Die Segelyacht lag seit dem Unfall in der Meerenge Splitska Vrata zwischen den kroatischen Inseln Brač und Šolta auf dem Meeresgrund. Nach Angaben des Dalmatinski Portal hob eine auf Unterwasserarbeiten spezialisierte Firma die Yacht am Sonntag (27.09.) aus rund 60 Metern Tiefe. Die Vorbereitungen hatten am Vortag begonnen. Über die Bergung berichtete ebenfalls der Kroatien-Blog von Kristijan Antić.
Das eigentliche Anheben dauerte dem Bericht zufolge etwa zwei bis drei Stunden. Bevor das Wrack der Beneteau Oceanis 56.1 auf ein Transportschiff geladen werden konnte, wurden rund neun Tonnen Wasser abgepumpt. Wellen vorbeifahrender Schiffe erschwerten die Arbeit in der stark befahrenen Meerenge. Anschließend wurde die Yacht in den Nordhafen von Split gebracht. Die Aufnahmen des geborgenen Bootes zeigen erhebliche Schäden. Welche Beschädigungen unmittelbar beim Zusammenstoß entstanden und welche später, muss die Untersuchung klären.
Damit ist ein Untersuchungsschritt möglich, der im Juni noch ausstand: die Begutachtung der geborgenen Yacht an Land. Laut Dalmatinski Portal haben Staatsanwaltschaft und Polizei ihre Untersuchung am Schiff fortgesetzt; auch ein Sachverständiger hat es inzwischen besichtigt. Was dessen Gutachten ergibt, ist bislang nicht veröffentlicht. Die Bergung ist daher kein Beleg für eine bestimmte Unfallursache oder eine Schuldzuweisung.
Am 14. Juni kollidierte die Segelyacht mit dem Passagierkatamaran „Krilo Eclipse“ und sank. Auf der Yacht befanden sich acht Menschen. Vier tschechische Staatsangehörige starben, vier weitere Personen wurden gerettet. In der ersten BOOTE-Meldung zur Kollision wurde die vierte Person zunächst vermisst. Ihre Leiche wurde später im Wrack gefunden.
Im BOOTE-Bericht zu den Ermittlungen ging es um den Verdacht gegen den Ersten Offizier des Katamarans und seine Untersuchungshaft. Bereits im Juni hatte der kroatische öffentlich-rechtliche Rundfunk HRT darauf hingewiesen, dass die Prüfung des Wracks für die Aufklärung wichtig sei. Jetzt liegt das Schiff an Land. Welche Schlüsse die Ermittler daraus ziehen, bleibt abzuwarten.

Redakteurin Wassersport Digital-Redaktion
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