Süden oder Norden: Beim perfekten Bootsurlaub scheiden sich die Geister. Martin Hager liebt die Hitze, das türkisblaue Meer und entspannte Tage in den Buchten des Mittelmeers, während Christian Tiedt kühlere Temperaturen, wechselhaftes Wetter und das besondere Licht des Nordens bevorzugt. Ihre Standpunkte erklären sie im Pro und Contra.
Wohin denn sonst? Wenn ich Urlaub habe, möchte ich mit meiner Familie eine gute Zeit am Meer verbringen. Dazu gehört für uns vor allem eins: Hitze. Wir lieben es, uns wochenlang nur in Flip-Flops, Boardshorts und Bikini zu bewegen, in Ankerbuchten zu liegen, zu schwimmen, zu planschen oder zu schnorcheln. Das Meer als Spielplatz, die Sonne als verlässliche Konstante – so sieht für uns ein perfekter Sommertag aus. Dieses Gefühl kenne ich noch aus der Kindheit. Meine Eltern charterten gerne in Griechenland – in der Ägäis und im Ionischen Meer. Ich erinnere mich noch gut an die Hitze und an die herrliche Erlösung, wenn der Anker fiel und man endlich ins Wasser springen konnte. Diese Momente haben mich geprägt, und ich möchte sie an meine Kinder weitergeben. Natürlich lässt sich auch in der Dänischen Südsee oder in den schwedischen Schären wunderbar Boot fahren. Doch seien wir ehrlich: Im Juli, August und September ist die Wahrscheinlichkeit, wochenlang Sonne, Wärme und türkisfarbenes Wasser zu erleben, im Mittelmeer deutlich größer. Der Süden ist für uns deshalb keine Frage des Ob – sondern nur des Wohin.
Ich gebe zu: Wenn sich die Sonne im Winter wochenlang nicht blicken lässt, wenn sich Schnee und Regen abwechseln oder eine Mischung aus beidem vom Himmel fällt, wenn alles nass, kalt oder nasskalt ist, dann spüre auch ich ihn – den Wunsch nach Wärme im Gesicht, nach mildem Wind, nach kurzen Hosen. Kein Wunder, schließlich sind wir warmblütig. Allerdings hat alles seine Grenzen. Das gilt für mich auch bei Hitze. Zu heiß, das war noch nie mein Ding. Wenn es tropisch wird, also jenseits der dreißig Grad, besonders nachts, weist mein inneres Ich wie eine Kompassnadel sehr schnell nach Norden. Das war schon immer so. Klar, Sonnenstunden und Höchsttemperaturen wie in Kos sollte man in Karlskrona nicht erwarten. Dafür ist die Witterung von den Hebriden bis nach Haparanda, sagen wir mal, vielseitiger. Na und? Wenn einem das Wetter nicht gefällt, dann wartet man halt eine halbe Stunde, sagen die Norweger. Dafür bekommt man die nordische Nacht, wunderschön mit ihrem magischen Licht und kühl genug zum Durchatmen. Und wenn man am Morgen fürs Bad über Bord springt, ist die Erfrischung trotzdem noch immer garantiert.
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Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv
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