RevierLago di Como - Italien pur

Antonia von Lamezan

 · 17.10.2026

Ein typisches Bild, auch auf dem Lago di Como: Klassische Motorboote, die als Wassertaxis und für Ausflüge eingesetzt werden, wie hier am Anleger in Bellagio.
Foto: von Lamezan
Der Lago di Como verbindet spektakuläre Alpenlandschaften, mondäne Orte und interessante Bedingungen für Wassersportler. Zwischen Como, Gera Lario und Lecco eröffnet sich ein vielseitiges Revier mit einem ausgeprägten Windsystem. Was du bei einem Törn auf Italiens drittgrößtem See wissen solltest.

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Seine markante Y-Form macht den Lago di Como unverwechselbar. Tief schneidet er in die Landschaft der Lombardei ein. Mit rund 146 Quadratkilometern Wasserfläche und Tiefen von mehr als 400 Metern folgt er in der Größenordnung direkt auf den Gardasee und den Lago Maggiore. Anders als der Lago Maggiore liegt er vollständig auf italienischem Staatsgebiet. Grenzformalitäten, Schweizer Bewilligungen oder Zollfragen spielen hier also keine Rolle.

​Bellagio, Varenna und Menaggio: Die drei Orte am Seezentrum

Landschaftlich ist das Revier beeindruckend: Im Norden ragen die Alpengipfel steil empor, während das Südufer sanfter abfällt. Ein besonderer Anziehungspunkt ist das Zentrum des Sees. Hier treffen seine drei Arme bei Bellagio, Menaggio und Varenna aufeinander.

Bellagio, der mondäne Klassiker am See, thront auf einer Landzunge. Auf der Ostseite lockt Varenna mit bunten Häuserzeilen, die noch an den früheren Fischerort erinnern, und mit historischen Gärten. Menaggio am Westufer ist deutlich ebener als seine Nachbarorte, deren steile Treppengassen den Charakter prägen. Der Ort gilt als sportlicher Allrounder: Hier befinden sich einer der ältesten Golfclubs Europas, mehrere Wanderwege und eine gut ausgebaute nautische Infrastruktur mit Hafen und Werftanlagen. Entlang des Südwestarms reihen sich berühmte Villen und prachtvolle Gärten aneinander. Dazu zählen die Villa Balbianello in Lenno und die Villa Carlotta in Tremezzo.


​Tipps für alpine Bootsfahrer


​Museo Barca Lariana: Eine Reise durch die Geschichte des Bootsbaus

Wer sich für die Geschichte des Bootsbaus interessiert, sollte einen Abstecher zum Museo Barca Lariana in Pianello del Lario einplanen. In der historischen Villa Bozzolo werden hunderte Exponate gezeigt, von traditionellen Holzbooten des Lago di Como bis zu eleganten Renn- und Motorbooten.

​Tivano und Breva: Das Windsystem am Lago di Como

Der Lago di Como hat ein ausgeprägtes thermisches Windsystem. Am Morgen bläst der Tivano aus Norden mit zwei bis vier Beaufort über das Wasser. Ab dem frühen Nachmittag dreht der Wind häufig auf Süd: Die Breva setzt ein und erreicht im engeren, alpinen Nordbecken rund um Domaso und Gravedona um die fünf Beaufort.

Auch auf dem Lago di Como gilt die allgemeine italienische Uferschutzzone von 300 Metern, in der die Geschwindigkeit reduziert werden muss. Wasserski, Wakeboarden und schnelle Gleitfahrt mit bis zu 27 Knoten sind erst außerhalb dieser Zone sowie im zentralen Seebereich erlaubt. Nachts gilt auf allen oberitalienischen Seen eine Höchstgeschwindigkeit von fünf Knoten Fahrt durchs Wasser.

​Dokumente, Haftpflicht und Schutz vor invasiven Arten

Da der Lago di Como kein Grenzgewässer ist, sind die Zusatzkennzeichen der Nachbarseen nicht erforderlich. Die regulären amtlichen Dokumente, etwa der Internationale Bootsschein, sowie die italienische Mindesthaftpflichtversicherung reichen aus. Wer mit dem Trailer anreist, findet vor allem am Nordufer in Domaso, Colico und Gera Lario gut ausgebaute Slipanlagen und Werften mit Kranservice.

Bei einem Revierwechsel vom oder zum Lago Maggiore beziehungsweise Luganersee gilt jedoch auch hier: Rumpf und Kühlkreislauf sollten vor dem Einwassern gründlich gespült werden, damit sich invasive Arten nicht weiter ausbreiten.


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Antonia von Lamezan ist gebürtige Hamburgerin und studierte Kultur- sowie Sozialwissenschaftlerin (Lüneburg/Kopenhagen). Obwohl die Seefahrt zur Familiengeschichte gehört, fand sie den eigenen Weg aufs Wasser erst als Erwachsene – dann jedoch mit voller Begeisterung und Konsequenz: Innerhalb eines Jahres absolvierte sie alle für die Langfahrt erforderlichen Scheine, tauschte das geregelte Stadtleben gegen das eigene Boot und segelte zwei Jahre lang auf eigenem Kiel durch Europa. Als Volontärin in der Redaktion verbindet sie nun fachlichen Hintergrund mit ihrer Leidenschaft für das Meer, Boote und das Schreiben.

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