Sturm AustenRettungseinsätze und Risiken für Boote im Hafen

Lars Bolle

 · 26.10.2026

Die Mole von Saint-Malo wird komplett überspült.
Foto: picture alliance / MAXPPP / Thomas Brégardis / Ouest-France
Sturm Austen hat am 23. Oktober die Küsten am Ärmelkanal mit schweren Böen und hohem Seegang getroffen. Rettungseinsätze zeigen: Auch ein Hafen bietet nicht bei jeder Windrichtung ausreichend Schutz. Für Motorboot-Eigner ist rechtzeitige Vorsorge am Liegeplatz entscheidend.

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Am Flughafen St Mary’s auf den Scilly-Inseln registrierte das britische Met Office eine Böe von rund 122 Kilometern pro Stunde. Auf der Isle of Portland in Dorset und an der Station Needles Old Battery auf der Isle of Wight wurden jeweils rund 121 Kilometer pro Stunde gemessen. Die Werte beziehen sich auf die Beobachtungen zwischen Mitternacht und Mittag am Freitag, 23. Oktober 2026.

Hilfe auf See und im Hafen

Vor Cap Gris-Nez bei Calais geriet eine gut 15 Meter lange Segelyacht mit beschädigter Ruderanlage in Schwierigkeiten. Wie YACHT über die Rettungseinsätze während der Sturmlage berichtet, rückte ein Rettungskreuzer der französischen Seenotrettungsorganisation SNSM aus. Auch der Hochseeschlepper „Abeille Normandie“ unterstützte den Einsatz.

Im britischen Margate bat die einzige Person an Bord einer vertäuten Yacht darum, an Land gebracht zu werden. Schwere Böen und ungeordnete See setzten dem Boot selbst im Hafen zu. Die Seenotretter brachten die Person unverletzt in Sicherheit. Der Einsatz verdeutlicht ein grundsätzliches Risiko: Ein Liegeplatz kann bei einer Windrichtung geschützt sein und bei einer anderen offen für Schwell liegen.

Was Motorboot-Eigner prüfen sollten

Für die Vorbereitung zählt deshalb mehr als die vorhergesagte Windstärke. Festmacher, Fender und Windangriffsflächen müssen zur erwarteten Belastung passen. BOOTE hat bereits vor dem Sturm erläutert, wie Sie Motorboote im Hafen und Außenlager auf Starkwind vorbereiten.

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Kontrollieren Sie Leinen auf Verschleiß und Scheuerstellen. Zusätzliche Festmacher sollten die Last auf geeignete Befestigungspunkte verteilen. Für veränderte Wasserstände muss ausreichend Spielraum bleiben. Fender gehören dorthin, wo Rumpf und Steg oder Nachbarboot tatsächlich in Kontakt kommen können. Biminis und lose Abdeckungen bieten zusätzliche Windangriffsfläche und sollten rechtzeitig abgebaut oder fachgerecht gesichert werden.

Solche Arbeiten gehören in die Zeit vor dem Sturm, solange Boot und Stege gefahrlos zugänglich sind. Dass auch die Leinenführung bei Hochwasser entscheidend ist, zeigte die Ostsee-Sturmflut von 2023 mit zerstörten Häfen und gesunkenen Booten. Damals konnten Leinenaugen über Dalbenköpfe rutschen; teilweise reichten die Festmacherreserven für die steigenden Wasserstände nicht aus. Die Sicherheit von Menschen hat Vorrang vor dem Versuch, ein Boot bis zuletzt zu schützen.

Route du Rhum: Vorsorge schützt Regattaflotte

Auch die Vorbereitungen zur Route du Rhum in Saint-Malo wurden vom Sturm getroffen. Die Teams verstärkten Festmacher und veränderten Liegepositionen. In seiner Bilanz vom 23. Oktober meldete der Veranstalter keine größeren Schäden an den 115 Regattabooten. Er berichtete von anhaltendem Wind um 50 Knoten und Böen über 75 Knoten, entsprechend mehr als 139 Kilometern pro Stunde. Der Start der Atlantikregatta ist für den 1. November 2026 vorgesehen.


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Welche Vorkehrungen haben sich bei Sturm in Ihrem Hafen- oder an Ihrem Landliegeplatz bewährt? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit Festmachern, Fendern und der Wahl eines geschützten Liegeplatzes in den Kommentaren.

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Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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