Brand bei Maxi DolphinMD51 Power und zwei Segelyachten zerstört

Lars Bolle

 · 27.08.2026

Die Werfthalle und die drain befindlichen Yachten brennen lichterloh.
Foto: Maxi Dolphin
Ein Brand bei Maxi Dolphin hat eine Produktionshalle und drei Boote im Bau zerstört. Neben zwei großen Segelyachten ging eine MD51 Power verloren, mit deren Vorgängermodell die italienische Werft 2007 in den Motorbootbau eingestiegen war. Verletzt wurde niemand.

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Der Brand bei Maxi Dolphin brach am Montag, 24. August 2026, gegen 22 Uhr am Werftstandort in Erbusco bei Brescia aus. Insgesamt waren 50 Feuerwehrleute mit 13 Fahrzeugen im Einsatz, darunter Verstärkung aus Bergamo und Mantua. Sie arbeiteten die gesamte Nacht und verhinderten, dass die Flammen auf einen benachbarten Betrieb übergriffen.

Das betroffene Gebäude wurde vollständig zerstört. In der Halle befanden sich eine MD51 Power, eine MD75 und eine MD80. Menschen wurden nach den bisher veröffentlichten Angaben nicht verletzt. Die Brandursache ist noch ungeklärt, eine belastbare Schadenssumme wurde nicht genannt.

MD51 Power: Leichtbau mit zwei IPS-Antrieben

Die MD51 Power ist eine 15,42 Meter lange und 4,26 Meter breite Motoryacht nach einem Entwurf von Roberto Starkel. Maxi Dolphin brachte das Modell 2007 auf den Markt und fertigte mehrere Boote mit unterschiedlichen Cockpit- und Innenraumaufteilungen. Die Werft verband klassische Linien mit einer auf geringes Gewicht ausgelegten Verbundkonstruktion.

Der Rumpf entsteht nach Herstellerangaben aus vorimprägniertem Glasfasergewebe und Epoxidharz auf einer Negativform. Als Kernmaterial dient CoreCell, anschließend wird das Bauteil im Ofen nachgehärtet. Für das Deck verwendet Maxi Dolphin dasselbe Verfahren mit Carbonfasern. Das angegebene Gewicht beträgt 10,5 Tonnen.

Die MD51 Power in Zahlen

  • Länge: 15,42 Meter
  • Breite: 4,26 Meter
  • Tiefgang: 0,98 Meter
  • Verdrängung: 10,5 Tonnen
  • Motoren: zwei Volvo Penta IPS600 mit je 435 PS
  • Höchstgeschwindigkeit: 40 Knoten
  • Reisegeschwindigkeit: 30 Knoten

Das Antriebspaket besteht aus zwei Volvo Penta IPS600 mit jeweils 435 PS. Ein direkter Vergleich von IPS und Wellenanlage erklärt die konstruktiven Unterschiede und die Auswirkungen auf Wirkungsgrad und Raumnutzung. Maxi Dolphin gibt für die MD51 Power 40 Knoten Höchstgeschwindigkeit und 30 Knoten Reisegeschwindigkeit an.

Welche Ausführung beim Brand zerstört wurde, ist nicht bestätigt. Die aktuelle Projektübersicht der Werft führte zuletzt eine MD51P Walkaround 2027 als im Bau.

Der Verlust trifft die Composite-Fertigung

Für Maxi Dolphin beschränkt sich der Schaden nicht auf die drei Neubauten. Der Standort in Erbusco umfasste mehr als 2.700 Quadratmeter Hallenfläche und Anlagen für die Fertigung großer Verbundbauteile. Dazu gehörte ein 40 Meter langer Ofen für die kontrollierte Nachhärtung. Ob der Ofen, Formen und weitere Produktionsmittel vollständig zerstört wurden, hat die Werft bislang nicht mitgeteilt.

Solche Anlagen lassen sich nicht kurzfristig durch eine gewöhnliche Gewerbehalle ersetzen. Der Bericht zur Karbonfertigung der Wally 101 zeigt, wie eng Formenbau, Lagerung, Laminierung und Aushärtung bei großen Composite-Projekten zusammenhängen. Bei Maxi Dolphin kommt hinzu, dass die Boote mit individuell abgestimmten Decks- und Innenraumkonzepten entstehen.

MD80 stand kurz vor dem Transport

Neben der MD51 Power wurden zwei Segelyachten zerstört. Am weitesten fortgeschritten war die 27,07 Meter lange MD80 von Botin & Partners. Sie sollte Ende September 2026 von Erbusco nach Marina di Ravenna gebracht werden. Das Projekt war damit nur noch wenige Wochen vom Verlassen des Werftstandorts entfernt.

Bei der MD75 und der MD51 Power sollen sich die Arbeiten dagegen noch in frühen Phasen befunden haben. Die Produktion von Motor- und Segelyachten soll an einem anderen Standort fortgesetzt werden.


Kann Maxi Dolphin seine spezialisierte Fertigung schnell neu aufbauen? Diskutieren Sie mit.

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Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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