Am Flughafen St Mary’s auf den Scilly-Inseln registrierte das britische Met Office eine Böe von rund 122 Kilometern pro Stunde. Auf der Isle of Portland in Dorset und an der Station Needles Old Battery auf der Isle of Wight wurden jeweils rund 121 Kilometer pro Stunde gemessen. Die Werte beziehen sich auf die Beobachtungen zwischen Mitternacht und Mittag am Freitag, 23. Oktober 2026.
Vor Cap Gris-Nez bei Calais geriet eine gut 15 Meter lange Segelyacht mit beschädigter Ruderanlage in Schwierigkeiten. Wie YACHT über die Rettungseinsätze während der Sturmlage berichtet, rückte ein Rettungskreuzer der französischen Seenotrettungsorganisation SNSM aus. Auch der Hochseeschlepper „Abeille Normandie“ unterstützte den Einsatz.
Im britischen Margate bat die einzige Person an Bord einer vertäuten Yacht darum, an Land gebracht zu werden. Schwere Böen und ungeordnete See setzten dem Boot selbst im Hafen zu. Die Seenotretter brachten die Person unverletzt in Sicherheit. Der Einsatz verdeutlicht ein grundsätzliches Risiko: Ein Liegeplatz kann bei einer Windrichtung geschützt sein und bei einer anderen offen für Schwell liegen.
Für die Vorbereitung zählt deshalb mehr als die vorhergesagte Windstärke. Festmacher, Fender und Windangriffsflächen müssen zur erwarteten Belastung passen. BOOTE hat bereits vor dem Sturm erläutert, wie Sie Motorboote im Hafen und Außenlager auf Starkwind vorbereiten.
Kontrollieren Sie Leinen auf Verschleiß und Scheuerstellen. Zusätzliche Festmacher sollten die Last auf geeignete Befestigungspunkte verteilen. Für veränderte Wasserstände muss ausreichend Spielraum bleiben. Fender gehören dorthin, wo Rumpf und Steg oder Nachbarboot tatsächlich in Kontakt kommen können. Biminis und lose Abdeckungen bieten zusätzliche Windangriffsfläche und sollten rechtzeitig abgebaut oder fachgerecht gesichert werden.
Solche Arbeiten gehören in die Zeit vor dem Sturm, solange Boot und Stege gefahrlos zugänglich sind. Dass auch die Leinenführung bei Hochwasser entscheidend ist, zeigte die Ostsee-Sturmflut von 2023 mit zerstörten Häfen und gesunkenen Booten. Damals konnten Leinenaugen über Dalbenköpfe rutschen; teilweise reichten die Festmacherreserven für die steigenden Wasserstände nicht aus. Die Sicherheit von Menschen hat Vorrang vor dem Versuch, ein Boot bis zuletzt zu schützen.
Auch die Vorbereitungen zur Route du Rhum in Saint-Malo wurden vom Sturm getroffen. Die Teams verstärkten Festmacher und veränderten Liegepositionen. In seiner Bilanz vom 23. Oktober meldete der Veranstalter keine größeren Schäden an den 115 Regattabooten. Er berichtete von anhaltendem Wind um 50 Knoten und Böen über 75 Knoten, entsprechend mehr als 139 Kilometern pro Stunde. Der Start der Atlantikregatta ist für den 1. November 2026 vorgesehen.
Das Wetterbuch für Wassersportler von Meeno Schrader erklärt, wie Wind, Wellen und Wolken zusammenhängen und welche Hinweise eigene Wetterbeobachtungen liefern. Behandelt werden unter anderem lokale Windsysteme, Küsteneffekte sowie Gefahren durch Sturm, Gewitter und Nebel. Hinweise zur meteorologischen Törnplanung, zur Einschätzung von Vorhersagen und zur Wetterversorgung an Bord helfen, Wetterrisiken vor dem Auslaufen und bei der Wahl eines geschützten Liegeplatzes einzuordnen.
Stressfrei Motorbootfahren von Duncan Wells widmet sich der praktischen Bootsbeherrschung mit kleiner Crew oder allein. Fotos, Illustrationen und ergänzende Videos erläutern Manöver unter unterschiedlichen Wind- und Strömungsverhältnissen. Außerdem widmet es sich dem Aufenthalt am Liegeplatz sowie dem An- und Ablegen. Gezeigt werden unter anderem Leinen auf Slip und der Einsatz von Springleinen, ergänzt um Wetterkunde und Sicherheit.
Welche Vorkehrungen haben sich bei Sturm in Ihrem Hafen- oder an Ihrem Landliegeplatz bewährt? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit Festmachern, Fendern und der Wahl eines geschützten Liegeplatzes in den Kommentaren.

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