CRN liefert 70 Meter ab„Cerulean“ – Stil, der nicht vergeht

Sören Gehlhaus

 · 18.09.2026

Das geradlinige Exterieur stammt von Vripack Yacht Design. Die Niederländer waren zudem an der vorläufigen Konstruktion und an der Ausarbeitung des Layouts beteiligt.
Foto: CRN
​CRN hat die 70 Meter lange „Cerulean“ nach erfolgreichen Tests und Probefahrten an ihren Eigner übergeben. Der zuvor als Projekt „Thunderball“ bekannte Neubau entstand als Stahl-Alu-Verdränger mit klassischer Silhouette, gestaltet von Vripack und Nauta.

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Von Projekt „Thunderball“ zu „Cerulean“

Der 70 Meter lange Neubau „Cerulean“ hat CRN verlassen. Nach erfolgreich absolvierten Tests und Probefahrten wurde der Stahl-Alu-Format an ihren Eigner übergeben. Zuvor war das vollständig individuell geplante Projekt unter dem Namen „Thunderball“ bekannt.

Mit „Cerulean“ lieferte die zur Ferretti-Gruppe gehörende Werft einen Verdränger ab, der klassische Linien mit moderner Technik und einer konsequent auf den Eigner zugeschnittenen Gestaltung verbindet. Der Neubau entstand am Standort Ancona an der Adria, wo auch die Metallbauten der Ferretti-Marken Custom Line und Pershing gefertigt werden.

Klassische Silhouette, moderne Technik

„Cerulean“ misst 70 Meter in der Länge und elf Meter in der Breite. Bei einem Innenraumvolumen von 1.100 Gross Tons verteilen sich die Räume auf drei Decks. An Bord finden bis zu zwölf Gäste Platz, untergebracht in einer Eignersuite und fünf VIP-Kabinen. Für die Crew stehen neun Kabinen für insgesamt 15 Crewmitglieder zur Verfügung.

Die sanft gerundeten Bilgen und die durchgehend glatte Oberfläche sollen der Yacht einen ruhigen, zeitlosen Auftritt verleihen. Auffällig unauffällig ​zeigen sich „Ceruleans“ reduzierte Linien mit der flachen Silhouette und dem klassisch gestreckten Bug im schlanken Profil. Es hat den Anschein, als hätten die Designer von Vripack auf Jon Bannenbergs Meisterwerk „The One“ (71 m) geschielt, die Lürssen 1973 als „Carinthia VI“ baute.

Das äußere Erscheinungsbild stammt von Vripack Yacht Design. Die Niederländer waren zudem an der vorläufigen Konstruktion und an der Ausarbeitung des Layouts beteiligt. Für das Interieur und die Gestaltung der Außenbereiche zeichnete das italienische Büro Nauta Design verantwortlich. Y.CO betreute das Projekt auf Eignerseite und übernahm unter anderem technische Beratung, Projektmanagement sowie die Koordination beteiligter Zulieferer.

Gestaltung aus einem Guss

Ein zentrales Gestaltungsthema von „Cerulean“ ist die Verbindung zwischen Innen- und Außenbereichen. Formen und Proportionen sollen sich über die gesamte Yacht hinweg wiederholen. Muster werden dabei in unterschiedlichen Maßstäben, Materialien und Funktionen aufgegriffen.

So entsteht laut CRN eine durchgängige Gestaltung, die nicht auf einen einzelnen Effekt setzt, sondern auf das Zusammenspiel vieler Details. Der maritime Charakter wird mit zeitgemäßen Materialien und einer zurückhaltenden, nicht an Trends orientierten Formensprache verbunden.

Die Auslegung folgt dabei den Vorstellungen des Eigners. Von der Materialauswahl bis zu den technischen Systemen wurden die Entscheidungen in enger Abstimmung zwischen Werft, Designern und Auftraggeber getroffen. Das Ergebnis soll eine Yacht sein, deren Räume nicht nur repräsentativ wirken, sondern auch unterschiedliche Nutzungen an Bord unterstützen.

Energiespeicher für leiseren Betrieb

Technisch sticht das integrierte Energy Storage System hervor. Es steuert die Energieflüsse an Bord abhängig vom jeweiligen Betriebszustand und kann Lastspitzen kappen (Peak Shaving). Vor Anker soll das System außerdem einen möglichst geräuscharmen Betrieb unterstützen. CRN nennt darüber hinaus eine deutliche Verringerung des Kraftstoffverbrauchs.

CRN setzt auf Einzelanfertigungen

Die „Cerulean“ ist keine Serienyacht, sondern eine vollständig individuelle Konstruktion. CRN baut in Ancona vor allem große Stahl- und Aluminiumyachten nach Kundenvorgaben. Bei solchen Projekten werden Rumpf, Raumaufteilung, Technik, Innenausbau und Außenbereiche von Beginn an auf den jeweiligen Eigner zugeschnitten.

Zuvor legte bei CRN in Ancona die 68 Meter ​lange „Amor à Vida“ ab, im Bau befinden sich Projekt Poe (72 m) und Baunummer 144 (86 m).

Technische Daten „Cerulean“

MerkmalAngabe
WerftCRN, Ancona
Yachtname„Cerulean“
Früherer Projektname„Project Thunderball“
Länge über alles70 Meter
Breite11 Meter
Bruttoraumzahl1.100 GT
BauweiseStahl und Aluminium
Yacht-TypVerdränger
Decks4
Gäste12
Crew15 Personen in 9 Kabinen
Außendesign und VorentwurfVripack Yacht Design
Interieur und AußenbereicheNauta
Eignervertretung und ProjektmanagementY.CO
ÜbergabeSeptember 2026

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Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

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