Ein Motorschaden führte am Freitagabend vor Cuxhaven zu einem lebensbedrohlichen Zwischenfall. Gegen 18.15 Uhr meldete sich der Skipper eines Motorbootes beim Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen. An Bord des Bootes befanden sich zwei Erwachsene und drei Kinder.
Nach einem Motorausfall trieb das rund 13 Meter lange Boot auf eine Steinbuhne. Dabei wurde der Rumpf beschädigt und große Mengen Wasser drangen ein. Schließlich lief das Motorboot am steinernen Leitdamm auf, der die Fahrrinne für größere Schiffe markiert.
Die Rettungsleitstelle alarmierte die DGzRS-Station Cuxhaven sowie einen Such- und Rettungshubschrauber der Deutschen Marine. Der Seenotrettungskreuzer „Anneliese Kramer“ war zu diesem Zeitpunkt bereits im Einsatz. Die Besatzung schleppte einen rund 27 Meter langen Zweimaster, der aufgrund von Maschinenproblemen manövrierunfähig war. Um den weiteren Einsatz zu ermöglichen, lösten die Seenotretter die Schleppverbindung. Der Segler warf anschließend den Anker und wartete auf die Rückkehr des Seenotrettungskreuzers.
Am Unfallort näherten sich die Retter mit dem Tochterboot “Mathias” dem Havaristen. Die Besatzung ging längsseits und setzte eine Lenzpumpe ein. Der Wassereinbruch war jedoch zu stark und die Wellen schlugen bereits über die Bordwand, sodass das Boot langsam zur Seite kippte.
Die Seenotretter gaben das Boot auf und nahmen die fünf Personen an Bord des Tochterbootes. Die Geretteten standen unter Schock und blieben unverletzt. Anschließend brachte die Besatzung die Schiffbrüchigen sicher an Land. Ein kleines Schlauchboot mit den wichtigsten Habseligkeiten der Betroffenen wurde im Schlepp mitgeführt. Im Hafen übergaben die Retter die fünf Personen an den Rettungsdienst. Der alarmierte Hubschrauber musste nicht mehr eingesetzt werden.
Die Wasserschutzpolizei Cuxhaven hat die Ermittlungen zur Unfallursache übernommen. Über die Bergung des gesunkenen Motorbootes muss der Eigner entscheiden. Die dabei entstehenden Kosten trägt in der Regel der Bootseigner oder dessen Versicherung. Nach Abschluss des Einsatzes kehrten die Seenotretter zu dem wartenden Zweimaster zurück und ihn in den späten Abendstunden nach Cuxhaven.
Nahezu zeitgleich rückten die Seenotretter der Station Bremerhaven aus. An Bord des unter zyprischer Flagge fahrenden Bunkerschiffs Kairos hatte sich ein Seemann eine Gesichtsverletzung zugezogen. Das 117 Meter lange Schiff lag bei Nordenham auf Blexen-Reede vor Anker. Der 35-jährige Lette benötigte umgehend medizinische Versorgung. Die Besetzung des Seenotrettungskreuzers “Theo Fischer” übernahm den verletzten Mann bei ruhiger See. Am Liegeplatz des Rettungskreuzers übergaben die Seenotretter den Patienten an einen Rettungswagen.

Redakteurin Wassersport Digital-Redaktion
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