UckermarkNatur pur im Norden Brandenburgs

Jill Grigoleit

 · 29.05.2024

Natur pur auf der Oberen Havel-Wasserstraße
Foto: Christian Tiedt
Lese
Unser erster Törn der Saison führt uns von Zehdenick aus entlang der Oberen Havel-Wasserstraße nordwärts. Eine Woche lang sind wir mit der „Gitti“, einer Linssen Grand Sturdy 35.0 AC unterwegs in der Uckermark. Der komfortable Stahlverdränger gehört zur Flotte von East West Charter. Von der Basis in der Marina Zehdenick am Prerauer Stich aus geht es flussaufwärts. Wir erkunden die Obere Havel und ihre Nebengewässer, das nach sieben Jahren Bauzeit an der Schleuse Kannenburg endlich wieder zugängliche Templiner Gewässer und das Lychener Seenkreuz im Nordosten Brandenburgs. Im Nordwesten statten wir mit Fürstenberg dem „Tor zur Mecklenburger Seenplatte“ einen kurzen Besuch ab.

Freie Fahrt nach Templin

Erst vor wenigen Wochen hat die neue Schleuse Kannenburg ihre Tore wieder geöffnet. Sieben lange Jahre waren die Templiner Gewässer nicht durchgängig schiffbar gewesen.

Zwischen Berlin und der Müritz erstreckt sich ein Chartergebiet, das mit kurvenreichen, naturbelassenen Kanälen, dichten Wäldern und Natur pur lockt. Wüsste man es nicht besser, man würde kaum merken, dass man auf einer ausgebauten Wasserstraße unterwegs ist. Stundenlang prägen Seerosen und Schilf die Ufer, abschnittsweise ist kaum ein Zeichen von Zivilisation zu erblicken.

Die Abmessungen der Wasserstraße und der Schleusen, ausgelegt auf das “Finowmaß” (43 × 5 Meter) sind für moderne Binnenschiffe viel zu klein, so dass die Wasserstraße heute nur noch von Fahrgastschiffen und von der Sportschifffahrt genutzt wird. Wir passieren diverse Schleusen, allesamt Selbstbedienungsschleusen. In den Häfen hat sich einiges getan in den letzten Jahren: Im Stadthafen Templin wartet eine nagelneue Steganlage auf Gastlieger und in Lychen hat 2023 der neue Stadthafen mit einem Bistro und einer Bar eröffnet.

Wasser wohin das Auge blickt

Mit über 500 Seen und zahlreichen Flüssen ist die Uckermark eine der wasserreichsten Regionen Deutschlands. Der Naturpark Uckermärkische Seen bietet unzählige idyllische Ankerbuchten und ist ein Paradies für Vogelliebhaber: Neben dem Fischreiher, den wir gefühlt hinter jeder Flussbiegung erblicken, begegnet uns auch ein Eisvogel. Mit etwas Glück kann man hier auch Fischadler, Otter und Biber sichten. Und die Ortschaften mit ihren bewegten Geschichten und historischen Bauwerken bieten ein nicht minder vielseitiges Programm für Landgänge. In Zehdenick erfahren wir, wo die Ziegel hergestellt wurden, mit denen große Teile Berlins errichtet wurden und in Himmelpfort, wo der Weihnachtsmann wohnt.

Lesen Sie hier den Reisebericht in zwei Teilen:

Artikel teilen:
Jill Grigoleit

Jill Grigoleit

Redakteurin Reise

Jill Grigoleit lebte zehn Jahre mit ihrer Familie auf einem Hausboot im eigenen Hafen südlich von Hamburg und schrieb ein Buch über den Hausbootbau und das Leben mit Kindern auf dem Wasser. Seit 2020 schreibt sie vor allem Reisereportagen und Revierporträts für YACHT und BOOTE und konnte damit ihre zwei großen Leidenschaften zum Beruf machen: Reisen und darüber schreiben. Seit Januar 2024 gehört sie fest zum Team des Reiseressorts der Wassersportredaktion von Delius Klasing. Seither sammelt sie in den verschiedensten Regionen Reviertipps und Geschichten über Menschen, die am und auf dem Wasser leben - von der Mecklenburgischen Seenplatte über die bretonische Küste bis ins kanadische Ontario.

Meistgelesen in der Rubrik Reisen