Oceanco hat „Indratus“ am Refit-Standort in Zwijndrecht ausgedockt. Der 72 Meter lange Versorger soll voraussichtlich Ende des Jahres abgeliefert werden. Die Niederländer führten ein umfassendes Refit im Rahmen der Zehn-Jahres-Inspektion durch, das Modernisierungen und Änderungen einschloss.
„Indratus“ wird ein Teil der Inkfish-Flotte von Gabe Newell werden. Der US-Techunternehmer bereedert bereits die 111 Meter lange „Leviathan“ und den 93-Meter-Explorer „Draak“, die beide bei Oceanco entstanden. Für Inkfish fährt zudem das 56 Meter lange Forschungsschiff „Hydra“ (Ex-„Alucia“), 100 und 162 Meter langer Flottenzuwachs befindet sich bei VARD im Bau.
„Indratus“ lief 2017 als „Game Changer“ bei Damen Yachting vom Stapel – schon als schwimmende Tauchbasis und mit Heli-Hangar, aber noch mit einer Länge von 69 Metern. Das robuste Format aus der Yacht-Support-Reihe dringt dank Polar-Code-Zertifizierung bis in die Arktis oder Antarktis vor, mit bis zu 20 Knoten wohlgemerkt. Mittlerweile wurde die Begleityacht um drei Meter im Heck verlängert und an den Look der Inkfish-Schwestern angepasst: mit grauem Rumpf, türkisem Zierstreifen und hellen Aufbauten.
Was sich heute Yacht Support (YS) nennt, wurde ursprünglich von Damen als robuster Versorger für die Offshore-Industrie entwickelt. Eine solche kommerzielle Sea-Axe-Plattform transformierte die Yachtsparte der Niederländer erstmals 2009. Mit wenigen Ausnahmen übernehmen die domestizierten Modelle das ursprünglich aus Gründen der Redundanz gewählte Antriebskonzept der vier Hauptmaschinen, die auf je eine Welle wirken. Ein Nebeneffekt sind kleinere Propeller, die wiederum weniger Tiefgang bedeuten.
In der Regel erhalten Verdränger von 50 bis 120 Metern Unterstützung durch schwimmende Schatten. Ausgelagert werden meist Helikopter – die wesentlich bessere Lande- und Startbedingungen vorfinden –, Tender, Tauchboote, Crew, Vorräte und nicht selten auch Gäste. Da viele YS-Einheiten gut 20 Knoten laufen, können sie zudem Boarding-Abläufe beschleunigen, indem sie vorauseilen und Gäste von Land einsammeln. Generell hievt die Crew den Tender schneller vom Cargodeck als aus einer engen Garage.
Werftriese Damen entwickelte den patentierten Axe Bow mit der TU Delft. Der Vertikalbug schneidet durch schwere See und unterbindet Stampfen – auch weil sich der Tiefgang im letzten Viertel erhöht, wodurch das Unterwasserschiff beim Wellenaustritt im Optimalfall nicht aus dem Wasser ragt. Die spritzwasserabweisenden Deflektorenringe zeigen sich im Steven von „Indratus“ nur im Ansatz.

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV
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