Loopia 290Eine Plattform für viele Möglichkeiten

Michael Good

 · 30.04.2026

Neue Marke, neues Konzept. Sea Loop Marine bringt mit der Loopia 290 ein spannendes und sehr vielseitiges Pontoon-Konzept auf den Markt.
Foto: Sealoop Marine
​Mit Sea Loop Marine entsteht in Les Sables d’Olonne an der französischen Atlantikküste eine neue Bootsmarke für elektrisch angetriebene Pontoon-Boote. Das erste Modell heißt Loopia 290 Family und soll ab September 2026 in Produktion gehen. Der neun Meter lange Katamaran verbindet das großzügige Raumkonzept klassischer Pontoon-Boote mit einem europäischen Konstruktions- und Nachhaltigkeitsanspruch.

​Die Konstruktion der Loopia 290 stammt aus dem Studio von Marc Lombard Yacht Design in La Rochelle. Auch bei der Fertigung setzt die Werft auf kurze Wege: Zulieferer und Partner sollen möglichst aus der unmittelbaren Umgebung stammen. Rumpf und Decks entstehen zunächst im Auftrag bei Alubat, dem bekannten Aluminium-Spezialisten für Segelboote mit den Marken Ovni und Cigale. Später will die Werft Sea Loop Marine die Boote in einer neuen Produktion komplett selbst herstellen. Der Rumpf wird aus recycelbarem Aluminium gebaut und soll damit robust, langlebig und am Ende des Lebenszyklus leichter wiederverwertbar sein.

Nur für geschützte Gewässer

Die Loopia 290 ist als offene, ebene Plattform konzipiert. Die Gattung der Pontoon-Boote ist vor allem in Nordamerika populär, dort wegen ihres großen Platzangebots, der Stabilität und des einfachen Handlings. Sea Loop Marine überträgt dieses Prinzip auf ein modernes Elektroboot für europäische Reviere. Gedacht ist das Boot für Binnengewässer, geschützte Küstenbereiche, Charterbetriebe, Vereine und private Eigner, die viel Bewegungsfläche und einen unkomplizierten Zugang zum Wasser suchen.

Ein zentrales Merkmal ist das behindertengerechte und rollstuhlfreundliche Konzept. Der Decksplan kommt ohne Stufen aus. Die Wege sind breit gehalten, und der Zugang vom Steg soll möglichst einfach erfolgen. Damit richtet sich die Loopia 290 auch an Crews mit eingeschränkter Mobilität. Selbst die Toilette ist platzsparend integriert: Sie befindet sich unter dem Sitz des Steuermanns und kann mit einem Vorhang abgetrennt werden.

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Mehrere Versionen, je nach Nutzen und Anspruch

Zum Start ist die Version Loopia 290 Family vorgesehen. Sie ist auf Tagesfahrten mit Familie, Freunden oder Gästen ausgelegt und bietet viel Sitz- und Aufenthaltsfläche für bis zu 20 Personen. Später sollen weitere Varianten folgen: eine Fishing-Version für Angler, eine Diving-Version für Taucher sowie eine Touring-Version zum Cruisen und Übernachten. Außerdem ist bereits ein größeres Modell, die Loopia 350, geplant. Dazu sind bis dato aber noch keine Details bekannt geworden.

Der Antrieb der Loopia 290 ist elektrisch. Nach den technischen Daten kommen zwei Elektromotoren mit je 40 kW vom Hersteller ePropulsion zum Einsatz. Die Motoren werden als Außenborder installiert, alternativ prüft die Werft aber auch die Möglichkeiten für Einbaumaschinen. Zudem arbeitet Sea Loop Marine an Hybridlösungen. Die Batteriekapazität wird mit 92 kWh angegeben. Bei langsamer Fahrt werden rund 57 Seemeilen Reichweite bei 6 Knoten Fahrt genannt, bei Höchstfahrt etwa 15 Seemeilen. Bei voller Kraft soll die Loopia 290 bis zu 16 Knoten erreichen können, so die Berechnungen der Konstrukteure.

Das erste Boot soll 2027 als Neuheit vorgestellt werden. Eine konkrete Preisliste oder Standard-Spezifikationen hat die Werft noch nicht veröffentlicht. Sie nennt aber bereits einen ersten Basispreis für die Loopia 290 Family von 270.000 Euro netto, inklusive der Antriebe.

Technische Daten Loopia 29 Family

  • Rumpflänge: 8,50 m
  • Gesamtlänge mit Badeplattform: 9,00 m
  • Breite: 3,90 m
  • Breite Rumpf: 1,15 m
  • Tiefgang: 0,53 m
  • Durchfahrtshöhe: 2,87 m
  • Gewicht: 4,2 t
  • CE Entwurfskategorie: B (12) / C (16) / D(20)

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Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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