Designer HobbysPeder Eidsgaard baut Holzboote mit seinen Söhnen

Martin Hager

 · 24.05.2026

Fjord-Transport: Peder Eidsgaard verbringt die Sommer im Ferienhaus an Norwegens Südküste mit den Söhnen Sebastian, Nicolai und seiner Frau Ewa.
Foto: privat
Der Superyacht-Designer Peder Eidsgaard verbringt jeden Sommer mit seiner Familie an Norwegens Südküste. Dort entstand eine besondere Tradition: Gemeinsam mit seinen Söhnen Sebastian und Nicolai fertigt er Miniaturboote aus Resthölzern. Die robusten Modelle entstehen ohne festen Plan und werden mit Freunden geteilt.

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Peder Eidsgaard kann nicht aufhören, über Design nachzudenken. Der norwegische Superyacht-Designer, bekannt für Entwürfe wie „Irisha" und „Madsummer" oder das Lürssen-Projekt Ziggy, findet sein kreatives Ventil nicht nur im Beruf. Jeden Sommer zieht die Familie ins Ferienhaus an der norwegischen Südküste. Dort wachen sie mit salziger Meeresluft auf, unternehmen Bootstouren und schwimmen im Meer. In dieser Umgebung begannen seine Söhne Sebastian, elf Jahre alt, und Nicolai, neun Jahre alt, kleine Holzboote und Hütten zu bauen. Was als Aktivität unter Brüdern startete, entwickelte sich zur Familientradition. Heute entwerfen, bauen und bemalen Peder, seine Frau Ewa und die beiden Jungen die Werke gemeinsam. Die Entwürfe entstehen manchmal geplant, oft entwickeln sie sich während des Baus.

Recycling-Projekt aus dem Baumarkt

Die Familie verwendet ausschließlich Resthölzer aus dem örtlichen Baumarkt. „Meine Arbeit ist ein perfektes Ventil für mein kreatives Schaffen; doch mein Gehirn ist immerzu besessen von Ästhetik und konstruktiven Zeichnungen", erklärt Eidsgaard. Die kreative Rastlosigkeit macht seine Familie mitunter verrückt, findet aber in den Sommerprojekten einen produktiven Ausgleich. Die Holzboote sind robust gebaut und nicht leicht kaputtzugehen. Deshalb teilen die Kinder sie gern mit Freunden, die zu Besuch kommen. Die Oberfläche bleibt bewusst rau und markant.

Erinnerungen für den Winter

Die Modelle sind nicht dazu bestimmt, edel oder wertvoll zu sein. Ihr Zweck liegt in der gemeinsamen Zeit und den Erinnerungen, die sie schaffen. Während der kalten Wintermonate denkt Eidsgaard an die langen Sommertage zurück. Er erinnert sich an das Sitzen auf heißen Schieferfliesen, die gebleichten, zerzausten Haare seiner Söhne und ihre strahlenden Gesichter mit kleinen Sommersprossen. „Ich zähle die Tage bis zum nächsten Sommer", sagt der Designer. Die Miniaturboote dokumentieren eine Familientradition, die Handwerk, Kreativität und gemeinsame Zeit verbindet.

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So kam Peder Eidsgaard vom Magazin zum Studio

Eidsgaard wurde in Norwegen geboren und wuchs dort als Engländer auf. Im Alter von zwölf Jahren las er in einem Magazin über Londoner Superyacht-Designer. Seitdem stand sein Berufswunsch fest. 2005 gründete er das Studio Harrison Eidsgaard, das sich mit Ausnahme-Yachtentwürfen in der Szene etablierte. Die Sommerwochen an der Südküste Norwegens bieten ihm den Kontrast zur professionellen Designarbeit. Dort entstehen keine millionenschweren Yachten, sondern einfache Holzmodelle aus Baumarkt-Resten. Die Projekte zeigen, dass Design nicht immer Perfektion bedeuten muss, sondern auch in roher, markanter Form Freude bereiten kann.

​​Dieser Artikel erschien erstmals in BOOTE EXCLUSIV 1/2021 und wurde für diese Online-Version aktualisiert.


Martin Hager

Martin Hager

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv

Martin Hager ist Chefredakteur der Magazine YACHT und BOOTE EXCLUSIV. Er segelt seit seiner Kindheit, Surfen, Kitesurfen und Wingfoilen ergänzen seit vielen Jahren seinen sportlichen Horizont. Die Liebe zum Wassersport führte ihn zum Schiffbaustudium und von dort im Jahr 2004 in die Hamburger Redaktion des Delius Klasing Verlages. Seine Leidenschaft für den Bootsbau, die Yachtbranche und die spannenden Charaktere, die das Yachting prägen, gibt er mit Freude weiter – sei es in seinen Artikeln, als auch im Gespräch mit Lesern und der Branche.

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