Der Einhandsegler war von Kirchdorf auf Poel nach Kühlungsborn unterwegs, als das Wetter zunehmend stürmisch wurde. Südlich der Sandinsel Kieler Ort suchte er im Salzhaff Schutz und ging mit seiner etwa neun Meter langen Segelyacht vor Anker.
Nach Mitternacht am 18. Oktober 2026 hielt der Anker nicht mehr. Bei Böen von sieben bis acht Beaufort vertrieb die Yacht ins Flachwasser. Dort drohten Steine den Rumpf zu beschädigen. Der Mann alarmierte die Seenotretter.
Die freiwillige Besatzung der „Wolfgang Wiese“ von der DGzRS-Station Timmendorf auf Poel lief um 0.40 Uhr aus. Für die rund acht Seemeilen bis zum Einsatzort brauchte sie im groben Seegang nahezu eineinhalb Stunden. Normalerweise lässt sich die Strecke nach Angaben der DGzRS in etwa 20 Minuten zurücklegen.
Der Kartenausschnitt von Salzhaff und Poel zeigt das Ankergebiet südlich von Kieler Ort sowie den Hafen Timmendorf zur räumlichen Orientierung.
Vor Ort erschwerten Böen und Regenschauer die Sicht. Die Yacht lag bereits so weit im Flachwasser, dass Freischleppen zunächst nicht möglich war. Die Seenotretter entschieden, den Einhandsegler von Bord zu holen.
Ein auf dem Vorschiff angeleinter Seenotretter ergriff den Mann, als die „Wolfgang Wiese“ kurz nahe genug an die Yacht herankam. Anschließend setzte der Bootsführer sofort zurück, damit das Rettungsboot nicht selbst festkam.
Am Sonntag, 18. Oktober, unterstützten die Seenotretter auch beim Befreien der Yacht. Danach konnte der Segler mit seinem Boot einen nahegelegenen Hafen anlaufen.
Warum der Anker in diesem Fall seinen Halt verlor, geht aus der Mitteilung der DGzRS nicht hervor. Angaben zu Ankertyp und ausgebrachter Kettenlänge fehlen. Ein konkreter Ausrüstungs- oder Bedienfehler lässt sich daraus nicht ableiten.
Für einen sicheren Ankerstopp müssen Anker und Untergrund zusammenpassen. Ebenso wichtig sind ausreichend ausgebrachtes Ankergeschirr und das kontrollierte Einfahren des Ankers. Ob Kette oder Ankerleine mit Kettenvorlauf: Die Zusammenstellung muss zum Boot und den Bedingungen passen. Der Praxisbeitrag zum Ankern mit dem Motorboot erklärt die Auswahl des Geschirrs, den Manöverablauf und die Ankerwache.
Auch ein zunächst geschützter Liegeplatz kann bei einer Wetteränderung unruhig werden. Deshalb gehören die erwartete Windentwicklung und möglicher Schwell bereits zur Ankerplatzwahl. Die Position sollte regelmäßig überprüft werden, damit ein Vertreiben früh auffällt.
Webinar-Tipp: Die Auswahl des Ankerplatzes, passende Ausrüstung und den Ablauf des Ankermanövers vertieft das Webinar zum Ankern mit Hinweisen für die Praxis.
Welche Erfahrungen haben Sie mit einem slippenden Anker gemacht, und woran haben Sie das Vertreiben bemerkt?

Redakteur Test & Technik
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