OberitalienAlpenseen mit mediterraner Seele

Antonia von Lamezan

 · 18.10.2026

Blick von der Isola Bella auf die benachbarte Fischerinsel Isola dei Pescatori.
Foto: von Lamezan/ YACHT
Zwischen Gipfeln und Palmenufern liegen Lago Maggiore, Luganersee und Lago di Como. Was die Seen auszeichnet, welche Regeln gelten und wo die besten Törnziele liegen.​

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Klares Wasser, alpine Gipfel und historische Villen direkt am Ufer: Die oberitalienischen Seen verbinden eindrucksvolle Berglandschaften mit mediterranem Lebensgefühl. Morgens hinaus aufs Wasser, nachmittags im Stadthafen festmachen und bei einem Espresso das Treiben beobachten. Für viele der Inbegriff von Dolce Vita.

Lago Maggiore, Luganersee und Lago di Como sind eigenständige Reviere, jedes mit seinem ganz eigenen Charakter. Wind, Uferlandschaft, Häfen und Vorschriften unterscheiden sich teils deutlich. Der kleinere Ortasee mit seinen stillen Ufern und dem mittelalterlichen Orta San Giulio setzt einen reizvollen Kontrapunkt zu den großen Nachbarn. Wer diese Reviere erkunden möchte, steht schon vor der Anreise vor einer grundsätzlichen Entscheidung: das eigene Boot mitbringen oder vor Ort chartern? Mit dem eigenen Boot bleibt man flexibel, sollte die Anreise aber gut vorbereiten. Slipanlagen, Kranmöglichkeiten und Liegeplätze sind nicht überall selbstverständlich und müssen mitunter frühzeitig organisiert werden.

Am Lago Maggiore und am Luganersee kommt die Landesgrenze hinzu: In Italien und der Schweiz gelten unterschiedliche Führerscheinregelungen für Fahrzeuge mit Motorantrieb. Auch für ausländische Boote gibt es beim Einwassern besondere Vorschriften.

Auf dem vollständig in Italien gelegenen Lago di Como steht dagegen vor allem der Wind im Mittelpunkt der Törnplanung. Wer die typischen Windsysteme kennt, kann seine Ausfahrten besser auf den Tagesverlauf abstimmen.

Welcher See es auch wird: Es lohnt sich, die Eigenheiten des Reviers vorab kennenzulernen: Wo lässt sich das Boot am besten zu Wasser bringen? Was ist bei Wind, Navigation und Vorschriften zu beachten? Und welche Häfen und Buchten sind einen Stopp wert? Ein Blick auf die drei großen Reviere zeigt, was Skipper dort erwartet.

Eine hilfreiche Website für Skipper zur weiteren Recherche ist Portolago.com.


Lago Maggiore

Der Lago Maggiore bietet Bootsfahrern auf 66 Kilometern Länge ein abwechslungsreiches Revier, vom entspannten Süden bis zum alpinen Norden. Damit der Törn auf dem Grenzsee reibungslos verläuft, erfahren Skipper hier alles Wichtige zu Formalitäten, Regeln auf dem Wasser und vorhandener Infrastruktur.


Luganersee

​Stark verzweigt und von steilen Bergen umgeben: Der Luganersee erstreckt sich über rund 49 Quadratkilometer zwischen dem Tessin und der Lombardei. Rund 63 Prozent seiner Fläche liegen in der Schweiz, der übrige Teil in Italien. Für Skipper bietet das Revier viel Abwechslung, bringt aber auch einige Regelungen und Windbedingungen mit sich, die es zu kennen lohnt.


Lago di Como

​Der Lago di Como verbindet spektakuläre Alpenlandschaften, mondäne Orte und interessante Bedingungen für Wassersportler. Zwischen Como, Gera Lario und Lecco eröffnet sich ein vielseitiges Revier mit einem ausgeprägten Windsystem. Was du bei einem Törn auf Italiens drittgrößtem See wissen solltest, erfährst du hier.


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Buchtipp

Alpenseen verbindet Fotografien von Nico Krauss mit Reviertexten und porträtiert unter anderem Lago Maggiore, Gardasee, Iseosee und Comer See. Der Bildband ergänzt den Blick auf die oberitalienischen Seen um Landschaften und unterschiedliche Wassersportmöglichkeiten, vom Motorboot übers Segeln bis zum Stand-up-Paddeln. Wer Anregungen für das nächste Reiseziel sucht, erhält auf 144 Seiten einen visuellen Überblick über diese und weitere Reviere im Alpenraum. (shop.delius-klasing.de)

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Antonia von Lamezan ist gebürtige Hamburgerin und studierte Kultur- sowie Sozialwissenschaftlerin (Lüneburg/Kopenhagen). Obwohl die Seefahrt zur Familiengeschichte gehört, fand sie den eigenen Weg aufs Wasser erst als Erwachsene – dann jedoch mit voller Begeisterung und Konsequenz: Innerhalb eines Jahres absolvierte sie alle für die Langfahrt erforderlichen Scheine, tauschte das geregelte Stadtleben gegen das eigene Boot und segelte zwei Jahre lang auf eigenem Kiel durch Europa. Als Volontärin in der Redaktion verbindet sie nun fachlichen Hintergrund mit ihrer Leidenschaft für das Meer, Boote und das Schreiben.

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