„Indratus“Forschung mit Axtbug und Heli-Hangar

Sören Gehlhaus

 · 08.10.2026

​​„Indratus“ lief 2017 als ​„Game Changer“ bei Damen Yachting vom Stapel – schon als schwimmende Tauchbasis und mit Heli-Hangar, aber noch mit einer Länge von 69 Metern.
Foto: Oceanco
​Oceanco hat den 72-Meter-Versorger „Indratus“ nach einem umfassenden Refit ausgedockt. Die frühere „Game Changer“ ergänzt bald die Inkfish-Flotte von Gabe Newell.

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​Oceanco hat „Indratus“ am Refit-Standort in Zwijndrecht ausgedockt. Der 72 Meter lange Versorger soll voraussichtlich Ende des Jahres abgeliefert werden. Die Niederländer führten ein umfassendes Refit im Rahmen der Zehn-Jahres-Inspektion durch, das Modernisierungen und Änderungen einschloss.

„Indratus“ wird ein Teil der Inkfish-Flotte von Gabe Newell werden. Der US-Techunternehmer bereedert bereits die ​111 Meter lange „Leviathan“ und den 93-Meter-Explorer „Draak“, die beide bei Oceanco entstanden. Für Inkfish fährt zudem das ​56 Meter lange Forschungsschiff „Hydra“ (Ex-„Alucia“), 100 und 162 Meter langer Flottenzuwachs befindet sich bei VARD im Bau.

Erstes ​​„Indratus“-Leben

​​„Indratus“ lief 2017 als ​„Game Changer“ bei Damen Yachting vom Stapel – schon als schwimmende Tauchbasis und mit Heli-Hangar, aber noch mit einer Länge von 69 Metern. Das robuste Format aus der Yacht-Support-Reihe dringt ​dank Polar-Code-Zertifizierung bis in die Arktis oder Antarktis vor, mit bis zu 20 Knoten wohlgemerkt. Mittlerweile wurde die Begleityacht um drei Meter im Heck verlängert und an den Look der Inkfish-Schwestern angepasst: mit grauem Rumpf, türkisem Zierstreifen und hellen Aufbauten.

​Die Yacht-Support-Gene

Was sich heute Yacht Support (YS) nennt, wurde ursprünglich von Damen als robuster Versorger für die Offshore-Industrie entwickelt. Eine solche kommerzielle Sea-Axe-Plattform transformierte die Yachtsparte der Niederländer erstmals 2009. Mit wenigen Ausnahmen übernehmen die domestizierten Modelle das ursprünglich aus Gründen der Redundanz gewählte Antriebskonzept der vier Hauptmaschinen, die auf je eine Welle wirken. Ein Nebeneffekt sind kleinere Propeller, die wiederum weniger Tiefgang bedeuten.

In der Regel erhalten Verdränger von 50 bis 120 Metern Unterstützung durch schwimmende Schatten. Ausgelagert werden meist Helikopter – die wesentlich bessere Lande- und Startbedingungen vorfinden –, Tender, Tauchboote, Crew, Vorräte und nicht selten auch Gäste. Da viele YS-Einheiten gut 20 Knoten laufen, können sie zudem Boarding-Abläufe beschleunigen, indem sie vorauseilen und Gäste von Land einsammeln. Generell hievt die Crew den Tender schneller vom Cargodeck als aus einer engen Garage.

​Der Axtbug von „Indratus“

​Werftriese Damen entwickelte den patentierten Axe Bow mit der TU Delft. Der Vertikalbug schneidet durch schwere See und unterbindet Stampfen – auch weil sich der Tiefgang im letzten Viertel erhöht, wodurch das Unterwasserschiff beim Wellenaustritt im Optimalfall nicht aus dem Wasser ragt. Die spritzwasserabweisenden Deflektorenringe zeigen sich im Steven von „Indratus“ nur im Ansatz.


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Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

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