TestViper 225 Toxxic – Neue Doppel-X

Jan-Ole Puls

 · 31.01.2023

Viper 225 Toxxic im Test vor Heidenfahrt
Foto: Dieter Wanke

Die Viper 225 Toxxic steht ihrer Schwester, der 223 Toxxic, in Sachen Qualität in nichts nach. Dennoch unterscheidet die beiden Boote mehr als nur die Ziffer nach der Doppel-2

Europe Marine aus Budenheim baut seit Jahrzehnten die Viper-Motorboote in Handarbeit und mit Liebe zum Detail. Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch bei der neuen 225 Toxxic alles stimmt. Doch starten wir am Anfang: Europe Marine präsentierte auf der Interboot 2022 in Friedrichshafen die neue Viper 225 Toxxic. Bei der Bootsbezeichnung stand erstmals eine 5 anstelle der sonst üblichen 3 am Ende. Die ersten zwei Ziffern geben an, wie lang das Boot ist. Die letzte Ziffer hingegen gibt an, um was für einen Typ Boot es sich handelt. Die 3 steht für ein Cabinboat, die erstmalige 5 für einen Bowrider.

Angekommen an der Sliprampe, fällt uns als Erstes die Farbe ins Auge: Aquamint. „Wir wollten das Miami-Flair ins kalte Deutschland bringen“, erzählt uns Yanick Nürnberger lachend. Ihm sind unsere erstaunten Blicke wohl direkt aufgefallen. Die Farbe ist nicht Standard, Viper will aber auch keine gewöhnlichen Boote bauen.

Doch jetzt zum Boot. Wir betreten es vom Heck aus und stehen auf der großzügigen Badeplattform. Sie ist mit grauem Decksbelag der Firma SeaDek belegt und wirkt sehr einladend. Eine dreistufige Badeleiter ist hier ebenso wie ein Haken zum Wasserski- oder Wakeboardfahren verbaut. Möchte man nun ins Cockpit, sollten die Schuhe ausgezogen werden.

Messergebnisse

Der Weg führt über die große Liegefläche im Heck (1,24 m lang und 1,95 m breit), die in Weiß mit Applikationen in dem Aquamint-Farbton gearbeitet ist. Die Polster haben eine angenehme Härte und sind gut verarbeitet. Wer die Liegefläche nun überwunden hat, steht in dem großen Cockpit. Richtung Heck befindet sich ein großes U-Sofa. Der Steuerstand ist gut aufgeteilt, die Instrumente lassen sich uneingeschränkt ablesen. Die mechanische Schaltung sowie die Servolenkung funktionieren tadellos. Die große, aus Sicherheitsglas gefertigte Windschutzscheibe ist weit bis zur hinteren Sitzbank gezogen. So kann auch während schnellerer Fahrt auf dem U-Sofa gesessen werden, ohne dass man den vollen Fahrtwind abbekommt. Ein Scheibenwischer ist nicht vorhanden.

Im Bugbereich steht – typisch für Bowrider – ein U-Sofa, welches zu einer Liegewiese umgebaut werden kann. Diese ist dann 1,60 m lang und an der breitesten Stelle 1,20 m breit. Auch hier sind die Polster wie überall im Boot zweifarbig und besitzen eine angenehme Festigkeit. Der gesamte Boden ist ebenso wie die Badeplattform mit SeaDek belegt. Barfuß lässt es sich hier gut laufen, da das Material weich ist und sich dadurch an den Füßen gut anfühlt.

Die inneren Werte überzeugen

Nun zum Herzstück der Toxxic, dem Motor. Auf dem 6,80 Meter langen Boot ist ein Mercruiser Alpha 1 verbaut, welcher 250 PS leistet. Der V-6 mit einem Hubraum von 4500 ccm beschleunigt das Boot auf eine maximal Geschwindigkeit von 42,6 Knoten. Die wirtschaftliche Gleitfahrt ist bei rund 3000 U/min erreicht. Dabei hat die Toxxic eine Fahrt von rund 21,4 Knoten und eine errechnete Reichweite von 153 Seemeilen (zuzüglich 15 Prozent Reserve).

Die Fahreigenschaften überzeugen insgesamt. Die Toxxic macht das, was man von einem Boot mit „Schlangen-Logo“ auch erwartet. Sie fährt sich bissig, jedoch nicht unkontrolliert. Bei schnellen Manövern wie Slalom oder engen Kreisen verhält sie sich hervorragend. Ist der Fahrtrimm ganz unten, zieht sie sehr enge Kurven. Hier sollte man die Geschwindigkeit etwas drosseln, da hohe Seitenkräfte auftreten.

Unser Testurteil

FAHREN & MANÖVRIEREN

+ sportliche Fahreigenschaften

+ spurtreu

VERARBEITUNG & TECHNIK

+ sehr gute Verarbeitungsqualität + gut ablesbarer Steuerstand SICHERHEIT

+ gut dimensionierte Haltegriffe

kein Scheibenwischer

KOMFORT AN BORD

+ gemütliche Polster

+ große Sonnenliege im Heck

Fazit

Die neue Viper 225 Toxxic ist ein richtiger Giftzwerg. Die Verarbeitungsqualität ist gut, und die Fahreigenschaften überzeugen in unserem Test. Mit dem verbauten Mercruiser Alpha 1 und 250 PS ist das Boot sportlich motorisiert. Die Werft bietet bei Bedarf auch eine leistungsstärkere Variante mit 350-PS-Inboarder an.


Technische Daten der Viper 225 Toxxic

Das Boot

  • Werft: Viper/D
  • Typ: 225 Toxxic
  • CE-Kategorie: C/7
  • Rumpf und Deck: Kunststoff
  • Länge über alles: 6,80 m
  • Breite: 2,55 m
  • Tiefgang: 0,91 m
  • Leergewicht (kl. M.): 1700 kg
  • Kraftstofftank: 185 l
  • Freibord: 0,85 m
  • Cockpitseitenhöhe innen: 0,87 m
  • Höhe Reling: 0,06 m
  • Sonnenliege Vordeck: 1,20 x 1,60 m
  • Max. Motorisierung: 257 kW (350 PS)
  • Preis (mit Test-Motor): 78.900 €
  • Vertrieb: Europe Marine, Budenheimer Parkallee 2, 55257 Budenheim, www.europe-marine.com
Riss der Viper 225 Toxxic | Zeichnung: Marc André Bergmann
Riss der Viper 225 Toxxic | Zeichnung: Marc André Bergmann

Der Motor

  • Hersteller: Mercruiser
  • Typ: Alpha 1
  • Leistung: 183 kW (250 PS)
  • Volllastdrehzahl: 4800–5200 U/min
  • Zylinder: 6, V
  • Hubraum: 4500 ccm
  • Lichtmaschine: 12 V/70 A
  • Kraftstoff: Benzin
  • Testpropeller: 3x 14 1/2” x 19”

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