Leonie Meyer
· 03.07.2023
Ein Bootsausflug an der kroatischen Adria-Küste entwickelte sich für vier deutsche Urlauber aus Bayern zu einem lebensbedrohlichen Ereignis. Am Samstag (24. Juni) entschied sich die Gruppe zu einem Tagesausflug mit einem Motorboot von der Insel Rab zur Insel Pag. Mehrere Medien, wie unter anderem RTL, Focus und t-online, berichteten darüber.
Nach dem Abendessen im Restaurant brachen die Männer gegen 22 Uhr zur Rückfahrt nach Rab auf, die normalerweise nur etwa 30 Minuten dauern sollte. Doch der Motor des Bootes versagte plötzlich und ein Sturm zog auf. Der Bora-Sturm kann in Kroatien hohe Geschwindigkeiten erreichen.
Die Situation wurde schnell kritisch und einer der Männer setzte einen Notruf ab, bevor das Boot voll Wasser lief. Angesichts der drohenden Gefahr entschieden sich zwei Männer (38, 37) ins Wasser zu springen und durch die aufgewühlte Adria zu schwimmen. Sie erreichten eine unzugängliche Felsküste auf Pag und verletzten sich dabei schwer an den scharfen Felsen.
Währenddessen waren die anderen beiden Männer (56, 32) auf dem sinkenden Boot zurückgeblieben. Auch sie strandeten später an einer Felsküste und mussten auf Hilfe warten.
Die Männer befanden sich in einer lebensbedrohlichen Situation: Sie waren erschöpft, hatten Durst und sich durch die Verletzungen an den Felsen weiter geschwächt.
Die Bergrettung HGSS (Hrvatska gorska služba spašavanja) wurde schließlich über die Ortungs-App eines der Handys der Männer alarmiert, das trotz alldem noch funktionierte. Die Rettungskräfte rückten zur Felsküste auf Pag aus und konnten zwei der vier Männer bergen.
Dank der Ortungsdaten des zweiten Handys, das den Notruf absetzte, gelang es der Bergrettung auch die anderen beiden Männer zu finden, die sich in einem nahegelegenen Ferienhaus in Sicherheit gebracht hatten. Von dort aus wurden sie zur Polizei gebracht. Insgesamt dauerte die Rettungsaktion 14 Stunden.
Das "Wunder von Pag", wie Einheimische den Vorfall nennen, endete glücklicherweise ohne Todesopfer. Die genauen Ursachen des Motorversagens und die Frage, ob die Wetterbedingungen angemessen eingeschätzt wurden, werden derzeit untersucht.

Redakteurin Wassersport Digital-Redaktion