren nüchterne Wohnblocks unverkennbar aus den betonverliebten Sechzigerjahren stammen, enstand für die Sommerspiele 1972 in München. Kiel war damals Austragungsort der Segelwettbewerbe. Die erloschene Fackel findet man noch immer auf der Aussichtsplattform über der Hafenmeisterei. Beide Häfen bieten vollen Service, Strandzugang und Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Ins Kieler Zentrum sind es etwa 15 Kilometer. www.sporthafen-kiel.de, www.hafen-strande.de

„Kiel war damals Austragungsort der Segelwettbewerbe. Die erloschene Fackel findet man noch immer auf der Aussichtsplattform über der Hafenmeisterei“

  xFoto: Christian Tiedt
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3 Stickenhörn

Stickenhörn bietet sich für die Übernachtung an, falls für den nächsten Tag die Einfahrt in den Nord-Ostsee-Kanal geplant ist. Der Hafen verfügt über 460 Liegeplätze und die Zufahrt zur Schleuse Kiel-Holtenau ist nur eine knappe Seemeile entfernt. Auch hier gibt es vollen Service, die Versorgung erfolgt in Friedrichsort. www.sporthafen-kiel.de

4 Holtenau

Eine weitere Liegemöglichkeit für Kanalnutzer sind die Sportbootstege am Ufer nördlich der Alten Schleusen. Hier wird längsseits festgemacht. Am Tiessenkai entlang geht es zum historischen Leuchtturm von Holtenau, der 1895 nach feierlicher Eröffnung durch den Kaiser zusammen mit dem Kanal in Betrieb ging. Das Relief über dem Eingangsportal zeigt zwei Meerjungfrauen, die die Nord- und Ostsee repräsentieren und sich mit entschlossenem Blick die Hände reichen. Gute Küche und selbstgebrautes Bier gibt es in der nahen Kanalstraße bei "Luzifer". www.wsa-kiel.wsv.de/Schifffahrt

5 Nord-Ostsee-Kanal

Über eine Strecke von annähernd 100 Kilometern verbindet der Nord-Ostsee-Kanal (internationale Bezeichnung: Kiel Canal) die Kieler Förde bei Holtenau mit Brunsbüttel an der Elbmündung. Rund 30 000 Schiffe nutzen den Kanal inzwischen jährlich, um den Umweg durch das Skagerrak im Norden Dänemarks zu sparen. Ein aktuelles Merkblatt für Sportboote gibt es auf der Internetseite des WSA Brunsbüttel: www.wsv.de/wsa-bb/info

„Rund 30 000 Schiffe nutzen den Kanal inzwischen jährlich, um den Umweg durch das Skagerrak im Norden Dänemarks zu sparen“

6 Wik

Die Steganlage des Sporthafens Wik (185 Plätze mit Pfahlboxen) liegt ebenfalls auf der Westseite der Förde knapp südlich des Tirpitzhafens, der zum Stützpunkt Kiel der Deutschen Marine gehört. Wenn es sich nicht auf Ausbildungsfahrt befindet, liegt auch das Segelschulschiff "Gorch Fock" in Sichtweite. Vorsicht jedoch vor ein- und auslaufenden U-Booten. Voller Service und gute Verkehrsanbindung. www.sporthafen-kiel.de

7 Düsternbrook

Wer möglichst dicht am Stadtzentrum festmachen möchte, sollte sich einen Liegeplatz in Düsternbrook suchen – oder in einem der anderen, jedoch kleineren Häfen entlang der Kiellinie, wie die Uferstraße entlang der Förde hier passend heißt, also an der Blücherbrücke, der Reventloubrücke oder im (südlichsten) Sporthafen Seeburg. www.sporthafen-kiel.de

8 Kiel

Ende Juni wird die Fördestadt in jedem Jahr zur Festivalhochburg: Denn die "Kieler Woche" ist mit ihren internationalen Segelwettfahrten nicht nur eines der größten Sportereignisse weltweit, sondern auch ein riesiges Volksfest, mit Hunderten Musikkonzerten und Schiffsbesuchen aus aller Welt. Ein echtes Spektakel – allerdings mit schlechten Aussichten auf spontane Gastliegeplätze. www.kieler-woche.de

>>> TIPP Kreuz und quer auf der Förde: Wer mehrere Tage hat, sucht sich seinen Wunschhafen aus und bleibt dort. Die schwarz-weißen Schiffe der Fördefährlinien laufen jeden Ort an und bringen Sie danach auch wieder zurück.

9 Mönkeberg

Am grünen Ostufer hat die Wassersport-Vereinigung Mönkeberg ihren Vereinshafen. Schöne Liegeplätze in ruhiger und entspannter Atmosphäre bei komplettem Service. Wohl einmalig: Der Hafenmeister hat sein Büro in einem ausgedienten Leuchtturm – dem ausrangierten Quermarkenfeuer von Neukirchen an der Flensburger Förde. www.wvm-online.de

10 Heikendorf

Heikendorf bietet etwas weiter nördlich im Hafen Möltenort ebenfalls gemütliche Gastplätze. Hier liegt auch das schwimmende Vereinsheim des Heikendorfer Yacht Clubs: das alte dänische Feuerschiff "No. 15 Læsø Rende" von 1887. www.hyc86.de

11 Laboe

Mit der modernen Full-Service-Marina Baltic Bay (Schwimmstege) und dem Stadthafen (Pfahlboxen) verfügt das Ostseebad Laboe über ausreichend Platz für Gästecrews, die es an den nahen Strand zieht. www.schiffswerftlaboe.de, www.laboe.de

12 Marine-Ehrenmal

Mit seinem monumentalen Turm (mit Aussichtsplattform) erinnert das Ehrenmal an die getöteten deutschen Marineangehörigen. Am Strand davor kann das Museums-U-Boot "U-995" aus dem Zweiten Weltkrieg besichtigt werden. www.deutscher-marinebund.de

13 Wendtorf

Der Vollständigkeit halber: große Marina mit vollem Service im Nordosten der Förde – eigentlich schon auf dem Weg nach Fehmarn... www.marina-wendtorf.de

>>> TIPP Gilt in der Kieler Förde fast überall: Ein grünes Schild am Steg bedeutet "frei für Gastlieger". Wer bei Rot festmacht, bekommt die gleichfarbige Karte!

Etappenplan