Aus für die „Missunde III"Land stoppt Pannenfähre und plant Neustart

Fabian Boerger

 · 11.08.2026

Aus für die „Missunde III": Land stoppt Pannenfähre und plant Neustart
Im März hätte die Elektrofähre “Missunde III” den Betrieb aufnehmen sollen
Die Schlei-Fähre „Missunde III" ist gescheitert. Das Land Schleswig-Holstein zieht jetzt die Reißleine – die alte „Missunde II" kommt in die Werft, und die Planung für eine neue Fähre beginnt von vorn.

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Das Drama um die Schlei-Fähre „Missunde III" nähert sich wohl seinem Ende. Seit der Inbetriebnahme Ende April häufen sich die Pannen: Die Verbindung zwischen Brodersby und Missunde fällt immer wieder aus, Reparatur folgt auf Reparatur. Die Kosten steigen unaufhaltsam. Nun steht fest, wie es weitergeht.

​Das Verkehrsministerium Schleswig-Holstein schickt die alte Schleifähre „Missunde II" in die Werft. Nach dem Ende der Sommersaison soll sie den Fährbetrieb wieder übernehmen, parallel startet das Land die Planung für eine neue Fähre. Bis dahin bleibt die problembeladene „Missunde III" im Einsatz.

Madsen macht Schluss: Die alte Fähre kommt zurück

​Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) sagt:

Eine Fähre muss vor allem eines: verlässlich fahren. Die ‘Missunde III’ hat das trotz aller Reparaturen und Nachbesserungen bisher nicht geschafft. Deshalb haben wir entschieden: Die ‘Missunde II’ kommt in die Werft und wird für den Einsatz vorbereitet."

Zudem starte die Planung für „eine mögliche neue Fähre", so Madsen weiter.

Rechtliches Nachspiel: Land prüft Schadensersatz

Damit soll der Frust um das problembehaftete Fährprojekt ein Ende finden. “Wir brauchen keine Fähre, die auf dem Papier alles kann, sondern eine, die jeden Tag zuverlässig fährt." Zuletzt soll sich mehrfach ein Sicherungshaken gelöst haben. Ein Problem, das den Betrieb schließlich zum Erliegen brachte.

​Für das beauftragte Konstruktionsbüro könnte das Ganze ein rechtliches Nachspiel haben. Das Verkehrsministerium prüft nach eigenen Angaben derzeit mögliche Schadensersatzansprüche und holt entsprechende Gutachten ein.


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Von 2,5 auf 6,5 Millionen Euro

​Am 30. Juli nahm das Land die „Missunde III" wegen erneuter Probleme beim sicheren Anlegen außer Betrieb. Dabei begann die Pannenserie schon viel früher: Seit der Machbarkeitsstudie 2019 gab es Verzögerungen und Nachbesserungen, bis das Land die alte Fähre schließlich zurückkaufte.

Bei der Ausschreibung 2021 waren laut NDR ursprünglich 2,5 Millionen Euro geplant. Mittlerweile belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 6,5 Millionen Euro. ​Die Schlei-Querung nutzen jährlich rund 120.000 Fahrzeuge, 50.000 Fahrräder und zahlreiche Fußgänger.


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Fabian Boerger

Fabian Boerger

Redakteur News & Panorama

Fabian Boerger ist an der Lübecker und Kieler Bucht zuhause – aufgewachsen in diversen Jollen und an Bord eines Folkeboots. Seit September 2024 arbeitet er als Redakteur im Panorama- und News-Ressort und verbindet dort seine Leidenschaften für das Segeln und den Journalismus. Vor seiner Zeit bei Delius Klasing studierte er Politikwissenschaften und Journalistik, arbeitete für den Norddeutschen Rundfunk und das ZDF. Sein Volontariat machte er bei der MADSACK Mediengruppe (LN, RND). Jetzt berichtet er über alle Themen, die die Segelwelt bewegen – mit dem Blick des Praktikers und der Präzision des Journalisten.

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