Wer Abenteuer erleben möchte, wendet sich an Arksen. Unter der Marke gibt es Reisen, Kleidung sowie robuste Boote und Yachten mit hohem Wiedererkennungswert. Zuletzt haben wir in BOOTE EXCLUSIV den Explorer Arksen 85 vorgestellt. Ganz neu ist nun die 55, Teil der groß angelegten Adventure-Serie. Wir haben CEO Jasper Smith in Monaco getroffen.
Das Interview findet an Bord einer Arksen 8 statt. Die Sitzgelegenheit für die Journalistin, ein einladender Steuersessel, überschüttet der Chef zunächst mit dem Inhalt seines Kaffeebechers. “Oh nein”, ruft er, entschuldigt sich und nimmt dankbar Taschentücher an. Kurz über die Polster gewischt, fertig. Nichts mehr zu sehen. Platz nehmen, bitte!
Jasper Smith: Bei uns stellt sich immer die Frage: Wie baut man ein Unternehmen auf, auf das man wirklich stolz sein kann? Wenn man sich anschaut, was Patagonia im Outdoor-Bereich geschaffen hat, sieht man eine wunderbare Unternehmenskultur, die stark auf die Lieferkette fokussiert ist und Naturschutz sowie Abenteuer in den Mittelpunkt stellt. Genau das versuchen wir auch. Allem, was wir bauen, einen Sinn zu geben. Das wird nicht jedem gefallen, schließlich ist unsere Branche traditionell geprägt. Aber wir versuchen, die Dinge anders anzugehen und zu sehen, wie es funktioniert.
Wir verstehen das, was wir tun, als eine Art Reise – und zwar die Reise, die ein Kunde mit unserer Marke zurücklegt. Manche haben eine junge Familie und möchten ein Dayboat oder ein Schlauchboot, um fischen oder tauchen zu gehen. Andere sind älter, vielleicht wohlhabender, haben mehr Zeit und möchten die Welt bereisen. Als wir das Unternehmen gründeten, haben wir uns gefragt: Was wollen wir selbst erreichen, und was wollen die Menschen, mit denen wir arbeiten? Es gab bisher kaum Marken, bei denen man vom kleinen bis zum großen Boot alles bekommen und sich dabei wie ein Teil derselben Familie fühlen konnte. Mit dem gleichen Anspruch an technische Qualität, Kundenservice und Abenteuerlust. Und mit dem Bewusstsein, etwas Gutes für den Planeten zu tun.
Es geht uns darum, eine Art Bewegung zu schaffen. Deshalb haben wir auch unsere Stiftung „10 % for the Ocean“ gegründet – das Herzstück von Arksen. Der Ausgangspunkt dafür ist erschreckend einfach: Von allen weltweiten Spenden – und das ist eine enorme Summe – fließen gerade einmal 0,3 Prozent in den Schutz der Ozeane. Dabei bedeckt dieses größte Ökosystem der Erde 77 Prozent des Planeten, liefert uns jeden zweiten Atemzug und ernährt täglich 2,5 Milliarden Menschen. Und trotzdem bekommt es nur 0,3 Prozent aller Spenden. Also haben wir uns gefragt: Wie baut man eine Marke wie Arksen auf, bei der Naturschutz im Zentrum steht? Genau das versuchen wir umzusetzen. Deshalb auch unser breites Sortiment, das von Booten bis hin zu Socken, Jacken oder Mützen reicht.
Wir haben unsere Adventure-Serie vorgestellt – ein komplett überarbeitetes Sortiment. Dazu gehören die 35 und die 45, Kabinenboote aus reinem Aluminium, gebaut in Finnland. Mit Details wie herunterklappbaren Fenstern, die ein fließendes Innen-Außen-Erlebnis ermöglichen. Die 35 hat ein oder zwei Außenbordmotoren. Die 55 bekommt drei Kabinen und eine komplette Angelausstattung. Dazu wahlweise Innen- oder bis zu vier Außenbordmotoren. Dank großer Solaranlagen lässt sich die gesamte Bordversorgung komplett autark betreiben. Die Adventure-Serie ist eine fantastische Mittelklasse-Plattform, perfekt für Familien und Abenteurer. Die Arksen 55 hat eine Reichweite von rund 400 Meilen, die 35 etwa 250 Meilen.
Genau, die Reichweite ist wirklich beeindruckend. Für diese neue Serie haben wir mit dem Jarrko Jämsén zusammengearbeitet. Wir entwickeln gemeinsam seit sieben Jahren an diesem Konzept. Entworfen und gebaut wird in Finnland. In Helsinki gibt es eine Statue, die man frei übersetzt „Der Schmied“ nennen könnte. Sie steht sinnbildlich für die finnische Kultur von Kameradschaft, Handwerkskunst und harter Arbeit. Genau diese Werte spiegeln sich auch in der Bauqualität unserer Boote wider. Die Werft fertigt unter anderem Patrouillen- und Handelsschiffe. Das ist unser grundsätzlicher Ansatz: Wir lassen unsere Boote bei kommerziellen Werften bauen, die eigentlich Arbeitsboote statt Yachten herstellen, und verfeinern den Bauprozess gemeinsam. Um genau das Ergebnis zu erzielen, das wir uns vorstellen. Mit entsprechend hoher Qualität.
Ja, aktuell arbeiten wir an zwei weiteren Designs, insgesamt also an drei bis vier neuen Projekten. Bei den größeren Modellen handelt es sich um einen Explorer mit 35 bis 37 Meter Länge sowie um eine größere Version mit 46 bis 48 Meter im gleichen Design. Besonders spannend finden wir derzeit das Format um die 24 Meter – und die Frage, wie man in diesem Rahmen mehr Volumen schaffen kann. Während die Arksen 85 der perfekte globale Expeditionsbegleiter für Langstrecken ist, suchen viele Kunden eher ein Boot für kürzere Strecken, etwa für 20 oder 50 Meilen. Darüber denken wir intensiv nach. Es gibt also immer viel Forschung und Entwicklung bei uns.
Ja, absolut. Uns gefällt diese Ehrlichkeit und Authentizität, die durch den Einsatz natürlicher Materialien entsteht. Aluminium eignet sich hervorragend für den Bootsbau, da Bauxit eines der häufigsten Rohstoffe der Erde ist. Zudem ist Aluminium unter Nachhaltigkeitsaspekten kaum zu übertreffen. Es ist unendlich oft recycelbar, und erstaunliche 70 Prozent des weltweit jemals produzierten Aluminiums befinden sich noch heute im Umlauf. Natürlich kann man unsere Boote auch lackieren lassen. Aktuell haben wir vier Boote dieser neuen Serie in Produktion – zwei sind bereits im Wasser, eines befindet sich in der Vertragsphase. Insgesamt haben wir bislang etwa 15 Boote dieses Typs gebaut. Zusätzlich betreiben wir ein eigenes Geschäftsfeld für kommerzielle Boote, in dem wir im letzten eineinhalb Jahren rund 15 weitere Boote realisiert haben.
Unter anderem für die Küstenwache, Hafenmeister, Tauchbetriebe und Reiseveranstalter, etwa in Island. Wirklich vielseitige und spannende Einsatzbereiche. Zusätzlich haben wir hier ja noch eine 10- und eine 12-Meter-Version im Sortiment sowie die 35. Die Arksen 55 kommt sogar mit einer vorderen Plattform, auf der sich zum Beispiel Motorräder transportieren lassen. Besonders interessant: Das Boot ist mit einer speziellen Beschichtung namens „Raptor“ lackiert, wie sie sonst für Ladeflächen von Pickup-Trucks verwendet wird. Robust genug, um selbst einem Hammerschlag ohne Dellen standzuhalten. Das passt perfekt zu uns. Ein Boot soll genutzt werden können, ohne dass man ständig vorsichtig damit umgehen muss.

Redakteurin News & Panorama
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