Schiffsunglück vor ŠoltaGesunkene Yacht aus 60 Metern geborgen

Leonie Meyer

 · 30.09.2026

Im Juni kollidierte eine Fähre mit einem Segelboot. Dabei verloren mehrere Personen ihr Leben.
Foto: Morski.hr
Mehr als drei Monate nach der Kollision einer Fähre mit einer Segelyacht vor Šolta ist das Wrack gehoben worden. Vier Menschen starben bei dem Unglück am 14. Juni 2026. Die Bergung ermöglicht nun eine Untersuchung des Rumpfes.

Die Segelyacht lag seit dem Unfall in der Meerenge Splitska Vrata zwischen den kroatischen Inseln Brač und Šolta auf dem Meeresgrund. Nach Angaben des Dalmatinski Portal hob eine auf Unterwasserarbeiten spezialisierte Firma die Yacht am Sonntag (27.09.) aus rund 60 Metern Tiefe. Die Vorbereitungen hatten am Vortag begonnen. Über die Bergung berichtete ebenfalls der Kroatien-Blog von Kristijan Antić.

Bergung zwischen Šolta und Brač

Das eigentliche Anheben dauerte dem Bericht zufolge etwa zwei bis drei Stunden. Bevor das Wrack der Beneteau Oceanis 56.1 auf ein Transportschiff geladen werden konnte, wurden rund neun Tonnen Wasser abgepumpt. Wellen vorbeifahrender Schiffe erschwerten die Arbeit in der stark befahrenen Meerenge. Anschließend wurde die Yacht in den Nordhafen von Split gebracht. Die Aufnahmen des geborgenen Bootes zeigen erhebliche Schäden. Welche Beschädigungen unmittelbar beim Zusammenstoß entstanden und welche später, muss die Untersuchung klären.


Lesen Sie auch:


Damit ist ein Untersuchungsschritt möglich, der im Juni noch ausstand: die Begutachtung der geborgenen Yacht an Land. Laut Dalmatinski Portal haben Staatsanwaltschaft und Polizei ihre Untersuchung am Schiff fortgesetzt; auch ein Sachverständiger hat es inzwischen besichtigt. Was dessen Gutachten ergibt, ist bislang nicht veröffentlicht. Die Bergung ist daher kein Beleg für eine bestimmte Unfallursache oder eine Schuldzuweisung.

Was geschah im Juni?

Am 14. Juni kollidierte die Segelyacht mit dem Passagierkatamaran „Krilo Eclipse“ und sank. Auf der Yacht befanden sich acht Menschen. Vier tschechische Staatsangehörige starben, vier weitere Personen wurden gerettet. In der ersten BOOTE-Meldung zur Kollision wurde die vierte Person zunächst vermisst. Ihre Leiche wurde später im Wrack gefunden.

Im BOOTE-Bericht zu den Ermittlungen ging es um den Verdacht gegen den Ersten Offizier des Katamarans und seine Untersuchungshaft. Bereits im Juni hatte der kroatische öffentlich-rechtliche Rundfunk HRT darauf hingewiesen, dass die Prüfung des Wracks für die Aufklärung wichtig sei. Jetzt liegt das Schiff an Land. Welche Schlüsse die Ermittler daraus ziehen, bleibt abzuwarten.


Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Leonie Meyer

Leonie Meyer

Redakteurin Wassersport Digital-Redaktion

Leonie Meyer wuchs mit dem Bootfahren in Kroatien auf und blätterte schon als Kind durch das BOOTE-Magazin ihres Vaters. Während und nach ihrem abgeschlossenen Internationalen Journalismus-Studium absolvierte sie Praktika bei verschiedenen Medien im Ausland. 2020 zog sie es für ein Praktikum zum BOOTE-Magazin, weshalb sie nach ihrem Volontariat bei einer Tageszeitung zurückkehrte. Seit 2023 arbeitet Leonie Meyer als Redakteurin in der Wassersport Digital-Redaktion und ist neben dem Betreuen der Websites unter anderem für den YACHT-Podcast zuständig.

Meistgelesen in der Rubrik Special