Superyacht-DealRevolut-Gründer Storonsky verklagt

Martin Hager

 · 05.08.2026

Nik Storonsky, Gründer der Finanzplattform Revolut, steht vor Gericht, weil er beim Kauf einer 102-Meter-Yacht angeblich den Yachtbroker umgangen haben soll. Dieser klagt nun seine Provision ein: 17,5 Millionen Euro.
Foto: Imago Images
Der Gründer der Finanzplattform Revolut, Nik Storonsky, steht vor Gericht. Der Yachtbroker Cecil Wright & Partners fordert 17,5 Millionen Euro Provision für den Verkauf einer 350 Millionen Euro teuren Superyacht. Das Geschäft sei direkt mit dem Verkäufer abgeschlossen worden, heißt es in der Klage vor dem High Court in London.

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Das Brokerhaus Cecil Wright & Partners hat Klage gegen Nik Storonsky eingereicht. Der Revolut-Gründer kaufte im Januar 2026 eine 102 Meter lange Superyacht vom kanadischen Unternehmer Patrick Dovigi. Wie die Szene kolportiert, soll es sich um die 102,4 Meter lange “Nixie” handeln, die erst vor wenigen Wochen ausgeliefert wurde und auf der diesjährigen Monaco Yacht Show ausgestellt wird. Der Kaufpreis soll bei rund 350 Millionen Euro liegen. Die Broker fordern nun fünf Prozent Provision, was 17,5 Millionen Euro entspricht. Die Klage wurde beim High Court in London eingereicht, wie die Financial Times unter Berufung auf Gerichtsunterlagen berichtet. Nach Darstellung des Maklers wurde das Geschäft am Ende ohne dessen Beteiligung direkt zwischen Käufer und Verkäufer abgeschlossen. Ein Berater des Family Office der Familie Storonsky hatte Cecil Wright im Oktober 2024 erstmals kontaktiert. Zunächst sollte das Brokerhaus den Bau einer neuen Yacht begleiten.

Vom Neubau zur fertigen Yacht

Im Jahr 2025 änderten sich die Pläne. Der Berater fragte nach einem bereits verfügbaren Schiff, das Storonsky bis zur Fertigstellung eines möglichen Neubaus kaufen könne. Cecil Wright schlug daraufhin die noch im Bau befindliche Superyacht der deutschen Werft Lürssen vor. Im Januar 2026 teilte der Berater dem Gründer des Brokerhauses, Chris Cecil-Wright, mit, Storonsky habe das Schiff direkt von Dovigi gekauft. Der Makler argumentiert in der Klageschrift, sein Unternehmen sei entscheidend für das Zustandekommen des Geschäfts gewesen. Deshalb stehe ihm nach der Maklervereinbarung die vereinbarte Provision zu. Ein Sprecher des Family Office von Storonsky wies die Vorwürfe zurück. Die Klage entbehre jeder Grundlage und werde abgewehrt. Eine gerichtliche Entscheidung liegt bislang nicht vor.

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Außergewöhnliche Ausstattung auf 102 Metern

Der 102,4 Meter lange RWD-Entwurf markierte für Lürssen die sechste Auslieferung im Jahr 2026 – ein Rekord für die norddeutschen Gigayacht-Experten. „Nixie", zuvor unter dem Projektnamen JASSJ geführt und gebaut, stammt vollständig aus der Feder eines Designstudios. Für das Exterieur verfolgten die Briten von RWD eine fließende, organische Philosophie: Sanfte Wellen mit tiefen Konturen treffen auf breite konvexe Formen. Die Gestaltung lässt das Licht so über die Oberflächen gleiten, dass der Aufbau optisch in sich selbst zu verschwinden scheint. Die strukturelle Verglasung verstärkt den Effekt. Jede Scheibe ist individuell geformt und mit Farbverlauf getönt. Der sechs Meter breite Glaspool ist halbschwebend als architektonischer Raum angelegt. Der Fünfdecker wird über Edmiston zum Chartern angeboten. Die Rate beträgt pro Woche 2,4 Millionen Euro. Öffentlich bestätigt ist bislang jedoch nicht, dass es sich bei „Nixie" um das Schiff Storonskys handelt.

Seltener Fall in der Branche

Die Vorgeschichte des Schiffes ist ungewöhnlich. Dovigi hatte die Yacht ursprünglich in Auftrag gegeben. Während der Bauphase kam es zum Weiterverkauf. Der ehemalige NHL-Eishockey-Profi Patrick Dovigi soll im letzten Herbst die 118,8 Meter lange Feadship “Breakthrough” für 570 Millionen Euro gekauft haben, die Bill Gates 2019 in Auftrag gegeben hatte. Der bis dato teuerste Yacht-Deal der Geschichte.
Chris Cecil-Wright erklärte der Financial Times, Broker gerieten nur äußerst selten in eine solche Lage. Für ihn selbst sei es der erste derartige Fall. Er halte seinen Anspruch jedoch für so eindeutig, dass er gerichtlich dagegen vorgehe. Die Branche kenne zwar Provisionskonflikte, doch Klagen in dieser Größenordnung seien ungewöhnlich. Der Fall könnte Signalwirkung für künftige Geschäfte im Luxusyacht-Segment haben.

Revolut mit 75 Millionen Kunden weltweit

Nik Storonsky gründete den digitalen Finanzdienstleister Revolut im Ater von 31 Jahren 2015 gemeinsam mit Vlad Yatsenko. Das Finanzunternehmen gab im Juni 2026 an, inzwischen mehr als 75 Millionen Kunden in 40 Märkten zu haben. Nach einer Anteilsplatzierung wurde Revolut zuletzt mit 75 Milliarden US-Dollar bewertet. Das Unternehmen bezeichnet sich damit als wertvollstes nicht börsennotiertes Technologieunternehmen Europas.

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Martin Hager

Martin Hager

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv

Martin Hager ist Chefredakteur der Magazine YACHT und BOOTE EXCLUSIV. Er segelt seit seiner Kindheit, Surfen, Kitesurfen und Wingfoilen ergänzen seit vielen Jahren seinen sportlichen Horizont. Die Liebe zum Wassersport führte ihn zum Schiffbaustudium und von dort im Jahr 2004 in die Hamburger Redaktion des Delius Klasing Verlages. Seine Leidenschaft für den Bootsbau, die Yachtbranche und die spannenden Charaktere, die das Yachting prägen, gibt er mit Freude weiter – sei es in seinen Artikeln, als auch im Gespräch mit Lesern und der Branche.

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