Um fünf Uhr morgens steht endlich das Abendessen auf dem Tisch. Draußen ist es taghell. Das war es die ganze Zeit. Die Sonne ist tief über den Fjord gezogen, hat das Wasser für Stunden in weiches, goldenes Licht getaucht und steigt bereits wieder auf, ohne dazwischen verschwunden zu sein. Auf der Arbeitsfläche liegen Messer und Schneidebrett. Vier müde Angler sitzen am Tisch, während die ersten Stücke Dorsch in der Pfanne brutzeln.
Hierfür sind wir mehr als 3.000 Kilometer gefahren. Von Köln bis weit über den Polarkreis. Wir haben ein 7,20 Meter langes Offshore-Boot über Autobahnen, schwedische Landstraßen und norwegische Gebirgspässe gezogen. Wir haben es über einen Sandstrand ins Nordmeer geschoben, einen Liegeplatz organisiert und dann stundenlang geangelt. Gefangen haben wir zunächst: nichts. Wirklich nichts.
Unsere Idee, uns während dieser Reise möglichst nur von dem zu ernähren, was wir selbst aus dem Meer holen, verliert mit jeder erfolglosen Drift etwas von ihrer ursprünglichen Romantik. Mit Hunger angelt es sich nicht unbedingt besser. Eher im Gegenteil. Doch nun liegt endlich Dorsch in der Pfanne. Es riecht nach Butter, Salz und gebratenem Fisch. Die Müdigkeit ist plötzlich nicht mehr ganz so wichtig. Und weil die Sonne scheint, spielt auch die Uhrzeit keine Rolle. Mit welchem Boot die Crew rausgefahren ist und was Sie über das Revier wissen sollten, lesen Sie in diesen beiden Artikeln:

Freier Autor, Angelexperte
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