Bootfahren in der Hauptsaison hört sich für viele abschreckend an. Doch für mich zeigt sich gerade dann, wie lebendig der Wassersport sein kann. In den Marinas geht es zur Sache, in den Häfen herrscht Atmosphäre und man trifft andere Crews. Außerdem kommt man leicht ins Gespräch und bekommt oft nebenbei noch einen Tipp für die nächste Bucht oder das beste Restaurant. Alles wirkt offener und unkomplizierter. Dazu kommt: In der Hauptsaison ist die Infrastruktur am verlässlichsten. Das gilt für Häfen, Restaurants, Supermärkte und Tankstellen. Wer unterwegs spontan entscheiden will, profitiert davon enorm. Auch die sommerlichen Temperaturen spielen eine Rolle. Außerdem sind die Tage länger: Es wird spät dunkel, sodass man mehr vom Urlaub hat. Natürlich ist auf dem Wasser mehr los. Aber selbst das gehört für mich dazu. Bootfahren in der Hauptsaison bietet einfach mehr Möglichkeiten und bringt uns Bootsbegeisterte zusammen. Wenn ich schon auf dem Wasser unterwegs bin, vorzugsweise in Kroatien, dann freue ich mich darauf, Gas zu geben, neue Orte zu entdecken und dort auf viele Gleichgesinnte zu treffen.
Für mich ist es auf dem Wasser am schönsten, wenn die Hauptsaison vorbei ist. Der größte Vorteil liegt auf der Hand: Die Nebensaison schont mit günstigeren Liegeplätzen und Charterpreisen den Geldbeutel. Doch für mich noch wichtiger: Es ist weniger los. Wer schon einmal im Sommer auf der Mecklenburgischen Seenplatte unterwegs war, kennt die langen Schlangen vor den Schleusen. Da muss man mitunter ein, zwei Stunden zusätzlich einkalkulieren. Auch die Sorge, am Ende des Tages keinen freien Liegeplatz mehr zu finden, fällt in der Nebensaison kleiner aus. Man braucht nicht schon am frühen Nachmittag den nächsten Hafen anzusteuern, um noch einen Platz zu ergattern. Und wenn man schließlich festmacht, ist es in den Häfen und Restaurants deutlich ruhiger. Und das ist es, was ich auf dem Wasser suche: Ruhe. Natürlich ist im Sommer die Wahrscheinlichkeit für Badewetter größer. Aber auch ein klarer Frühlingstag oder ein gemütlicher Herbstnachmittag haben ihren ganz eigenen Reiz. Für mich ist das die entspanntere Art, unterwegs zu sein – von allem etwas weniger: weniger zahlen, weniger Trubel, weniger warten und weniger planen.
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Redakteurin Wassersport Digital-Redaktion
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